Luftfahrt Lufthansa rechnet bei Alitalia mit Brüsseler Druck

Die Lufthansa hat kein Interesse an Alitalia in der jetzigen Form. Die EU könnte jedoch laut Konzernchef Spohr bald zu einer Lösung drängen.
Update: 06.03.2018 - 15:59 Uhr Kommentieren
Noch immer kein Käufer für Alitalia. Die Lufthansa habe kein Interesse an der italienischen Airline, wenn diese nicht restrukturiert werde. Quelle: dpa
Krisen-Airline

Noch immer kein Käufer für Alitalia. Die Lufthansa habe kein Interesse an der italienischen Airline, wenn diese nicht restrukturiert werde.

(Foto: dpa)

BrüsselLufthansa rechnet mit steigendem Druck der Europäischen Kommission auf Italien wegen der krisengeschüttelten Fluggesellschaft Alitalia. „Ich bin sicher, Brüssel wird Zeitdruck aufbauen und eine Lösung erzwingen“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag in Brüssel. „Und dann werden wir prüfen, ob sich daraus Chancen für uns ergeben.“

Die Lufthansa sei nach wie vor nicht an Alitalia in der jetzigen Form interessiert. Die zum Verkauf stehende Fluggesellschaft müsse restrukturiert werden.

Der Vorstandschef rechnet in Europa mit weiteren Fusionen in der Branche: „Europa braucht mehr Konsolidierung und wird mehr Konsolidierung bekommen.“ Die Branche wurde im vergangenen Jahr durch die Pleiten von Air Berlin und Monarch durchgeschüttelt, während Alitalia im Frühjahr 2017 in die Insolvenz ging und steht seither unter staatlicher Verwaltung.

Auch die British-Airways-Mutter IAG ist nach den Worten ihres Vorstandschefs Willie Walsh an dem italienischen Unternehmen in seiner jetzigen Form nicht interessiert. „Ich denke, unser Fokus auf Italien ist organisches Wachstum – hauptsächlich durch Vueling“, sagte er und bezog sich dabei auf den ebenfalls zum Konzern gehörenden spanischen Billigflieger.

Easyjet-Chef Johan Lundgren – der einige Air-Berlin-Aktivitäten übernommen hat und diese derzeit in das Unternehmen integriert – schließt weitere Aktivitäten nicht aus. „Wie bei Air Berlin werden wir Chancen ergreifen, wenn sie richtig sind“, betonte er.

Lufthansa-Chef Spohr schaut sich auch nach neuen Fliegern um. Im Auge hat er dabei den A321LR von Airbus, eine Langstreckenversion des größten Schmalrumpfflugzeugs des europäischen Flugzeugbauers. „Es wurde noch keine Entscheidung getroffen“, sagte Spohr. „Sie können den Atlantik überqueren, aber sie schaffen es nicht, von Deutschland bis an die Ostküste zu kommen.“ Lufthansa führe ebenso Gespräche mit Airbus-Konkurrent Boeing. An den A380-Superjumbos von Airbus sei die Lufthansa nicht interessiert, auch wenn diese günstig zu haben wären.

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