Luxusmode Escada setzt auf Intimität

Escada startet in Düsseldorf ein neues Konzept: Kleinere, individuellere Verkaufsräume sollen die Sanierung des Labels nach den Sparprogrammen voranbringen. Die Luxusmarke soll damit endlich wieder profitabel werden.
Escada setzt auf luxuriöse Wohnzimmer-Atmosphäre. Quelle: Escada
Flagship-Store in Düsseldorf

Escada setzt auf luxuriöse Wohnzimmer-Atmosphäre.

(Foto: Escada)

DüsseldorfVor drei Jahren hatte Escada noch einen großen Laden in einer der besten Lagen der Königsallee in Düsseldorf. Der wurde dann geschlossen. Denn bei der Luxusmarke ist inzwischen Bescheidenheit eingekehrt. Heute hat das Unternehmen aus Aschheim bei München einen neuen Laden eröffnet. Er liegt aber nicht vorne in der ersten Reihe von Düsseldorfs Prachtboulevard, sondern etwas zurückgesetzt in einer Passage.

„Für uns ist das genau die richtige Lage“, rechtfertigte Ronny Borck, Vertriebschef für Westeuropa, die neue Boutique, die im Schatten des großen Dior-Flagshipstores und neben Marken wie Loro Piana liegt. Vielleicht hat die neue Bescheidenheit aber auch damit zu tun, dass Escada in Düsseldorf jetzt ein ganz neues Ladenkonzept testet: weg vom kommerzielleren Luxus-Mainstream hin zu mehr Intimität im Verkaufsraum.

Das sind die Hauptstädte des Luxus
Die Hauptstädte des Luxus
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Gerade für Luxus-Shopper aus den USA und noch mehr aus China sind die Millionenstädte in Europa derzeit besonders attraktiv – für sie ist der Wechselkurs sehr günstig. Das zeigt eine Studie der Beratungsfirma Bain & Company und des italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma. Diese Städte sind die Hauptstädte des Luxus:

Platz 10: Moskau
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Trotz Wirtschaftskrise in Russland und der westlichen Sanktionen schafft es Moskau auf Platz zehn der Luxushauptstädte. Allerdings ging der Umsatz der Luxusbranche 2015 in lokaler Währung um zwei Prozent zurück. Hier sind Stücke der russischen Designer Anna Yefremova und Ivan Yershov in ihrem Moskauer Laden zu sehen – mit Putin-Aufdruck.

Platz 9: Dubai
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Dubai, die Stadt aus der Golfregion mit den vielen Superlativen, kommt dieses Jahr schon auf einen Luxusumsatz von drei Milliarden Euro. Sie profitiert von der großen Zahl an Touristen und den vielen Flugreisenden, die im Drehkreuz Dubai umsteigen und die Stadt zu einem Einkauf in den Shoppingmalls nutzen. Hier zu sehen ist die Vogue Fashion Dubai Experience.

Platz 8: München
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München ist die deutsche Stadt mit der größten Dichte an Luxusmarken. Sie konzentrieren sich alle auf der Maximilianstraße und den umliegenden Einkaufsstraßen. München erzielt dieses Jahr einen Luxusumsatz von vier Milliarden Euro. Damit liegt die bayerische Hauptstadt vor den anderen heimischen Zielen für Luxus-Einkäufer, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Berlin.

Platz 7: Mailand
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Die italienische Wirtschaftsmetropole Mailand ist nach Paris und London die drittgrößte Luxus-Stadt in Europa. Die Stadt, in der Konzernzentralen von Prada über Armani bis Dolce & Gabbana sitzen, setzt in diesem Jahr fünf Milliarden Euro mit teurer Mode & Co. um.

Platz 6: Hongkong
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Eine Macht im Geschäft mit Feinem und Teurem für den persönlichen Bedarf ist auch Hongkong. Die ehemalige Kronkolonie Großbritanniens schafft mit 6,8 Milliarden Euro deutlich mehr als die europäische Modemetropole Mailand.

Platz 5: Seoul
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Die südkoreanische Hauptstadt Seoul kommt auf einen Umsatz von acht Milliarden Euro. Der Luxusumsatz des ganzen Landes wuchs in diesem Jahr immerhin in lokaler Währung um vier Prozent.

„Unsere Kundinnen sollen das Gefühl haben, ein elegantes, wunderschönes Wohnzimmer zu betreten“, wirbt Jörg Wahlers, Chief Financial Officer (CFO) und zugleich Chief Operating Officer (COO) von Escada, für das neue Konzept.

Der Verkaufsraum im Erdgeschoss ist recht klein. Er wird dominiert von einem großen Aufzug, der die Kunden in die erste Etage bringt. Dort hat Alberto Solon, der vor einem Jahr von Dolce&Gabbana als Marketingchef für den Einzelhandel zu Escada kam, drei Salons eingerichtet. „Wir haben einige der antiken Möbel auf Flohmärkten in Paris gekauft“, erklärt Solon und beschreibt ausführlich die Teile aus den unterschiedlichsten Epochen.

Für Escada ist der Düsseldorfer Flagshipstore der Versuch, einen Neubeginn zu starten. Das Unternehmen, das Megha Mittal aus der gleichnamigen indischen Stahldynastie gehört, hatte im vergangenen Jahr eine Restrukturierung angekündigt. So will sie sich von 200 der 2.000 Beschäftigten weltweit trennen.

Der Stellenabbau betrifft alleine 150 Stellen in der Firmenzentrale in Aschheim bei München. Denn Interimschef Wahlers musste einräumen, dass die bisherigen Restrukturierungsprogramme „in der Realität nicht ausreichend waren“. Mit dem Programm „Journey to Excellence“ soll Escada zu einem „effizienteren, schnelleren und agileren Unternehmen werden“.

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