Lufthansa über BER Hauptstadtflughafen bei Eröffnung schon veraltet

Die Lufthansa sorgt sich um die Ausstattung des BER-Terminals. Das fünf Jahre alte Interieur sei schon jetzt nicht mehr zeitgemäß und müsse nachgebessert werden. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt der Airline.
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Die Lufthansa hält die Ausstattung des Terminals für möglicherweise nicht mehr zeitgemäß. Quelle: dpa
Hauptstadtflughafen BER

Die Lufthansa hält die Ausstattung des Terminals für möglicherweise nicht mehr zeitgemäß.

(Foto: dpa)

BerlinGut fünf Jahre nach dem ersten geplatzten Eröffnungstermin ist die Ausstattung des BER-Terminals aus Sicht der Lufthansa möglicherweise nicht mehr zeitgemäß. Das Interieur sei auf dem Stand vom damals, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister am Donnerstag auf der Reisemesse ITB in Berlin. Er wisse nicht, inwieweit Änderungen in Kundenprozessen und die Digitalisierung dort schon vorkämen.

„Nehmen sie einfach den Stand 2010, Flughafen München, und den Stand heute am Flughafen München – dann sehen sie, was sich da verändert hat“, sagte Hohmeister. „Das müssen wir dann alles in Berlin auch noch irgendwie einbauen. Also das wird alles eine gröbere Übung.“ Seine Kollegen seien aber guten Mutes, das vernünftig hinzukriegen. „Aber wenn man das Datum mal wüsste, das wäre schon was wert.“

Nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist es allerdings zu früh, um einen neuen Eröffnungstermin für den Berliner Flughafen BER zu nennen. „Ich glaube, wir sind noch längst nicht soweit, dass wir neue Termine diskutieren können“, sagte der Noch-Aufsichtsratschef am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus.

Zunächst geht es laut Müller darum, die nach den jüngsten Verzögerungen entstandene neue Situation zu analysieren. Dazu solle unter anderem ein am Vortag bekanntgewordenes Gutachten herangezogen werden. Auf dieser Basis werde der am Montag bestellte neue BER-Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup dann einen Zeitplan erarbeiten.

Der BER als Personalkarussell
Mai 2012
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Meinhard von Gerkan: Der Architekt der Flughäfen Tegel und BER. Sein Büro war Generalplaner. Dass er im Mai 2012 gekündigt wurde, verstärkte das Chaos. Heutige Verantwortliche sehen den Rauswurf als Fehler.

Mai 2012
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Manfred Körtgen (l.): Der Aufsichtsrat entließ den Bauleiter wegen der geplatzten Eröffnung Ende Mai 2012. Für Kritik sorgte auch, dass Körtgen parallel zum Bau seine Promotion schrieb – ironischerweise über die Optimierung komplexer Baumaßnahmen.

Januar 2013
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Klaus Wowereit (SPD): Im Januar 2013 trat schließlich auch der Regierender Bürgermeister von Berlin (2001-2014) als Vorsitzender Aufsichtsratsvorsitz zurück. Wowereit kehrte allerdings nochmal zurück, bis 2014 seine politische Karriere endet – auch wegen des BER.

Juni 2013
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Rainer Schwarz: Dem Flughafenchef wurde wegen der geplatzten Eröffnung 2012 und des Krisenmanagements danach im Juni 2013 nach sieben Jahren im Unternehmen gekündigt, nachdem er bereits im Januar 2013 beurlaubt worden war. Leitet heute den Flughafen Münster-Osnabrück.

August 2013
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Matthias Platzeck (SPD): Auf Wowereit folgte im Januar 2013 als Aufsichtsratsvorsitzender der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg (2002 bis 2013), der zuvor lange Wowereits Vize im Aufsichtsrat war. Im August desselben Jahres war aber schon wieder Schluss. Bonmot: „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege.“

November 2013
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Horst Amann: Als nächsten erwischte es den Technikchef. Amann hatte diesen Posten von Sommer 2012 bis November 2013 inne und deckte tausende Mängel im Terminal auf. Er verlor jedoch einen erbitterten Machtkampf mit Mehdorn. Heute baut Amann das Terminal 3 in Frankfurt.

Juni 2014
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Jochen Großmann: Der Bauleiter hatte die Brandschutzauflagen aufgeteilt, um sie steuerbar zu machen. Im Juni 2014 musste Großmann wenige Monate nach einer Korruptionsaffäre gehen. Mittlerweile ist er wegen Bestechlichkeit verurteilt.

Müller sagte, er gehe davon aus, dass es bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 17. März zunächst um die neuen personellen Strukturen des Aufsichtsgremiums gehe. Womöglich werde dann auch schon das neue Gutachten beraten, das eine Eröffnung auch für 2018 in Frage stellt.

Müller will den Vorsitz im Aufsichtsrat abgeben, neuer Chefkontrolleur könnte Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider werden. Die ursprünglich für den Herbst 2011 geplante Eröffnung der drittgrößten Flughafens ist schon fünf Mal verschoben worden.

  • dpa
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4 Kommentare zu "Lufthansa über BER: Hauptstadtflughafen bei Eröffnung schon veraltet"

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  • Für ein Unternehmen gibt es keinen besseren Auftraggeber als den Staat. Geld ist ohne Ende vorhanden. Man muss es nur geschickt genug anstellen, die Kuh so lange zu melken, wie es eben geht. Und genau das geschieht seit Planungsbeginn am BER.
    Für den unbeteiligten Bürger ist es nicht nachprüfbar, wieviele schon durch diese Baustelle reich geworden sind, wieviele dort zu Multimillionären gemacht wurden. Der Weg ist für sie das Ziel! Das Ergebnis, ein fertiger Flughafen, ist überhaupt nicht erwünscht!
    Der RB Müller war früher jahrelang Bausenator, er ist persönlich in höchstem Maße verstrickt und schuldig an diesem Eklat. Und solange er nicht von der Bühne verschwunden ist, wird es ein Eingeständnis des totalen Versagens, verbunden mit einem Baustopp, nicht geben.
    Der BER ist eine Illusion!

  • Das passiert, wenn der Staat die Projektleitung übernimmt...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • CDU, SPD, Grün, Linke, alle waren oder sind beteiligt.

    Für alles zuständig, für nichts verantwortlich.

    So is det mit der politischen Aussaat.

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