Luxus-Bahnen in Japan Fußbad im Schnellzug

Von Hello Kitty bis Fußbad: Mit immer neuen Sonderzügen und viel Luxus wollen Japans Bahnen dem Niedergang ländlicher Landstriche stoppen – mit Erfolg. Selbst der teuerste Hotelzug der Welt ist ständig überbucht.
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Die Reisen sind kostspielig, die Nachfrage riesig. Quelle: PR
Bedienung im Touristenzug „Seven Stars“

Die Reisen sind kostspielig, die Nachfrage riesig.

(Foto: PR)

TokioDie schnellste Kunstgalerie der Welt, eines der teuersten Luxushotels auf Schienen – Japans Bahnen reagieren mit kreativen Ideen auf ein Problem, das auch die Deutsche Bahn immer stärker trifft: Demografie. Mit immer neuen Sonder- und Themenzügen versuchen die ostasiatischen Bahnen den Verkehr auf defizitären Strecken zu beleben, die in Regionen mit sinkender Einwohnerschaft liegen.

Das jüngste Beispiel ist besonders ambitioniert. Anfang des Jahres präsentierte die Bahngesellschaft JR East nahe Tokio ihren „Genbi Shinkansen“, auf Deutsch den „Superschnellzug für gegenwärtige Kunst“. Wie der Name sagt, handelt es sich dabei um eine rasante Galerie. Und so sieht der Zug auch aus.

Außen schmückten Bilder des berühmten Feuerwerks in Nagaoka der Fotografin Mika Ninagawa den tiefblau gehaltenen Zugkörper. Innen wurde in fünf der sechs Wagen die Fenster verschlossen, um Platz für die Exponate von sieben japanischen Künstlern und dem amerikanischen Maler und Trickfilmer Brian Alfred zu machen.

Ab diesem Frühjahr wird er an Wochenenden in der 200 Kilometer nördlich von Tokio gelegenen Präfektur Niigata die gleichnamige Regionalmetropole und den Shinkansen-Stop Echigo-Yuzawa verbinden. „Wir hoffen, damit den Tourismus in der Region Niigata wiederzubeleben”, erklärte der JR-East-Manager Takahiro Kikuchi das Kalkül der Bahngesellschaft bei der Vorstellung des Zugs.

Die schnellsten Züge der Welt
Zefiro 380
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Zefiro 380

Der Zefiro 380 wurde von Bombardier im Auftrag des chinesischen Eisenbahnministeriums entwickelt. Vorgänger Zefiro 250 rast schon seit 2009 als einer der schnellsten Schlafwagenzüge der Welt durch die Volksrepublik. Der Zefiro 380, von dem die Chinesen gleich 80 Einheiten für 2,7 Milliarden Euro bestellten, ist um 130 Stundenkilometer schneller.

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TGV

Ein Klassiker unter den Hochgeschwindigkeitszügen ist der französische TGV. Die hier gezeigte Variante TGV Diplex wird von Alstom hergestellt. Bereits seit 1996 ist der Duplex im Betrieb. Er erreicht eine Betriebgeschwindigkeit von bis zu 320 km/h. Frankreich ist ein Vorreiterland bei den Hochgeschwindigkeitszügen. Der erste TGV verband bereits 1981 Lyon und Paris. Die Abkürzung steht für Train à Grande Vitess: Zug mit hoher Geschwindigkeit. Auch der Eurostar, der London und Frankreich per Tunnel verbindet, basiert auf dem TGV.

Foto: Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-SA-2.5

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AGV

Der TGV-Nachfolger von Alstom gehört mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h zu den schnellsten Zügen der Welt.

Foto: Reuters

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Siemens Velaro

Siemens Mobility baut auf Grundlage des ICE 3 den Nachfolger des deutschen Hochgeschwindigkeitszuges, die Züge der Velaro-Serie. Der Zug kommt in Spanien (als Velaro E), China (Velaro CN, Foto) und Russland (Velaro RUS) zum Einsatz. In Deutschland wird der ICE-Nachfolger unter von der Deutschen Bahn unter dem Namen Baureihe 407 in Betrieb genommen werden. Die jeweils auf ihre Einsatzorte angepassten Züge unterscheiden sich vor allem in ihrer Innenausstasstung sowie unter anderem in der Spurweite.

Foto: Public Domain

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AVE Class 102

Kaum langsamer als die Velaro-Züge ist der spanische Vorgänger des AVE S-103: Der Hochgeschwindigkeitszug AVE Class 102 wird bereits seit 2005 von der spanischen Unternehmensgruppe Patentes Talgo zusammen mit dem deutsch-kanadischen Unternehmen Bombardier gebaut. Der Zug bringt es auf eine Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h, der gemessene Rekord liegt bei 368 km/h. Das charakteristische Entenschnabeldesign soll neben aerodynamischen Vorteilen auch den Tunnelknall verhindern. Das Phänomen kann bei der Einfahrt von Hochgeschwindigkeitszügen in Tunnel entstehen, bei denen dem Zug eine Druckwelle mit Schallgeschwindigkeit vorauseilt, die am anderen Ende des Tunnels zu einem Knall führt.

Foto: Duncharris; Lizenz: CC-BY-SA

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ICE 3

Seit 2000 ist der ICE 3 von Siemens in Deutschland im Einsatz - derzeit mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 330 km/h. Im regulären Betrieb erreichen sie in Deutschland bis 300 km/h, in Frankreich bis 320 km/h. Der bisher gemessene Rekord liegt bei 368 km/h.

Foto: Sebastian Terfloth; Lizenz: CC-BY-SA

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Shinkansen-Baureihe 500

Die Shinkansen-Baureihe 500 aus Japan ist bereits seit 1997 im Betrieb und ist auf eine maximale Betriebsgeschwindigkeit von 320 km/h ausgelegt. An der Herstellung sind unter anderem Kawasaki und Hitachi beteiligt.

Foto: Mitsuki-2368; Lizenz: GFDL

Die Initiatoren haben sich dabei eine ganz besonders kaufkräftige wie auch reiselustige Zielgruppe im Auge: Frauen von Ende 20 bis Ende 40. Auf den 105 Plätzen pro Fahrt kommen daher neben dem Augen- auch der Gaumenschmaus nicht zu kurz. So sollen lokale Spezialitäten feilgeboten werden, darunter Kaffee einer bekannten lokalen Rösterei, Top-Reis aus der berühmten Anbauregion Uonuma und Butter der Insel Sado.

„Sieben Sterne“ – eine teurer Traum für Bahnfans
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