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Luftfahrt Lufthansa Technik rutscht tief ins Minus – Wartungsgeschäft als Hoffnungsschimmer

Die Coronakrise hat auch die Lufthansa-Tochter hart erwischt. Im Wartungsgeschäft verlor die Technik-Sparte weniger Kunden verloren als befürchtet.
08.03.2021 Update: 08.03.2021 - 16:19 Uhr Kommentieren
Im abgelaufenen Jahr betreute die in Hamburg ansässige Wartungstochter der Lufthansa mehr als 4500 Flugzeuge. Quelle: Bloomberg
Lufthansa Technik

Im abgelaufenen Jahr betreute die in Hamburg ansässige Wartungstochter der Lufthansa mehr als 4500 Flugzeuge.

(Foto: Bloomberg)

Hamburg Die in der Coronakrise schwer gebeutelte Lufthansa rechnet im Wartungsgeschäft nicht mit einer schnellen Erholung. „Wir gehen davon aus, dass der MRO-Markt frühestens Ende 2023 oder Anfang 2024 wieder das Niveau von 2019 erreichen können wird“, sagte Johannes Bußmann, Chef der Tochtergesellschaft Lufthansa Technik, am Montag.

Die Nachfrage nach Wartungen, Reparaturen und der Überholung (MRO) von Flugzeugen sei nicht nur von der Stilllegung ganzer Flotten in der Pandemie betroffen. Die Airlines nutzten die Krise auch, um ihre Flottenstrategie zu ändern. Ältere, weniger Treibstoff-effiziente Maschinen würden aus dem Dienst genommen und die Auslieferung neuer Jets verzögert oder storniert. Der Trend zu kleineren Flugzeugen setze sich fort.

Dagegen hätten sich Befürchtungen, dass die Krise zahlreiche Airlines in den Ruin treiben werde, nicht bewahrheitet. Wegen der Rettungsprogramme vieler Regierungen habe es bisher kaum Insolvenzen gegeben. Da viele dieser Programme 2021 ausliefen, könnte die Branche in diesem oder im nächsten Jahr eine weitere Auslese erleben. Lufthansa Technik sehe sich dabei in einer guten Ausgangsposition.

Die in den Vorjahren eingegangen Kooperationen mit den führenden Flugzeug-, Triebwerks- und Komponentenherstellern bei den neuen Flugzeugmustern gäben der Lufthansa-Tochter einen gewissen Vorsprung. „Denn es sind aktuell besonders die neuen, spritsparenden Flugzeugtypen, die in der Krise eingesetzt werden und dann auch entsprechend gewartet werden müssen“, erläuterte Bußmann. Einen weiteren Anschub für das eigene Geschäft erwartet das Unternehmen durch die Digitalisierung, die die Fluggesellschaften in der Krise vorantreiben, um die Kosten zu senken.

Kundenzahl kaum gesunken

Im vergangenen Corona-Jahr verlor Lufthansa Technik weniger Kunden als befürchtet. Obwohl viele Airlines ihre Flugzeugflotten wegen der Pandemie weitgehend am Boden lassen mussten, zählte das Wartungsunternehmen zum Jahresende noch 830 Kunden, nur etwa 20 weniger als 2019. Im abgelaufenen Jahr betreute das in Hamburg ansässige Unternehmen mehr als 4500 Flugzeuge. 16 neue Kunden seien gewonnen und über 500 neue Verträge mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro für 2021 und die Folgejahre geschlossen worden.

Im Rekordjahr 2019 hatte Lufthansa Technik rund 5000 Flugzeuge unter Vertrag. Damals wurden 25 neue Kunden gewonnen und 625 Verträge mit einem Neugeschäft von 4,1 Milliarden Euro geschlossen. Die Differenz im Volumen ist so groß, weil die Airlines in der Krise kleinere Verträge schlossen. Das liegt auch an der großen Unsicherheit. Niemand weiß, wann und wie stark sich die Luftfahrt erholen wird. Ein neues Standbein erarbeitete sich die Lufthansa-Tochter im Krisen-Jahr mit der Umrüstung von Passagierjets in Behelfsfrachter und Park- und Lagerdienstleistungen für stillgelegte Flugzeuge, Triebwerke und Komponenten.

Trotz der stabilen Kundenzahl wurde die Techniktochter von den Pandemie-Folgen hart getroffen und schrieb tiefrote Zahlen: Für 2020 weist das Unternehmen einen bereinigten Betriebsverlust von 383 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte noch ein operatives Ergebnis von 463 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Der Umsatz brach um 43 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ein. Über 3000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs, darunter auch rund 1900 Leiharbeiter. Zahlreiche Investitionen mussten gestoppt oder verschoben werden. Im zweiten Halbjahr legte das Unternehmen ein Sparprogramm auf. Unter anderem soll die Struktur schlanker und effizienter werden. Ein Sparvolumen nannte Lufthansa Technik nicht.

Mehr: Umbau der Lufthansa: Diese Konzernteile stehen zum Verkauf

  • rtr
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