Luxusmodemarke Burberry stoppt Verbrennen von nicht verkaufter Kleidung

Das Luxusmodelabel hat im vergangenen Geschäftsjahr Kleidung im Wert von 32 Millionen Euro verbrannt. Nun beendet Burberry die umstrittene Praxis.
Update: 06.09.2018 - 16:17 Uhr Kommentieren
„Moderner Luxus bedeutet sozial und ökologisch verantwortlich zu sein“, so der Firmenchef. Quelle: AFP
Modenschau von Burberry

„Moderner Luxus bedeutet sozial und ökologisch verantwortlich zu sein“, so der Firmenchef.

(Foto: AFP)

LondonFans der britischen Luxusmodemarke Burberry müssen sich umgewöhnen: Die Traditionsmarke macht derzeit tiefgreifende Veränderungen durch. Wie tiefgreifend, wird sich wohl in einigen Tagen zeigen, wenn der neue Chefdesigner seine erste Burberry-Kollektion präsentiert.

Doch schon vorher wird kräftig am Image gearbeitet. Unter anderem mit dem Versprechen, in Zukunft keinen Pelz mehr zu verarbeiten und nicht verkaufte Ware nicht mehr verbrennen. Das kündigte Firmenchef Marco Gobbetti an.

Wegen der Verwendung von Pelz steht Burberry – wie viele andere Textilunternehmen – schon lange in der Kritik. Als kürzlich aber publik wurde, dass im vergangenen Jahr nicht verkaufte Kleidung im Wert von rund 32 Millionen Euro verbrannt wurde, löste das einen Sturm der Empörung aus. Zur Verteidigung erklärte Burberry, damit gegen ein mögliches Überangebot und Produktfälschungen vorgehen zu wollen.

Nun zieht das Unternehmen aber einen Schlussstrich: Zukünftig soll unverkaufte Ware weiter verwertet, gespendet oder recycelt und kein Pelz mehr verwendet werden. „Moderner Luxus bedeutet, sozial und ökologisch verantwortlich zu sein,“ verkündete Firmenchef Gobbetti. Dies sei für Burberry von zentraler Bedeutung und der Schlüssel zu langfristigem Erfolg.

Für den langfristigen Erfolg von Burberry ausschlaggebend dürften aber nicht nur das Image, sondern vor allem auch der Look der berühmten Trenchcoats, der Kleider, Hosen und Taschen der britischen Traditionsmarke sein. Erste Veränderungen wurden in den vergangenen Wochen sichtbar: Das bekannte Logo mit dem Standartenreiter wurde abgeschafft, das Monogramm durch ein neues des Designers Peter Saville ersetzt.

Die erste Kollektion des von Gobbetti neu eingestellten Designers Riccardo Tisci für das britische Label soll in knapp zwei Wochen auf der London Fashion Show präsentiert werden.

Tiscis Vorgänger, der Brite Christopher Bailey, hatte im Frühjahr nach 17 Jahren Burberry verlassen. Bei seiner letzten Fashion-Show im März hatte Bailey seine Models als Hommage an die lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle und queere Community (LGBTQ) in knallbunte Designs in Regenbogen-Farben gesteckt und ein neues Karo-Muster namens Rainbow Check entworfen.

Für derart bunte Designs ist der Italiener Tisci bislang nicht bekannt: bei seinem früheren Job als Chefdesigner bei Givenchy machte er sich vor allem mit eher düsteren, gewagten Kreationen einen Namen. Unter anderem entwarf er Outfits für Rapper Jay Z, Kanye West, für Beyoncé und Madonna.

Aus seiner Zeit bei Givenchy kannte Tisci auch seinen heutigen Chef Gobbetti. Dieser hatte 2005 Tiscis Entwürfe auf einer Show in Mailand gesehen, als der damals 30-Jährige noch als Newcomer galt. Gobbetti war damals Chef von Givenchy. Nach der Show sprach Gobbetti Tisci an – und stellte ihn als Chefdesigner für das französische Label an.

In London hat sich Tisci bereits prominente Unterstützung gesichert: Im Winter soll eine Kollektion in Zusammenarbeit mit der britischen Designerin Vivienne Westwood vorgestellt werden. Diese dürfte sich auch freuen, dass Burberry mit der Verwendung von Pelz und der Verbrennung von Kleidung aufgehört hat, schließlich setzt sich die extravagante Britin lautstark für Nachhaltigkeit und Tierschutz ein.

Von Greenpeace wurden die jüngsten Nachrichten von Burberry begrüßt: Das sei Zeichen eines „längst fälligen Sinneswandels in der Modebranche“, erklärte die Organisation in der BBC. Die Branche produziere jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke. Deswegen würden die Kleiderschränke der Verbraucher schon überquellen, was dazu führe, dass viele Hersteller auf überschüssiger Ware sitzen blieben.

„Es ist höchste Zeit für die gesamte Fashionindustrie, das Problem des Überangebots an seiner Wurzel anzugehen und die Produktion herunterzufahren und seine Prozesse zu überdenken“.

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