Lufthansa Piloten streiken auch am Samstag

Die Lufthansa-Piloten wollen auch am Samstag streiken. Betroffen sind alle Langstreckenverbindungen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen. Im festgefahrenen Tarifkonflikt ist derzeit keine Lösung in Sicht.
Update: 24.11.2016 - 18:26 Uhr 7 Kommentare

Pilotenstreik bis Freitag: Passagiere sind über Flugausfälle verärgert

Pilotenstreik bis Freitag: Passagiere sind über Flugausfälle verärgert

FrankfurtFür die Fluggäste der Lufthansa kommt es immer dicker. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wird nun auch am Samstag streiken, wie sie am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Betroffen sind alle Langstreckenflüge, die an diesem Tag von Deutschland aus starten sollen.

Die VC betonte, gerade in dem Bereich, in dem die angeblich überbezahlten Piloten beschäftigt sind, verdiene die Lufthansa gutes Geld. „Eine Schlichtung nach mehr als vier Jahren Verhandlungen macht nur dann Sinn, wenn der ernsthafte Wille an einem solchen Kompromiss nicht durch Scheinangebote konterkariert wird“, betonte der VC-Vorsitzende Tarifpolitik, Ingolf Schumacher.

Bereits an diesem Freitag fallen wegen des Pilotenstreiks bei Lufthansa erneut 830 Flüge aus. Am dritten Streiktag hintereinander sind dieses Mal nahezu ausschließlich Kurz- und Mittelstrecken betroffen, mit zusammen rund 100.000 Passagieren, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Anders als an den Vortagen werde die Langstrecke „nahezu planmäßig durchgeführt“. „Insgesamt sind an den drei Streiktagen mehr als 315.000 Passagiere von 2618 Flugausfällen betroffen“, resümierte die Fluggesellschaft. Nur wenige Fluggäste wichen auf die Bahn aus.

Der Dax-Konzern forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit Nachdruck dazu auf, nach der 14. Streikrunde einer Schlichtung zuzustimmen. „Wir sind als Vorstand für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein“, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister.

In dem bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt für die rund 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Hohmeister nannte das „abstrus“ und „völlig unakzeptabel“. Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme ein Imageschaden, der nicht genau zu beziffern sei. „Wir merken das aber in unseren mittelfristigen Buchungszahlen.“

Die VC verteidigte ihr Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management weiter keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe. Sprecher Jörg Handwerk warf dem Vorstand eine „kompromisslose Unternehmenspolitik“ vor. Die Piloten lehnen eine Schlichtung bisher ab und kritisieren das aus ihrer Sicht zu niedrige Angebot der Lufthansa.

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  • dpa
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7 Kommentare zu "Lufthansa: Piloten streiken auch am Samstag"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

  • Z. Bsp. bei 1000 LH Aktien a 0,50 € Dividende pro Aktie (Aktienkurs 12,13 €) in 2015, waren das für den Shareholder immerhin 500 € Dividende vor Steuern, sprich 4,12 % Rendite.

  • Hier die LH-Konzernzahlen für 2015:
    https://investor-relations.lufthansagroup.com/fakten-zum-unternehmen/kennzahlen/lufthansa-group.html

  • Egal ob bei den Piloten oder anderen Berufsgruppen.

  • Es geht sicherlich nicht um schlechtere oder bessere Piloten, sondern darum, dass die Piloten, wie jeder andere angestellte Arbeitnehmer auch, Gehaltssteigerungen einfordert. Schauen Sie sich einfach das Video der Vereinigung Cockpit an, dort wird nachvollziehbar begründet, wieso die Piloten sich für Streiks aussprechen.
    Natürlich sind die Leute gut bezahlt, aberwarum sollten sie dann nicht das gleiche Recht auf Gehaltssteigerungen haben, wie alle anderen angestellt Beschäftigten auch? Nur weil sie jetzt bereits gut verdienen, heisst da ja nicht zwangsläufig, dass sie jahrelang keine Gehaltszuwächse erhalten. Vor allem auch in Anbetracht der Gewinne beim Lufthansakonzern. Würde der Konzern rote Zahlen schreiben, wären die Piloten sicherlich bereit, auch weitere Nullrunden zu akzeptieren. Wenn aber der Konzern wirtschaftlich sehr gut dasteht und dann am Personal einsparen will, nur um Kunden und Sharefolder zu bedienen, ist das nicht in Ordnung. Da bin ich voll auf der Seite der Piloten, auch wenn sie im verhältnis zu mir, Topverdiener sind. Warum soll ich auf die Piloten neidisch sein, sie machen einen guten Job und sollen deshalb auch leistungsgerecht bezahlt werden. Genau dass ist nämlich auch das Problem in der heutigen Arbeitswelt. Man hat in diesem Land so langsam den Eindruck, dass selbst geschenkt noch zu teuer ist. Übrigens nimmt auch bei den Piloten die Leiharbeit (über Broker) immer mehr zu. Ich finde es gut, dass eine Berufsgruppe klare Kante zeigt. Letztlich sitzen die Piloten am längeren Hebel. Wenn sie nicht fliegen, wird der LH-Konzern in Schwierigkeiten kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Wenn die Piloten hart bleiben, wird die Konzernspitze nachgeben, man muss dass jetzt einfach durchziehen. Vor allem sollten die Kunden, von welchen viele ja auch angestellte Arbeitnehmer sind, sich nicht über die Flugausfälle beschweren, sondern sich solidarisieren. Gewerkschaften müssen wieder eine starke Vertretung der Arbeitnehmerinteressen darstellen.

  • Sind z.B. Ryanair-Piloten schlechter als Lufthansa-Piloten?
    Wenn das nicht so ist, sollte die LH-Geschäftsführung darüber nachdenken, die Streikenden zu feuern und sich aus dem Ryanair-Pool zu bedienen.
    Was rechtfertigt höhere Bezüge bei LH, wenn man mal von hochnäsigem Pfründedenken absieht?

  • „Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.“

    Richtig wäre für die letzten 5 1/2 Jahre, warum schreibt man dies nicht dazu?

    Hier gibts im Video der VC die Gründe:
    http://www.vcockpit.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/news/video-zur-pk-der-vereinigung-cockpit-zum-scheitern-der-verguetungsverhandlungen-bei-lh.html

    Somit kann man auch die Anliegen der Piloten und deren Begründungen für die Gehaltssteigerungen erfahren, die hier im Handelsblatt mal wieder komplett untergehen und verschwiegen werden. Schade, dass die Medien weiterhin nichts dazulernen und weiter einseitig pro LH-Managementspitze berichten.

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