Lufthansa und Flugbegleiter Der Dauerstreit hat ein Ende

Die Lufthansa hat sich mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo auf ein neues Tarifwerk geeinigt. 19.000 Mitarbeiter erhalten Lohnerhöhungen. Der teure Kompromiss entlastet die Bilanz von Deutschlands größter Airline.
Update: 05.07.2016 - 16:05 Uhr
Die Gehälter der Flugbegleiter steigen durch den Tarifabschluss. Quelle: (c) RALPH ORLOWSKI/Reuters/Corbis
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Die Gehälter der Flugbegleiter steigen durch den Tarifabschluss.

(Foto: (c) RALPH ORLOWSKI/Reuters/Corbis)

BerlinDie Gewerkschaft Ufo und die Lufthansa haben sich nach einem halben Jahr umfangreicher Schlichtungsverhandlungen auf Lohnerhöhungen für die 19.000 Flugbegleiter der Kranich-Airline geeinigt. Die Gehälter steigen über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren um insgesamt 5,5 Prozent, wie Ufo am Dienstag mitteilte. Der Abschluss gelte rückwirkend von Anfang des Jahres bis Mitte 2019. Zusätzlich erhielten die Mitarbeiter noch einmalig 3000 Euro sowie eine Gewinnbeteiligung.

Gleichzeitig garantiert die Lufthansa dem Kabinenpersonal nicht mehr eine konkrete Rentenhöhe, sondern die Zahlung eines festen Arbeitgeberbeitrags. Die Lufthansa hatte den Systemwechsel seit langem gefordert. Er allein entlastet die Bilanz des Fluglinie nach Aussagen eines Verhandlungsinsiders um 70 Millionen Euro im Jahr.

Die Tarifeinigung mit dem Kabinenpersonal soll bei der Lufthansa die Kosten drücken. Dank der neuen Vergütungs- und Versorgungsstruktur werde die Fluggesellschaft Geld sparen, sagte Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens am Dienstag in Berlin. Man könne allerdings kein genaues Volumen beziffern. Dies hänge unter anderem vom künftigen Zinsniveau ab.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo und die Lufthansa einigten sich in der Schlichtung zudem darauf, die Personalkosten beim Kabinenpersonals bis 2023 im Auge zu behalten. Geplant ist, sie um rund zehn Prozent im Vergleich zur bisher prognostizierten Entwicklung zu senken.

Im Gegenzug habe Ufo zahlreiche Verbesserung in der Absicherung der Mitarbeiter und der Aufstiegsmöglichkeiten erreicht. So könnten neu Flugbegleiter von Lufthansa-Töchtern wie Cityline oder Eurowings zur Stammlinie selbst wechseln.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
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Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
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Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
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Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
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Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
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Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
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Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
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Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

Die Vermittlungsgespräche unter Leitung des früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck liefen seit Anfang 2016. Ufo hatte der Lufthansa voriges Jahr den längsten Streik ihrer Geschichte geliefert. Mittlerweile ist Ufo Teil der Luftfahrt-Dachgewerkschaft IGL – Chef letzterer ist der frühere Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies.

Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt, dass ihm die Ufo-Mitglieder bis zum 10. August in einer Urabstimmung zustimmen.

  • dpa
  • rtr
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