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Luftfahrt Lufthansa sagt wegen UFO-Streik 1300 Flüge ab

Die Lufthansa streicht wegen des 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter insgesamt Flüge mit rund 180.000 betroffenen Passagieren. Zuvor war der Konzern vor Gericht unterlegen.
Update: 06.11.2019 - 19:53 Uhr Kommentieren
Bei der Lufthansa sollen am Donnerstag und Freitag rund 1300 Flüge ausfallen. Quelle: dpa
Abflugtafel in Frankfurt

Bei der Lufthansa sollen am Donnerstag und Freitag rund 1300 Flüge ausfallen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Lufthansa hat wegen des ab Donnerstag angekündigten 48-Stunden-Streiks der Flugbegleiter 1300 Flüge gestrichen. In dem am Mittwoch veröffentlichten Sonderflugplan fallen am Donnerstag 700 und am Freitag 600 von jeweils rund 3000 Verbindungen der gesamten Lufthansa-Gruppe aus, wie das Unternehmen mitteilte.

In der Grundzahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft UFO hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten. Den Kunden hat Lufthansa bereits umfangreiche und kostenfreie Umbuchungsmöglichkeiten angeboten.

Die Rechtsmittel gegen die Arbeitsniederlegung sind derweil erfolglos ausgeschöpft: Die Fluggesellschaft scheiterte am Abend vor dem Landesarbeitsgericht Hessen auch in zweiter Instanz mit dem Versuch, den Streik gerichtlich untersagen zu lassen. Die Berufung der Lufthansa gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts zur Zulässigkeit des Streiks werde zurückgewiesen, erklärte Richter Peter Gegenwart am Mittwoch in Frankfurt.

Bereits am Mittwochmorgen hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz den Eilantrag des Unternehmens gegen den Streik abgelehnt. Nach kursorischer Einschätzung seien die Tarifverträge korrekt gekündigt worden und der Streikbeschluss gültig, erklärte die Vorsitzende Richterin.

Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnte die Richterin ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der UFO ohne Außenwirkung. Es gebe auch keine offenkundigen Zweifel an der Tariffähigkeit, die das Bundesarbeitsgericht der UFO zuletzt in einem Urteil von 2014 bestätigt habe.

Der Gewerkschafts-Vizevorsitzende Daniel Flohr sagte die Teilnahme an dem für Mittwochabend angesetzten Krisengespräch mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr ab, da man mit der Berufung beschäftigt sei. Er schätze das Gespräch, an dem auch Vertreter der Verdi und der in Gründung befindlichen Cabin Union teilnehmen sollten, ohnehin als „PR-Coup“ des Lufthansa-Chefs ein. Eine Lösung der Probleme sei dort nicht zu erwarten.

In der Gerichtsverhandlung hatte Lufthansa der Gewerkschaft noch sofortige Vorverhandlungen zu tariflichen Themen angeboten, die aber erst mit dem neu zu wählenden UFO-Vorstand ab dem 15.2.2020 finalisiert werden könnten. Den jetzigen Vorstand lehne man weiterhin als nicht vertretungsberechtigt ab, erklärte der Lufthansa-Anwalt. UFO verlangte hingegen sofortige Tarifverhandlungen auf Augenhöhe mit dem aktuellen Vorstand.

Gewerkschaft UFO ruft 48-Stunden-Streik bei Lufthansa aus

Als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des UFO-Vorstands hinausliefe. Die Gewerkschaft würde dies befürworten, sagte ihr Sprecher Nicoley Baublies der Deutschen Presse-Agentur.

UFO fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob UFO überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Zumindest angedroht ist zudem die Ausweitung auf vier weitere deutsche Flugbetriebe des Konzerns inklusive der Eurowings. Für diese Flugbetriebe gibt es jeweils separate Tarifforderungen.

Mehr: Carsten Spohr sucht vor dem Streik der Flugbegleiter das Gespräch. Er hat Spitzenvertreter der Gewerkschaften für Mittwochabend zum Gespräch eingeladen.

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
  • rtr
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