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Lukasz Gadowski „E-Scooter sind nur der Anfang“

Der Starinvestor ist mit „Flash“ wieder operativ tätig. Gadowski hat als erster E-Scooter-Anbieter eine deutsche Stadt als Partner gewonnen.
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„Wenn das Gewicht einer Plattform irgendwann groß genug ist, dann gehen auch alle anderen hin.“
Lukasz Gadowski

„Wenn das Gewicht einer Plattform irgendwann groß genug ist, dann gehen auch alle anderen hin.“

DüsseldorfBekannt geworden ist Lukasz Gadowski als Mitgründer von StudiVZ und Delivery Hero. Seitdem investiert er viele Millionen in innovative Unternehmen. Jetzt gestaltet er wieder aktiv mit – als CEO des E-Scooter-Verleihers Flash.

Der jüngste Deal des Berliner Start-ups ist eine Partnerschaft mit der Stadt Herne für den Verleih von E-Scootern. Es handelt sich um die erste offiziell verkündete Kooperation für ein Verleihgeschäft mit elektrischen Tretrollern in Deutschland. Flash stellt zu Beginn 50 E-Scooter in Herne zur Verfügung und will von diesem Standort aus auch andere Städte im Ruhrgebiet bedienen.

„Wie viele Scooter insgesamt in Herne stationiert werden, hängt ganz davon ab, wie der Service von der Bevölkerung in Anspruch genommen wird“, sagte Unternehmenschef Gadowski dem Handelsblatt. Die genaue Anzahl lege man immer in Absprache mit der Stadt fest.

Am kommenden Freitag stimmt der Bundesrat final über eine Zulassungsverordnung für Deutschland ab. Es ist davon auszugehen, dass die Länderkammer den Plänen des Verkehrsministeriums zustimmt. Innerhalb weniger Wochen werden E-Scooter dann auf deutschen Straßen erlaubt sein.

Lesen Sie hier das ganze Interview:

Herr Gadowski, E-Scooter werden nun in Deutschland zugelassen. Wie werden Sie in den Markt einsteigen?
Wir sind mit mehreren Städten in Kontakt und haben mit der Stadt Herne bereits eine feste Partnerschaft geschlossen. Das ist nach unseren Kenntnissen die erste offizielle Vereinbarung für einen Regelbetrieb in einer deutschen Stadt.

Wie wird dieser Betrieb aussehen?
Wir werden mit 50 elektrischen Tretrollern in Herne starten und von diesem Standort aus auch andere Städte im Ruhrgebiet bedienen. Wie viele Scooter insgesamt in Herne stationiert werden, hängt ganz davon ab, wie der Service von der Bevölkerung in Anspruch genommen wird. Die genaue Anzahl legen wir immer in Absprache mit der Stadt fest.

Erst im Sommer 2018 haben Sie Flash gegründet. Lime und Bird bieten ihre E-Scooter bereits rund um den Globus an. Wie wollen Sie da bestehen?
Es ist uns bewusst, dass wir vor einem echten Sprint stehen. Aber wir fokussieren uns nur auf uns selbst. Im Vordergrund stehen die Sicherheit der Roller und eine enge Kooperation mit den Städten. Damit unterscheiden wir uns von den anderen.

Warum werden Sie als CEO von Flash wieder operativ tätig?
Man kann Unternehmen besser prägen, wenn man sie selbst aufbaut. Ich bin ja auch in der Vergangenheit immer wieder selbst operativ tätig gewesen, etwa bei Delivery Hero.

Und warum gerade jetzt?
Es ist die perfekte Zeit: Wir stehen mit der Mikromobilität vor einer Disruption im Verkehrssektor. Die wollen wir mit Flash mitprägen.

Warum sollten gerade Tretroller eine Disruption sein?
Es kommen hundert Millionen neue Autos pro Jahr auf die Straßen, doch etwa die Hälfte der Fahrten ist nur wenige Kilometer lang. In 70 Prozent der Fälle sitzt sogar nur eine Person im Fahrzeug. Es wird also eine Tonne Blech bewegt, um 80 Kilogramm Mensch zu transportieren. Das ist – auch im Hinblick auf den Klimawandel – Wahnsinn.

Aber elektrische Tretroller werden das Klima auch nicht retten.
Aber sie sind Teil der Lösung. Und E-Scooter sind auch nur der Anfang, die Büchse der Pandora ist jetzt geöffnet: Dreirädrige oder vierrädrige Mikromobile, auf denen man zum Beispiel auch zu zweit fahren oder etwas transportieren kann, werden in den nächsten Monaten auf den Markt kommen. Und wir arbeiten bereits an Fahrzeugen, die einen gewissen Schutz bei Regen bieten. Zudem werden Städte ihre Infrastruktur anpassen: Eine zweispurige Straße wird irgendwann eine Spur nur für Mikromobilität haben.

Sie haben schon öfter die Vision formuliert, dass Nutzer in Zukunft über nur eine App Autos mieten, Bahntickets kaufen oder E-Scooter leihen können. Wie kommen Sie da voran?
Es ist immer noch früh, ich kenne noch niemanden, der das alles zusammenbringen kann. Wir arbeiten daran – Mikromobilität ist für uns daher auch nur der Anfang. In einem nächsten Schritt wollen wir die Buchungssysteme des öffentlichen Nahverkehrs integrieren.

Wann wird diese Mobilität aus einer Hand tatsächlich möglich sein?
In fünf Jahren.

Hoffnung oder Versprechen?
Ein Gefühl. Da wird es dann substanziell werden, es werden verschiedene Systeme zusammenwachsen.

Ein straffer Zeitplan. Heute schaffen es nicht einmal die Verkehrsverbünde, sich auf eine App zu einigen.
Entscheidend ist da die kritische Masse. Wenn das Gewicht einer Plattform irgendwann groß genug ist, dann gehen auch alle anderen hin.

Herr Gadowski, danke für das Gespräch.

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