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Lufthansa-Streik gestoppt Piloten müssen sofort zur Arbeit

Das Hessische Landesarbeitsgericht überrascht die Vereinigung Cockpit: Der Pilotenstreik bei der Lufthansa wird vorerst gestoppt. Die Begründung bricht mit der bisherigen Rechtsprechung.
09.09.2015 Update: 09.09.2015 - 18:03 Uhr 9 Kommentare

Lufthansa-Piloten dürfen nicht streiken

Frankfurt/Main/Berlin Die Piloten der Lufthansa bestreiken seit Mitternacht Flüge auf den Kurz- und Mittelstrecken. Am Dienstag hatten sie ihre Arbeitsniederlegung noch auf Fernflüge beschränkt. Auf den nun bis Mittwoch 24.00 Uhr betroffenen Kurz- und Mittelstrecken verkehren sehr viel mehr Flugzeuge als auf den Langstrecken. Von den insgesamt 1520 Flügen fallen nach Angaben des Unternehmens rund 1000 aus. Betroffen seien etwa 140.000 Passagiere.

Nun hat das Hessische Landesarbeitsgericht den Pilotenstreik vorerst gestoppt. Die Lufthansa hatte den Antrag eingereicht, nachdem die Gewerkschaft die bereits 13. Streikrunde in dem seit langem schwelenden Tarifkonflikt eingeläutet hatte. Das Landesarbeitsgericht entschied damit am Mittwoch anders als das Arbeitsgericht Frankfurt am Dienstag.

Die Lufthansa wirft der VC vor, einen „Mogel-Streik“ zu führen. Tatsächlich gehe es ihr gar nicht vorrangig um die Übergangsversorgung der Piloten, sondern um das Lufthansa-Billigkonzept „Wings“. Scheinbar ist die Fluggesellschaft damit bei Gericht durchgedrungen. In der Begründung verweist das Landesarbeitsgericht darauf, dass sich der Streik auch gegen das „Wings“-Konzept – also den Aufbau der Billig-Plattform Eurowings – richtet und damit ein tariflich nicht regelbares Ziel verfolgt.

Zwar macht die Pilotengewerkschaft seit einigen Tagen auch offiziell keinen Hehl mehr daraus, dass es ihr im Kern um das Thema Eurowings geht. So begründete sie den jüngsten Abbruch der Verhandlungen mit dem Management damit, dass dieses sich weigert, den Aufbau von Eurowings vorerst auszusetzen.

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    Doch in der bisherigen Rechtsprechung der Arbeitsgerichte war für ein Streikverbot ausschließlich der Streikaufruf und dessen Inhalt maßgeblich. Nun wurden offensichtlich erstmals auch andere offizielle Verlautbarungen der Gewerkschaft, etwa Pressemitteilungen herangezogen, um die Rechtmäßigkeit eines Streiks zu beurteilen.

    Die Piloten müssten wieder zur Arbeit zurückkehren, sagte Cockpit-Vorstand Markus Wahl. Wann der Flugbetrieb wieder normal laufe, sei noch unklar. „Es wird eine Zeit dauern, bis die Lufthansa ihre Maschinerie wieder hochfahren kann“, sagte Wahl.

    „Das Gericht hat bemängelt, dass unser Streikziel - nämlich das Thema Übergangsversorgung - angeblich vorgeschoben wäre und wir in Wahrheit für ein anderes Ziel streiken“, erläuterte Wahl. Man sei vollkommen überrascht. „Wir werden das Urteil analysieren und dann sehen, welche Konsequenzen wir daraus für den Fortgang des Arbeitskampfs ziehen.“

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    9 Kommentare zu "Lufthansa-Streik gestoppt: Piloten müssen sofort zur Arbeit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Endlich....Lufthansa Kunden und Aktionäre nehmen die einstweilige Verfügung dankbar zur Kenntnis. Es gibt doch eine moderne Rechtsprechung in Deutschland. Allerdings kommt das Signal für die Marke Lufthansa wahrscheinlich zu spät.

      Für jeden Unternehmer ist klar, dass Angestellte sich durchaus für ihre eigenen Rechte einsetzen dürfen. Aber nicht gegen unternehmerische Ziele und Strategie der Eigentümer. Erkenntnis bei den LH Mitarbeitern ist aber nicht zu finden. Streiken von Urlaub zu Urlaub bis zur Insolvenz. Chapeau!

    • es wird wohl Ihr Geheimnis bleiben warum Sie hier völlig zusammenhanglos und selten dümmlich das GW-Unglück ins Spiel bringen müssen. Zumindest lassen Sie die Leser an Ihren sehr simplen Gedankengängen teilhaben. Gut zu wissen dass man Menschen mit derartig einfacher Struktur zukünftig nicht mehr im LH-Flieger neben sich sitzen hat.

