Maggi-Skandal in Indien Wie Nestlé 400 Millionen Nudelpackungen vernichtet

Es ist die größte Rückrufaktion der Firmengeschichte: Mehr als 27.000 Tonnen Nudeln muss Nestlé in ganz Indien einsammeln. Das Unternehmen hält seine Produkte für absolut sicher – doch der Image-Schaden ist enorm.
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Der Nestlé-Konzern muss mehr als 27.000 Tonnen Nudeln zurückrufen. Quelle: ap
Maggi-Nudeln in Indien

Der Nestlé-Konzern muss mehr als 27.000 Tonnen Nudeln zurückrufen.

(Foto: ap)

Was die Inder an Maggi-Nudeln so schätzten, war ihre Verfügbarkeit: Selbst in abgelegenen Kiosken irgendwo im Himalaja konnte man die Instant-Snacks für rund 20 Cent kaufen. Wenn es Nudeln gab, dann waren die von Maggi. Rund 80 Prozent Marktanteil hatten die Schweizer im indischen Markt. Doch genau diese weite Verbreitung wird für Nestlé nun zu einer riesigen Herausforderung.

Denn alle Nudeln müssen raus aus den Regalen: Die indische Lebensmittelaufsichtsbehörde hat die Maggi-Nudeln wegen zu hoher Bleiwerte als „gefährlich und unsicher“ gebrandmarkt und Nestlé dazu verdonnert, die Snacks zurückzuholen. Und die Zahl der Packungen ist gigantisch: Insgesamt werden es wohl rund 400 Millionen Portionen sein, oder umgerechnet mehr als 27.000 Tonnen, wie Nestlé mitteilte.

Von den Höhen des Himalajas bis hinunter ins südliche Chennai müssen die Schweizer ihre Packungen nun wieder einsammeln. Nestlé spricht von der größten Rückrufaktion, die das Unternehmen je meistern musste. Möglicherweise sei es sogar die größte derartige Operation der Lebensmittelindustrie überhaupt. Als einen „äußerst komplexen Prozess“ und eine „Mammutaufgabe“ bezeichnet Nestlé Indias Lieferketten-Chef Luca Fichera das Unterfangen. Theoretisch könnte in jedem der insgesamt rund 3,5 Millionen Läden in Indien eine Maggi-Nudelpackung versteckt sein.

Die Nudelmenge, deren Vernichtung Logistik-Chef Luca nun organisieren muss, entspricht etwa 2500 Truckladungen. Doch weil die Tüten mehrfach umgeladen werden müssen, dürfte ein Vielfaches an Fahrten erforderlich sein. Letztes Ziel der Snacks sind fünf private Zementfabriken. Dort werden die Packungen im Wert von insgesamt rund 50 Millionen US-Dollar schließlich in Brennöfen verheizt. 40 Tage soll es dauern, bis auch die letzte Nudel verbrannt ist.

Dass die Nudeln nun letztendlich als Brennstoff verwendet werden, sei die umweltverträglichste Lösung, heißt es aus dem Unternehmen. Wie teuer das Einsammeln, der Transport und die Vernichtung der Nudeln letztendlich werden, könne man noch nicht sagen.

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7 Kommentare zu "Maggi-Skandal in Indien: Wie Nestlé 400 Millionen Nudelpackungen vernichtet"

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  • Die Inder gefallen mir immer besser. Die haben so etwas wie ein funktionierendes Rechtssystem im Gegensatz zu den EU-Ländern.

  • "...einige Tonnen vom LKW fallen" Pst..., nicht alles verraten...! (o:)

  • ob jemand (Konzern oder nicht) Lebensmittel zu normalen Preisen verkauft oder Produzenten von landwirtschaftlichen Produkten von seinen sehr umstrittenen Produkten abhängig macht, ist doch wohl ein Unterschied.

  • Na, es muß doch möglich sein, dass da auf dem Weg zu den Öfen einige Tonnen vom LKW fallen. Dann muß man nicht so viel verbrennen.

  • Es heißt doch "Nehmen ist seeliger als geben!" Die Kirchen sparen demnächst ohnehin immense Summen für Personal und Gebäudekosten ein..., wenn erst die Kirchen alle in Muselhäuser umgebaut sind...

  • Ja,genau so muss man gegen Konzerne vorgehen.Super gemacht liebe Inder!!!
    Und jetzt noch eine schöne Breitseite gegen Monsanto,dann habt ihr eure Schuldigkeit für dieses Jahr getan.

  • Man könnte das Zeug doch viel einfacher in der indischen Textilindustrie, z.B. in den dortigen Färbereien unterbringen. Bei den dort verwendeten Chemikalien würden sich die Nudeln wohl inkl. Verpackung in wenigen Minuten auflösen. Wann kontrollieren die indischen Behörden mal dort so genau?

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