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Lufthansa-Hauptversammlung Spohr muss „die Zitrone ausquetschen“

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Spohr muss sich mit den Piloten einigen

Das kann die neue Klasse der Lufthansa
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Jahrelange wurde bei der Lufthansa über die Einführung einer neuen Sitzklasse diskutiert, bis eine Entscheidung fiel. Auf der Touristikmesse ITB in Berlin wurde die Premium Economy jetzt präsentiert. Als erstes werden in der Langstreckenflotte der Lufthansa die Boeing 747-800 (im Bild eine Maschine auf der Internationalen Luftfahrtstellung in Berlin 2012) umgerüstet. Die neue Klasse ist ab Mai buchbar, die ersten Flieger sollen ab November 2014 abheben.

(Foto: AFP)
Lufthansa
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Viele Konkurrenten wie Air France oder British Airways haben die neue Sitzklasse zwischen Economy und Business teilweise schon vor Jahrzehnten eingeführt. Die Lufthansa befürchtete hingegen, dass zu viele Geschäftsreisende auf die billigere „Premium Eco“ umsteigen würde, die bequemer ist als die normale Economy. Doch mittlerweile passt die Klasse für die Lufthanseaten dazwischen.

(Foto: dpa)
Premium Economy Class A340 Cabin View 2
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Zum einen verbessert die Lufthansa gerade ihre Business-Klasse, zum anderen dürfen in den letzten Jahren immer weniger Geschäftsreisende aufgrund von Reiserichtlinien die Business buchen. Die Lufthansa wolle jetzt diese „Kunden zurückgewinnen“, sagte Bereichsvorstand Jens Bischof der „Süddeutschen Zeitung“. Außerdem will die Airline mit der neuen Klasse einen Schritt in Richtung des Fünf-Sterne-Rankings machen, das sie anstrebt. Hier ein Blick in die Musterkabine der Boeing 747-8.

(Foto: PR)
Premium Economy Class Cabin view
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Bereits im Sommer 2015 soll die gesamte Langstreckenflotte der Lufthansa umgerüstet sein. Dann geht die Airline auf rund zwei Dritteln der Flüge mit vier Klassen an den Start. Auf den restlichen Verbindungen fehlt mangels Nachfrage die First Class. „Wir rechnen mit über 1,5 Millionen Fluggästen pro Jahr in unserer neuen Premium Economy Class“, sagt Bereichsvorstand Bischof.

(Foto: PR)
Premium Economy Class pouch
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Durch die neue Bestuhlung geht der Lufthansa Platz verloren – in einer Boeing 747-8 sitzen in einer Reihe der „Premium Eco“ nur acht Passagiere, in der normalen Economy-Klasse sind es zehn. Dafür nimmt die Airline Aufschläge: Die Preise sollen nach Unternehmensangaben aber näher an der Economy- als an der Business-Klasse liegen. Auf einem Flug über den Atlantik oder nach Asien beträgt der Aufschlag laut Lufthansa rund 600 Euro (Hin- und Rückflug).

(Foto: PR)
Premium Economy Class window view
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Die Premium Economy will vor allem mit mehr Platz punkten. Der Sitzabstand beträgt 96,5 Zentimeter – das sind knapp 18 Zentimeter mehr als der Industriestandard. Auch in der Breite verspricht die Lufthansa mehr „Freiraum“...

(Foto: PR)
Premium Economy Double Seat front view
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Mit dem Nebensitzer muss der Passagier in der Economy Plus sich nicht länger eine Armlehne teilen, dort gibt es zwei in der Mittelkonsole. Außerdem sind die Sessel bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy. Die Kopfstütze ist an den Seiten klappbar.

(Foto: PR)

Trotz des Sparprogramms wird Spohr weiter nach Sparpotenzialen suchen müssen, wie sein Vorgänger Franz ihm bereits mit auf den Weg gab. „Wir schauen uns an, was nach 2015 getan werden kann“, sagte der Wahl-Schweizer zuletzt. „Ich glaube nicht, dass wir die Zitrone bereits ausgequetscht haben.“ Die Marge von drei Prozent zeige, „dass wir uns mit dem Erreichten nicht zufriedengeben können und dass weiterer Handlungsbedarf besteht“, sagt er am Dienstag.

Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment kann dem nur zustimmen: „Wenn es wieder zu einer schweren Krise kommen sollte, gibt es kaum einen Puffer und die Existenz der Lufthansa wäre infrage gestellt“, warnt der Lufthansa-Kenner im Interview mit Handelsblatt Online. „Es ist schon erstaunlich, wie schwach die Marge ist.“

Spohr muss nicht nur das Ergebnis verbessern, sondern auch eine neue Strategie entwickeln. „Für ihn geht es vor allem um die langfristige Weiterentwicklung“, sagt Speich. „Die Lufthansa verliert mit ihrer Premiumpreisstrategie momentan an Boden. Das Produkt glänzt nicht so stark, wie der Preis es suggeriert.“ Emirates und Co. lassen grüßen.

Zunächst muss sich der neue Chef aber mit internen Problemen rumschlagen. Die Lufthansa und ihre Piloten kommen im Tarifstreit bisher nicht zueinander. Ein neuerlicher Streik droht, nachdem das fliegende Personal die Airline mit ihrem dreitägigen Ausstand Anfang April bereits hart getroffen hatte. Franz bezifferte die Kosten dafür auf rund 45 Millionen Euro.

Von den Aktionärsvertretern gab es für die rund 5400 Piloten teils herbe Kritik. Ein Pilot verteidigte das Vorgehen vor den Anteilseignern. Man werde im Unternehmen nicht als unsolidarisch wahrgenommen, sagt er. Den Streit um die Pensionsregelungen fechte man stellvertretend für weitere Berufsgruppen aus. Man ringe zäh am Verhandlungstisch mit der Vereinigung Cockpit, sagt Franz. Es brauche einen Abschluss, „der zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit des Unternehmens beiträgt.“ Auch das wird Spohr richten müssen.

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