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Luftfahrt Streit um Zubringerflüge: Condor legt Beschwerde gegen Lufthansa ein

Die Airline wirft dem Konkurrenten wegen der Kündigung einer Kooperation den Missbrauch der eigenen Marktposition vor. Die Lufthansa verweist auf die geringe Auslastung eigener Jets.
11.01.2021 - 14:57 Uhr 1 Kommentar
Die Ferienfluggesellschaft Condor wirft Lufthansa Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vor. Quelle: imago images/Arnulf Hettrich
Condor-Jet im Anflug auf Frankfurt

Die Ferienfluggesellschaft Condor wirft Lufthansa Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vor.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Frankfurt Das Management der Ferienfluggesellschaft Condor hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Lufthansa eingelegt. Der Vorwurf lautet auf Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung. Eine Condor-Sprecherin bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts.

Condor habe eine Beschwerde gegen die Kündigung der kommerziellen Vereinbarung für Zubringerflüge durch die Lufthansa Group beim Bundeskartellamt eingereicht, sagte die Sprecherin: „Dieser Schritt ist erforderlich geworden, da Lufthansa eine breit angelegte Missbrauchsstrategie fortgesetzt hat, indem sie ihre Monopolstellung im innerdeutschen Verkehr sowie ihre marktbeherrschende Stellung im europäischen Verkehr ausnutzt.“

Hintergrund ist die Kündigung des sogenannten Special Prorate Agreement mit Condor zum Juni 2021 durch die Lufthansa. Es erlaubt Condor bisher, Zubringerflüge der Lufthansa über die eigenen Vertriebskanäle zu vermarkten und so eine durchgehende Urlaubsreise anzubieten.

Condor konnte sich über die Vereinbarung feste Kontingente zu festen Preisen vorab sichern. Das ist notwendig, denn nur so können Reisebüros den kompletten Urlaubstrip als Paket anbieten und vor allem frühzeitig vermarkten. Condor ist zudem auf ein Zubringernetz angewiesen, um die eigenen Langstreckenflugzeuge zu füllen.

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    Die Lufthansa begründet den Schritt damit, dass es das vorrangige Ziel sei, in der aktuellen Krise die eigenen Jets auszulasten. Der Konzern will mit der neuen Plattform „Ocean“ selbst größer in das Geschäft mit Ferienflügen einsteigen. Sowohl Lufthansa als auch Condor wurden mit Staatshilfen vor dem Aus gerettet. Der Streit zwischen den beiden zeigt, welche Wettbewerbsprobleme diese besondere Situation mit sich bringt.

    Langstreckenflüge werden für Condor zum Problem

    Condor will bis Juni Ersatz für Zubringerflüge suchen. Doch das ist gar nicht so einfach: Die Lufthansa besitzt in Deutschland traditionell eine starke Marktposition und das mit Abstand dichteste Zubringernetz. Diese Flüge gelten als sogenannter vorgelagerter Markt, ohne den der nachgelagerte der Langstreckenverbindungen nicht funktioniert.

    Für Condor bedeutet das: Ohne Ersatz für die Zubringer der Lufthansa wird es schwer werden, künftig die Langstreckenflüge zu vermarkten und auszulasten.

    Dennoch hält die Lufthansa das eigene Vorgehen für rechtlich gesichert. Mit der Maßnahme solle die Auslastung auf Strecken wie etwa nach Palma de Mallorca, Heraklion, Kos oder auch Seattle, Vancouver und Cancun gesichert werden. Diese Strecken bedient die Lufthansa mit ihren eigenen Flugzeugen.

    Mehr: Lufthansa kündigt langjährige Partnerschaft mit Condor

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    1 Kommentar zu "Luftfahrt: Streit um Zubringerflüge: Condor legt Beschwerde gegen Lufthansa ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Neben Flugzeugen gibt noch andere Zubringermöglichkeiten für Condor, z. B. Bahn und Bus.
      Ich vermute, mit der Monopolargumentation kann es schwierig werden.

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