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Luxus-Unternehmen LVMH-Chef Bernard Arnault greift Amazon an

Während der Präsentation der Geschäftszahlen 2019 attackiert Frankreichs reichster Mann den Internetriesen – und äußert sich zum Coronavirus.
28.01.2020 - 22:42 Uhr Kommentieren
Für den Luxuskonzern LVMH sind weiter Mode und Lederwaren besonders rentabel. Sie tragen den größten Teil zu Umsatz und Gewinn bei. Quelle: Reuters
Louis Vuitton-Taschen in Shanghai

Für den Luxuskonzern LVMH sind weiter Mode und Lederwaren besonders rentabel. Sie tragen den größten Teil zu Umsatz und Gewinn bei.

(Foto: Reuters)

Paris Der Chef des weltgrößten Unternehmens für Luxus Arnault hofft, dass die Coronavirus-Epidemie schon im ersten Quartal des Jahres bewältigt wird. „Der Gipfel der Epidemie wird wohl in paar Wochen erreicht, sagt uns die Regierung, die Epidemie könnte schon während des Monats März bewältigt werden.“ äußerte der LVMH-Chef Dienstagabend anlässlich der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2019.

Vorsichtshalber fügte er hinzu: „Ich weiß natürlich nicht, ob das stimmt.“ LVMH erwirtschaftet fast ein Drittel seines Umsatzes in China. Ein längerer Einbruch des privaten Verbrauchs hätte deshalb gravierende Folgen. Wie gravierend, sieht man am Beispiel Hongkong: Dort ist der Umsatz im vierten Quartal 2019 um 40 Prozent eingebrochen, sagte Finanzchef Jean-Jacques Guiony.

„Ich wiederhole mich, aber wir haben wieder ein Rekordjahr erlebt“. sagte Arnault mit seiner leicht monotonen Stimme. Der Umsatz sprang zum ersten Mal über die Grenze von 50 Milliarden, der Gewinn stieg auf 7,1 Milliarden. Besonders rentabel sind Mode und Lederwaren und die Marke Louis Vuitton. Sie tragen den größten Teil zu Umsatz und Gewinn bei.

Arnault rechnet damit, dass auch 2020 ein erfolgreiches Jahr wird: „Die Konjunktur trägt.“ Doch werde es dann in absehbarer Zeit eine schwere Wirtschaftskrise geben, die Zeit des leichten Geldes und der Nullzinsen könne nicht ewig anhalten.
Einen Schlag unter die Gürtellinie erlaubte sich Frankreichs reichster Mann, als er auf Amazon zu sprechen kam. Dort würden nachgeahmte und verfälschte Produkte verkauft. „Jeder weiß, dass Produktpiraterie mit dem organisierten Verbrechen und dem Terrorismus verbunden sind, man fragt sich, wieso angesehen Unternehmen in dieser Richtung aktiv sein können, ohne dass es jemanden stört“, erregte sich Arnault.

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    Amazon verdiene nur mit seinem Marktplatz Geld, der Verkauf von Artikeln auf eigene Rechnung spiele nur Verluste ein. Der Angriff auf den Internetriesen hat einen konkreten Hintergrund: Amazon will demnächst eine Plattform für den Verkauf von Luxusprodukten werden, was die Kreise von LVMH stören wird.

    Noch mehr aber stört Arnault, dass angeblich massenweise Produkte auf Amazon verkauft werden, die Markenware von LVMH imitieren. Angaben aus dem Management zufolge hat Amazon sich bislang gewehrt, diese Erzeugnisse aus dem Marktplatz zu nehmen. „Schon merkwürdig, man findet keine Waffen und keine Pornos auf Amazon, aber angeblich sind sie nicht dazu in der Lage, Produktpiraterie zu entfernen.“

    Es sei sogar noch schlimmer: Amazon habe LVMH klar gemacht, wenn der Luxuskonzern mit seinen Marken zu Amazon komme, dann könne der Internetriese seine Plattform auf gefälschte Produkte durchforsten. Die Reaktion von Amazon auf den Angriff auf Paris darf man mit Spannung erwarten.

    Auf den möglichen Kauf des Fußballklubs AC Mailand angesprochen amüsierte sich Arnault: „Ich habe keinerlei operatives Interesse, diesen tollen Club zu kaufen, das muss das siebte Mal sein, dass ich es dementiere.“ Es handele sich hier um eine „italienisches Mysterium.“

    Ähnlich reagierte Arnault auf eine Frage über sein Interesse, Prada zu kaufen – ebenfalls ein Mysterium. Im vergangenen Jahr hatte LVMH Tiffany gekauft, in New York beheimatete Juwelen-Dynastie. Der Kauf soll im ersten Vierteljahr abgeschlossen werden.

    Mehr: Deutsche Modefirmen müssen 2020 noch stärker ums Überleben kämpfen. Der Weltmodemarkt wird langsamer wachsen. Gleichzeitig wird der Abstand zwischen erfolgreichen Konzernen und deutschen Mittelständlern laut einer Studie immer größer.

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