Lufthansa-Streik Was Passagiere jetzt wissen sollten

Heute bestreiken die Piloten der Lufthansa die Langstreckenflüge. Am Mittwoch ist dann die Kurz- und Mittelstrecke an der Reihe. Auf Fluggäste wartet eine neue Geduldsprobe. Wie man sich am besten vorbereiten kann.
Update: 08.09.2015 - 09:17 Uhr
Hebt Ihr Flieger am Dienstag ab? Quelle: dpa
Wenig los an Check-In-Schaltern

Hebt Ihr Flieger am Dienstag ab?

(Foto: dpa)

FrankfurtWo und wann genau wird gestreikt?
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat zunächst die Flugzeugführer der Langstreckenflugzeuge A380, A330/340 und Boeing 747 zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen – und zwar am Dienstag, von 8 Uhr bis 23:59 Uhr. Der Aufruf gilt für alle Flüge ab Deutschland. Das heißt: Wer immer am Dienstag einen Langstreckenflug mit Lufthansa von einem deutschen Flughafen geplant hat, ist grundsätzlich von dem Streik betroffen. Zusätzlich wird die Frachtflotte von Lufthansa Cargo bestreikt. Das hat allerdings keine Auswirkungen für Fluggäste.

Welche Flüge sind am Dienstag nicht betroffen?
Zunächst sind alle Kurz- und Mittelstreckenverbindungen sowohl der Kernmarke Lufthansa als auch von Germanwings nicht betroffen. Wer am Dienstag innerhalb von Europa fliegen will, sollte also kaum Auswirkungen spüren, sich aber gleichwohl erkundigen, ob sein Flug startet. Nicht betroffen sind zudem Langstreckenflüge, die im Ausland starten, also etwa Rückflüge von den USA nach Deutschland. Doch Achtung! Da durch den Streik die Langstrecken-Umläufe durcheinandergeraten werden, ist auch bei diesen Flügen mit teils erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Nicht gestreikt wird zudem bei den Lufthansa-Beteiligungen und -Töchtern Swiss, AUA und Brussels.

Gibt es einen Sonderflugplan?
Die Lufthansa hat am Montagnachmittag einen Sonderflugplan auf ihrer Webseite veröffentlicht. Da die Fluggesellschaft eine Reihe von freiwilligen Piloten finden konnte, werden am Dienstag wohl 90 der für diesen Tag geplanten 170 Langstreckenflüge stattfinden.

Was passiert am Mittwoch?
Am Montagabend hat Cockpit den Streik auf den Mittwoch ausgeweitet. Dann werden die Kurz- und Mittelstreckenverbindungen bestreikt – und zwar ganztägig von 0 bis 24 Uhr. Sowohl die Kernmarke Lufthansa als auch Germanwings ist betroffen, sofern Lufthansa versuchen sollte, Lufthansa-Flüge durch Germanwings zu ersetzen. Laut dem am Nachmittag veröffentlichten Sonderflugplan sollen rund 2000 der geplanten 3000 Flüge an dem Tag stattfinden. Von den 1350 geplanten Kurzstreckenflügen sollen 500 abheben.

Wo kann man sich über seinen Flug informieren?
Lufthansa hat ständig eine Seite geschaltet, auf der man den Status seines Fluges abrufen kann. Auch gibt es bei Lufthansa eine Übersicht aller gestrichenen Flüge. Wer bei Lufthansa zudem seine Mobilnummer hinterlassen hat, wird per SMS über den Status seines Fluges informiert.

Welche Alternativen haben betroffene Fluggäste?
Fällt der geplante und gebuchte Flug aus, kann man sich den Flugpreis ersetzen lassen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, kostenfrei auf einen anderen Flug von Lufthansa gebucht zu werden – natürlich nur, sofern es entsprechende Kapazitäten gibt. Einen Anspruch, auf eine andere Airline umgebucht zu werden, gibt es nicht. 

Wie sicher sind Flüge am Folgetag des Streiks?
Das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall sollten sich Passagiere auch in den ersten Tagen nach dem Streik über ihren Flugstatus informieren. Es dauert einige Zeit, bis die Umläufe wieder im Plan sind, Maschinen und Crews also dort sind, wo sie auch gebraucht werden. So werden am Mittwoch noch 52 der 176 geplanten Langstrecken-Flüge ausfallen.

Essen und Getränke – nach drei Stunden Wartezeit
Wer hat überhaupt Anspruch auf Entschädigungen?
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Grundsätzlich gibt es nur dann Geld, wenn die Fluggesellschaft für die Verspätungen, Umbuchungen oder Flugannullierungen selbst verantwortlich ist. Beispiele sind etwa technische Probleme oder Schwierigkeiten, rechtzeitig Crews vor Ort zu schaffen.

Welche Ausnahmen gibt es?
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Doch nicht für alles können die Airlines in die Pflicht genommen werden. Kein Anspruch auf Entschädigung besteht etwa bei Streiks oder Verzögerungen durch Wetter oder Beeinträchtigungen etwa durch Vulkanasche.

Was ist im Winter?
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Vorhersehbare Folgen der Witterung, auf die Airline reagieren kann, setzen die Fluggastrechte nicht außer Kraft. Kommt es zum Beispiel bei der Enteisung der Maschinen zu Verzögerungen, müssen die Fluggesellschaften zahlen.

Wie viel Geld gibt es?
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Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Strecke, die geflogen wird. Das meiste Geld gibt es bei Langstrecken ab 3500 Kilometern. Dann kann der Fluggast 600 Euro fordern. Bei Strecken zwischen 1500 und 3500 Kilometern werden 400 Euro fällig, darunter 200 Euro.

Welche Rolle spielt die Dauer der Verspätung?
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In allen Fällen gilt: Geld gibt es erst dann, wenn die Verspätung mindestens drei Stunden beträgt.

Was ist, wenn die Fluggesellschaft nicht verantwortlich ist?
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Auch bei Verspätungen etwa wegen des Wetters oder wegen eines Streiks haben bestimmte Fluggäste Rechte. So müssen sie ausreichend mit Essen und Getränken versorgt werden. Zudem haben sie das Recht auf ein kostenloses Telefonat. Bei sehr langen Wartezeiten muss sogar eine Hotelübernachtung gestellt werden.

Wann gibt es in diesen Fällen Hilfe?
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Die genannte Unterstützung richtet sich nach der Flugstrecke und der Dauer der Verspätung. Die Regel greift bei Kurzstrecken unter 1500 Kilometern erst ab einer Wartezeit von zwei Stunden, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern ab drei Stunden und bei noch längeren Flügen nach vier Stunden.

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