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Luftfahrt Lufthansa-Großaktionär Thiele verkauft Knorr-Bremse-Aktien

Heinz Hermann Thiele hat sich von acht Millionen Aktien des Bremsenspezialisten getrennt. Stockt er mit dem Erlös bei Lufthansa weiter auf?
19.06.2020 - 07:40 Uhr 1 Kommentar
Der Unternehmer könnte seinen Einfluss bei der Lufthansa vergrößern. Quelle: dpa
Heinz Hermann Thiele

Der Unternehmer könnte seinen Einfluss bei der Lufthansa vergrößern.

(Foto: dpa)

Frankfurt Neue Runde im Krimi um die Lufthansa-Rettung. Heinz Hermann Thiele, aktuell mit gut 15 Prozent der größte Einzelaktionär bei Lufthansa, hat sich von einem signifikanten Anteil an seinem Unternehmen Knorr-Bremse getrennt. Wie aus einer Handelsmitteilung hervorgeht, verkaufte der Münchener Unternehmer rund acht Millionen Aktien. Der Erlös sei für andere private Investments von Thiele gedacht, heißt es in der Information weiter.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am späten Donnerstagabend unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente, dass der Preis für die verkauften Papiere bei 91 Euro je Anteilschein liege. Der Erlös für Thiele würde damit mehr als 700 Millionen Euro betragen. Der Schlusskurs der Knorr-Bremse-Aktie im Xetra-Hauptgeschäft lag bei 95,31 Euro.

Bezogen auf den Börsenkurs von Knorr-Bremse und Lufthansa würde der Erlös aus dem Paketverkauf reichen, um gut 15 Prozent an Lufthansa zu erwerben. Mit dem finanziellen Spielraum könnte er zum Beispiel bereits getätigte Aktienkäufe bei der „Hansa“ refinanzieren. Oder Thiele könnte weiter bei der Airline-Gruppe aufstocken.

Jedenfalls gibt es bei der Lufthansa-Aktie nach wie vor ungewöhnlich hohe Umsätze. Lufthansa wollte sich zu der neusten Entwicklung nicht äußern. Thiele selbst hat erklärt, bis zur Hauptversammlung am kommenden Donnerstag keinen Kommentar mehr abgeben zu wollen.

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    Der Unternehmer hatte vor zwei Tagen deutliche Kritik an dem geplanten Rettungspaket für die Lufthansa mit einem Volumen von neun Milliarden Euro geübt. Vor allem am Einstieg des Staates mit 20 Prozent und zu einem Bezugspreis, der mit 2,56 Euro nur ein Viertel des aktuellen Lufthansa-Kurses beträgt, stört sich Thiele.

    Er hat offengelassen, ob er dem Paket bei der Hauptversammlung zustimmen wird. Dadurch sah sich die Lufthansa dazu veranlasst, davor zu warnen, dass die geplante Rettung noch scheitern könnte. Denn mit seinen 15 Prozent könnte Thiele bei einer Präsenz von deutlich unter 50 Prozent des Grundkapitals die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit verhindern. Bei der letzten Hauptversammlung betrug die Präsenz bescheidene 33 Prozent.

    Der nun getätigte Aktienverkauf befeuert Spekulationen, dass Thiele groß bei Lufthansa einsteigen, eventuell sogar selbst als Retter der Airline-Gruppe auftreten will. Der Unternehmer will sich nach Informationen des Handelsblatt zeitnah mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) treffen. In seinem Ressort wurde das Rettungspaket maßgeblich gestaltet.

    Mehr: Großaktionär Thiele stellt bei der Lufthansa die richtigen Fragen

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    1 Kommentar zu "Luftfahrt: Lufthansa-Großaktionär Thiele verkauft Knorr-Bremse-Aktien"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich denke, dass die beiden "Retter" nicht miteinander zu vergleichen sind.
      Der eine (Herr Thiele) ist ein gestandener Unternehmer, mutig, sturmerprobt und lösungsorientiert) hat es aus einfachen Verhältnissen selbst geschafft und hat eine Vision, mit eigenem Geld die Lufthansa über diese schwierige Zeit zu bringen.
      Und der andere ist ein Schönwetterpolitiker ohne erkennbare Vision, der mit fremden Geld umgeht als ob es kein morgen gibt. Erst wird von Staats wegen eine Krise produziert, um dann den "Retter" zu spielen.

      Ich finde es ist ein gutes Zeichen für die Wirtschaft und das Unternehmertum in Deutschland, dass kleine Krisen von entsprechenden Persönlichkeiten gelöst werden.
      Wenn man so will als Signal, dass es auch in Deutschland möglich ist, durch eigene Leistung "es zu etwas zu bringen", auch ein Milliardenvermögen. Neid muss man sich erarbeiten - Mitleid bekommt man geschenkt.
      Die angestellten Manager rufen gerne nach dem Staat - hier riskiert keiner was.

      Ich drücke jedenfalls Herrn Thiele die Daumen, dass er seinen Plan angeht und sicher auch hinbekommt.
      Die Lufthansa hat ein gutes Geschäftsmodell und war und ist ein tolles Unternehmen, dass nicht zum Spatz mutieren darf um unter die Flügel von dem Nanny-Staat zu schlüpfen.

      Hut ab vor seiner Lebensleistung bisher und hoffentlich geht seine Erfolgsgeschichte weiter.

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