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Lufthansa Nachwuchspiloten wollen auf Einstellung klagen

Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft besteht seit Anfang 2014 ein faktischer Einstellungsstopp. Mehrere Nachwuchspiloten wollen sich nun einklagen. Sie argumentieren mit Personal-Engpässen.
03.02.2016 - 17:45 Uhr
Neue Piloten sind in den vergangenen Monaten nur bei Lufthansa-Töchtern eingestellt worden, die nicht unter den Konzerntarifvertrag fallen. Quelle: dpa
Lufthansa-Personal

Neue Piloten sind in den vergangenen Monaten nur bei Lufthansa-Töchtern eingestellt worden, die nicht unter den Konzerntarifvertrag fallen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wegen des ungeklärten Tarifkonflikts mit ihren Piloten droht der Lufthansa neuer juristischer Ärger. Mehrere von der Fluggesellschaft selbst ausgebildete Nachwuchspiloten wollen auf eine Einstellung klagen, wie ihre Anwältin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt bestätigte. Voraussichtlich noch in diesem Monat werde sie beim Arbeitsgericht Frankfurt mehrere Klagen gegen den Dax-Konzern einreichen.

Nach Auffassung der Flugschüler hat sich die Lufthansa im Ausbildungsvertrag verpflichtet, sie für die beiden abschließenden Ausbildungsstufen einzustellen, sofern Bedarf an zusätzlichen Piloten besteht. Dieser sei unbestreitbar, weil Lufthansa-Piloten regelmäßig Überstunden leisten müssten und ihnen Teilzeit-Beschäftigungen verweigert würden, sagte die Anwältin.

Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft besteht seit Anfang 2014 ein faktischer Einstellungsstopp, weil dem Unternehmen die Kostenstruktur des dort geltenden Konzerntarifvertrags (KTV) zu teuer ist. Das ist auch Hintergrund des seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikts mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), der bereits zu 13 Streiks geführt hat. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat wiederholt klar gemacht, dass zu den aktuellen Bedingungen des KTV kein Pilot mehr eingestellt werde.

Neue Piloten sind in den vergangenen Monaten nur bei Lufthansa-Töchtern eingestellt worden, die nicht unter den Konzerntarifvertrag fallen, wie zum Beispiel Eurowings oder Austrian. Der Konzern bestreitet zudem die von den Klägern behaupteten Personal- Engpässe bei der Lufthansa-Mutter. Es habe im vergangenen Jahr keinen signifikanten Anstieg der Mehrflugstunden gegeben, betonte ein Unternehmenssprecher. Teilzeitmodelle seien auch früher schon je nach Bedarf auf einzelnen Flugzeug-Typen gelegentlich abgelehnt worden.

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