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Lufthansa-Beteiligung Sunexpress legt Streit mit Gewerkschaften um Wahl eines Betriebsrats bei

Das Management einigt sich mit den Arbeitnehmern auf Gespräche über einen Tarifvertrag – die Basis für die künftige Mitbestimmung des fliegenden Personals.
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Die Airline fliegt auch für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Quelle: dpa
Sunexpress Deutschland

Die Airline fliegt auch für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings.

(Foto: dpa)

FrankfurtEnde eines belastenden Streits: Die Fluggesellschaft Sunexpress Deutschland, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, hat sich mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (Piloten) und UFO (Flugbegleiter) auf Verhandlungen über einen Tarifvertrag geeinigt, mit dem die künftige Mitbestimmung des fliegenden Personal geregelt werden soll.

Das bestätigten die Arbeitnehmervertreter und das Unternehmen. Damit ist eine wochenlange Auseinandersetzung vorerst beigelegt, die sogar schon vor Gericht gelandet war.

Das Management war gerichtlich gegen die geplante Wahl eines Betriebsrates vorgegangen. In zwei Instanzen hatten die Arbeitsrichter dem Management dabei Recht gegeben. Das mag auf den ersten Blick überraschend klingen. Denn die Wahl eines Betriebsrates ist in Deutschland für Unternehmen ab einer gewissen Größe arbeitsrechtlich verpflichtend, kann also eigentlich nicht verhindert werden.

Doch für das fliegende Personal formuliert das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) eine Sonderregelung, die allerdings unter Experten durchaus umstritten ist. Danach kann ein Betriebsrat oder eine Personalvertretung nur nach einem zuvor geschlossenen Tarifvertrag gewählt werden. Grund dafür ist die Tatsache, dass das Personal selten vor Ort ist.

Der Streit hatte zuletzt die Gemüter heftig bewegt. So hatte Sunexpress-Chef Jens Bischof erst kürzlich gegenüber dem Handelsblatt die Tonalität auf Seiten der Gewerkschaften kritisiert. Sunexpress sei eine kleine Airline, jeder kenne jeden und das Unternehmen habe klare Regelungen für Arbeitszeiten, Freizeit, für den Fall von Krankheiten.

„Wir haben also geregelt, was auch ein Tarifvertrag regelt. Und wir möchten den Austausch mit den Mitarbeitern weiter direkt – ohne Dritte am Tisch pflegen“, so Bischof weiter. Außerdem werde das Ansinnen vor allem von Gewerkschaften in das Unternehmen getragen, nicht von eigenen Mitarbeitern.

Sunexpress plant mit starkem Wachstum

Dass die Sunexpress-Spitze nun doch den Weg für Tarifverhandlungen über eine Personalvertretung frei macht, dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kürzlich angekündigt, gesetzliche Voraussetzungen schaffen zu wollen, die eine einfachere Wahl eines Betriebsrates bei Fluggesellschaften ermöglichen.

Er hatte dabei zwar vor allem den irischen Billig-Anbieter Ryanair im Blick, bei dem seit Monaten um Tarifverträge und Mitbestimmung gefochten wird. Doch eine solche Regelung würde auch Sunexpress treffen. Gleichzeitig habe sich das Management aber auch vorher schon in Gesprächen mit den Gewerkschaften befunden, betont man auf Unternehmensseite.

Dahinter steht wohl die Erfahrungen, dass Verhandlungen immer noch die beste Lösung eines Konfliktes bringen. Sunexpress plant mit einem starken Wachstum, fliegt zudem für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Ein langer Streit mit Gewerkschaften passt nicht so gut in dieses Szenario.

Termine für die Gespräche gibt es nach Aussage einer Sunexpress-Sprecherin noch nicht, auch sei das Ergebnis offen. Auf Gewerkschaftsseite gibt man sich abr zuversichtlich. „Wir begrüßen die Bereitschaft der Sunexpress sehr, endlich über die Einsetzung einer Personalvertretung zu verhandeln“, sagte Markus Germann, der Tarifexperte der Pilotengewerkschaft VC. Damit werde die mitbestimmungsfreie Zeit in diesem bedeutenden Flugbetrieb enden.

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