Luxusgüter Rücknahme von Ladenhütern bremst Richemont

Teure Uhren bleiben für den Schweizer Hersteller Richemont ein gutes Geschäft. Doch Rückläufer belasten den operativen Gewinn.
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Rücknahme von Ladenhütern bremst Richemont Quelle: AFP
Cartier

Der Luxusgüterkonzern Richemont produziert unter Anderem auch für Cartier.

(Foto: AFP)

GenfDie starke Nachfrage nach exklusivem Schmuck und Uhren in Asien hat die Geschäfte des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont angekurbelt. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 (zum 31. März) um acht Prozent auf 11,0 Milliarden Euro.

Der Gewinn dagegen stagnierte wegen einmaliger Abschreibungen, einem negativen Finanzergebnis und weiteren Rücknahmen von nicht verkauften Uhren bei Kunden auf 1,22 Milliarden Euro, wie der Genfer Konzern am Freitag mitteilte. Die Aktionäre des nach dem französischen LVMH-Konzern zweitgrößten Hersteller von Luxusgütern sollen eine höhere Dividende erhalten. Sie soll um 0,10 Franken auf 1,90 Franken je Titel steigen.

In China, Hongkong, Korea und Macao verbuchte Richemont zweistellige Wachstumsraten beim Verkauf von Cartier-Schmuck, IWC-Uhren sowie exklusiven Lederwaren und edlen Schreibgeräten. In China hatte der Verkauf von Uhren in den vergangenen Jahren gestockt, weil die dortige Regierung gegen Korruption hart durchgegriffen hatte. Die Region steht für zwei Fünftel des Konzernumsatzes.

In Europa, wo Richemont gut ein Viertel seiner Produkte absetzt, ging der Umsatz um zwei Prozent zurück. Der starke Euro sowie weitere Rücknahmen von Ladenhütern in Uhrengeschäften und Abschreibungen im Ledergeschäft drückten auf den Ertrag. Auch in Japan und im Nahen Osten fielen die Verkäufe leicht.

Wie andere Branchenvertreter will Richemont verstärkt jüngere Kundschaft ansprechen und verstärkt daher das Geschäft mit E-Commerce. Jüngst wurde der Online-Luxushändler Yoox Net-a-Porter für 2,6 Milliarden Euro übernommen. Zudem wurde mit „Baume“ eine neue „nachhaltige“ Uhrenlinie lanciert. Die Zeitmesser bestehen aus recycelten Teilen und werden exklusiv im Internet zu Preisen um rund 600 Franken verkauft.

An der Börse kam das Ergebnis nicht gut an: Die Aktie, die am Vortag noch auf einen neuen Höchstwert gestiegen war, sackte in einem schwächeren Markt um 7,6 Prozent ab. Die Titel des Rivalen Swatch verloren zwei Prozent.

Beim Gewinn enttäuschte Richemont zwar auf den ersten Blick, hatten Analysten doch ein Plus von 40 Prozent erwartet. „Das abgelaufene Geschäftsjahr liegt bereinigt um die Lagerrückkäufe und das schlechte Finanzergebnis leicht unter den Schätzungen“, kommentierte Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Kurseinbußen seien als Gewinnmitnahmen nach dem jüngsten Kursanstieg zu sehen. Auch Rene Weber von der Bank Vontobel erklärt die Lücke zu den Analystenschätzungen vor allem mit Sondereffekten.

  • rtr
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