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Luftfahrt Rettung für Condor naht – durch Staatsgelder

Die Hinweise verdichten sich, dass die Ferienfluggesellschaft Condor neue Finanzhilfen vom Staat bekommt. Doch die Sache ist kompliziert. Condor braucht definitiv einen neuen Eigner.
21.04.2020 - 11:27 Uhr 3 Kommentare
Nur noch einige Urlaubsrückkehrer und Erntehelfer hat Condor geflogen, viele Jets mussten wegen Corona aber geparkt werden. Quelle: AP
Condor-Jets am Flughafen Düsseldorf

Nur noch einige Urlaubsrückkehrer und Erntehelfer hat Condor geflogen, viele Jets mussten wegen Corona aber geparkt werden.

(Foto: AP)

Frankfurt Seit Tagen wird mit Hochdruck verhandelt und gesprochen, doch nun zeichnet sich eine Lösung für die Ferienfluggesellschaft Condor ab. Nach Informationen aus Branchenkreisen dürfen Condor-Chef Ralf Teckentrup und sein Team sowie Sachwalter Lucas Flöther auf erneute Finanzmittel des Staates hoffen.

Der Fall sei allerdings komplex, und es müssten noch einige Details geklärt werden. „Der Vollzug naht aber“, heißt es in verhandlungsnahen Kreisen. Offiziell verweisen die Beteiligten bei der Airline und auch in der Regierung seit Tagen auf die laufenden Gespräche, ohne Details zu nennen.

Die Informationen, die bislang durchsickern, sind an einigen Stellen noch etwas schwammig, eine Tendenz ist aber erkennbar. So dürfte der vom Bund und dem Land Hessen im vergangenen Jahr nach der Pleite der Condor-Mutter Thomas Cook genehmigte Bürgschaftskredit über 380 Millionen Euro verlängert werden. Das berichtet auch die Nachrichtenagentur Reuters.

Darüber hinaus soll Condor zusätzliche Mittel bekommen, um die Coronakrise zu meistern. Reuters spricht von rund 200 Millionen Euro. Das wäre die Summe, die das Unternehmen nach Brancheninformationen aus dem allgemeinen Corona-Hilfsprogramm der Regierung beantragt hat.

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    Dass man Hilfen aus diesem Programm beantragt hat, bestätigt das Unternehmen, eine Summe wird allerdings nicht genannt. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wiederum berichtet von der Variante, dass der Überbrückungskredit von 380 auf rund 550 Millionen Euro aufgestockt werden könnte.

    Schwierige Lage

    Condor war zunächst im vergangenen Jahr durch die Insolvenz der Mutter Thomas Cook in eine schwierige Situation geraten. Das Unternehmen mit seinen rund 4900 Mitarbeitern war dann unter den Schutzschirm geflüchtet: Er schützt für sechs Monate vor den Forderungen der Gläubiger und räumt damit Zeit ein, einen neuen Eigentümer zu finden oder die Zukunft anderweitig zu sichern.

    Bei Condor hatte sich die polnische PGL, die Mutter der Airline LOT durchgesetzt. Doch wegen der Coronakrise war sie vor wenigen Tagen vom Kauf zurückgetreten, womit Condor nun einen neuen Plan braucht. Eigentlich hätte der Bürgschaftskredit am vergangenen Freitag zurückgezahlt werden sollen, danach hätte Condor das Schutzschirmverfahren verlassen wollen.

    Unabhängig davon, wie genau das Hilfspaket am Ende aussehen wird, ist klar, dass die Finanzhilfen nur ein Bestandteil des neuen Rettungsplans sein können. Denn Condor braucht einen neuen Eigentümer.

    Den in diesen Wochen zu finden, dürfte sehr schwerfallen. Alle Airlines haben ihr Angebot massiv zurückgefahren, viele brauchen die Unterstützung ihrer jeweiligen Regierungen. Eine Übernahme zu finanzieren, während man zum Beispiel Staatshilfe bekommt, ist zumindest zunächst kaum vorstellbar.

    Deshalb muss Condor vorerst „zwischengeparkt“ werden. Im Gespräch ist hierfür wohl eine Treuhandlösung. Der direkte Einstieg des Staates bei Condor, über den vor einigen Wochen berichtet wurde, scheint aktuell keine Option zu sein.

    Großzügigkeit aus Brüssel möglich

    Allerdings dürfte der Staat bei der Bestimmung des Treuhänders mitreden, da er die finanziellen Mittel stellt. Das Konstrukt wäre also eine Art indirekte Beteiligung des Staates.

    Dafür wiederum muss sich die Regierung die Zustimmung der EU-Kommission holen. Eigentlich ist es nicht erlaubt, eine Airline innerhalb von zehn Jahren zweimal mit Staatshilfen aufzufangen.

    Aber die Wettbewerbsbehörden in Brüssel haben bereits grundsätzlich signalisiert, dass sie einer „Verstaatlichung“ von Fluggesellschaften, wie sie etwa in Italien mit Alitalia geplant ist, nicht entgegen stehen werden. Man darf hier also auf eine gewisse Großzügigkeit hoffen.

    Diese Optionen wären allerdings nur eine vorübergehende Lösung für Condor. Die eigentliche Herausforderung bleibt: Es muss ein neuer Eigentümer gefunden werden – und das in einer Branche, in der man davon ausgeht, dass die Coronakrise sich noch bis ins kommende Jahr auswirken wird. Auch deshalb gilt ein Verkauf der Airline an Finanzinvestoren als eine der möglichen Optionen.

    Mehr: Airlines kämpfen um das Überleben.

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    3 Kommentare zu "Luftfahrt: Rettung für Condor naht – durch Staatsgelder"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Auf die paar Euro kommt es jetzt auch nicht mehr an..!

    • Das Geld kann man auch gleich in den Ofen machen. Dann macht es wenigsten einmal warm.

    • Die Überschrift wäre besser, wenn sie "durch Steuergelder" lauten würde. Der Euphemismus ist doch unnötig.

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