    • na fein, da gibt es offensichtlich noch Richter mit Verstand. Die VC und die beteiligten LH-Piloten sind auf dem besten Weg das Unternehmen zu ruinieren und sich damit selbst überflüssig zu machen. Sie sägen buchstäblich an dem Ast auf dem sie selbst sitzen. Selbst Liesschen Müller weiss inzwischen dass die LH wegen der Billig- und Golfkonkurrenz tatsächlich in ernsthaften Schwierigkeiten ist. Die VC und ihre Mitglieder scheinen dies immer noch nicht kapiert zu haben und wollen der LH durch ihr idiotisches Verhalten offensichtlich unbedingt den Todesstoss verpassen. Immer mehr Kunden buchen lieber woanders weil man mit LH inzwischen nur noch Streiks assoziiert. Man darf auf die saublöden Gesichter der Piloten gespannt sein wenn LH irgendwann pleite geht. Bleibt zu hoffen das das Streikrecht entschieden reformiert wird und LH die nötigen Einschnitte für ihr Überleben durchsetzen kann...

    • Kann man denn nicht schon jetzt mit Eurowings fliegen?
      Wer jetzt immer noch Lufthansa mit seinen Gier-Piloten fliegt, muß ein ganz schöner Masochist sein, der nur rein zufällig sein Ziel pünktlich erreicht.
      Nebenbei ein Flug-km pro Pax kostet bei Lufthansa 6 cent, bei Emirates 3 cent.
      Also nur eine Frage der Zeit bis die Gierhälse ihren Laden kaputtgestreikt haben und dann betriebsbedingt sich bei Ryanair einen neuen Job suchen müssen.
      Gönnen würde ich es den König der Lüfte.

    • Die Lust am Streik
      ----------------------
      Es ist mittlerweile der 13. Streik der Piloten innerhalb von eineinhalb Jahren.
      Und den Piloten geht es nicht um die Altersversorgung sondern um die Auslagerung in Billigairlines.
      Aber zum Glück gibt es ja noch andere Airlines welche zuverlässig sind und einen besseren Service bieten.
      Niemand wird gezwungen, mit der "Lusthansa" zu fliegen.

    • >> Doch in der bisherigen Rechtsprechung der Arbeitsgerichte war für ein Streikverbot ausschließlich der Streikaufruf und dessen Inhalt maßgeblich. >>

      Die Begründung : "" Das Streikziel sei vorgeschoben "" kann bei JEDEM Streik angewandt werden.

      Diese Begründung ist eine erneute Willkür der Justiz, um Kampfmittel der Streikenden einzuschränken.

      Streiks werden demnächst auch Schnee von gestern sein.
      Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Fliege schon seit dem vorletzten Streik nicht mehr Lufthansa. Das Risiko des Flugausfalls ist mir einfach zu hoch! Mein Zeit ist mir zu wertvoll, um mich über die Flugausfälle und die weltfremden Forderungen der Lufthansa Piloten zu ärgern! Sicher bin ich nicht der Einzige, der so denkt.

    • Die Argumentation der Lufthansa, der das Landesarbeitsgericht gefolgt ist, ist stichhaltig. Eine Gewerkschaft kann ein Unternehmen nicht derart vom Rücksitz steuern, da dies keine arbeitsrechtliche Frage ist.

      Konsequenz: Wer nicht sofort wieder pünktlich zur Arbeit erscheint, wird fristlos gefeuert. Dann kehrt wieder Ruhe ein im Stall.

    • 13 Streiks in 18 Monaten, irgendwer sollte den Piloten ganz langsam und mit ausgesucht einfachen Worten (etwas anderes verstehen die scheinbar nicht) erklären, dass die Lufthansa seit 1997 zu 100% kein Staatsunternehmen mehr ist, wo der Steuerzahler für jede Erpressung gerade steht wie bei der Bahn und weiterhin, dass die Konkurrenz von Jahr zu Jahr deutlich größer wird. Die warten doch nur darauf, die Lufthansa-Kunden zu übernehmen.

      Mit dem Massenmord bei German Wings haben die Lufthansa-Piloten ihren guten Ruf ganz nebenbei erwähnt vollumfänglich verloren. Ich werde bei jedem künftigen Flug die Lufthansa zu vermeiden suchen. Wer so einem Arbeitgeber gegenüber auftritt, hat auch für die Kunden nichts übrig, wenn man die in 18 Monaten zwölfmal im Strich lässt! Das sind immer noch Menschen und keine Maschinen, die dann teils tagelang auf den Flughäfen auf Ersatz warten müssen.

      Das Verhalten der Piloten empfinde ich ebenso wie das der Lokführer als unsozial bis unmenschlich, das ist meine Meinung.

      Hab gestern die Meinung eines streikwilligen Lufthansa-Piloten bei SPON gelesen und war bezüglich Inhalt und Wortwahl schockiert, überaus naiv und Hauptschulsprache Klasse 8.

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