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Maggi-Skandal Nudelkrise lastet schwer auf Nestlé

Suresh Narayanan wird zum Feuerwehrmann: Der Manager muss die Nudelkrise von Nestlé in Indien in den Griff kriegen. Im vergangenen Quartal hat der Skandal um überhöhte Bleiwerte den Konzern 70 Millionen Euro gekostet.
29.07.2015 - 15:58 Uhr Kommentieren
Der Skandal um überhöhte Bleiwerte in Nudelpackungen hat Nestlé im vergangenen Quartal 70 Millionen Euro gekostet. Quelle: dpa
Maggi-Nudeln in Indien

Der Skandal um überhöhte Bleiwerte in Nudelpackungen hat Nestlé im vergangenen Quartal 70 Millionen Euro gekostet.

(Foto: dpa)

Bangkok Seinen erst im April angetretenen Job als neuer Philippinen-Chef von Nestlé hat Suresh Narayanan nicht lange behalten. Bereits dreieinhalb Monate nach dem Dienstantritt bekam der Manager die Anweisung aus der Schweizer Zentrale: Er muss zurück in seine indische Heimat. Seine Mission: die größte Krise in der über 100-jährigen Geschichte des Lebensmittelkonzerns auf dem Subkontinent zu lösen.

Nach dem Verbot von Nestlés Instantnudeln, die in Indien unter dem Namen Maggi vermarktet werden, hat das Unternehmen nicht nur einen der größten Umsatzbringer, sondern auch seinen guten Ruf verloren. Der Vorwurf der Behörden von zu hohen Bleiwerten verunsichert die Konsumenten. Dem bisherigen Niederlassungschef Etienne Benet gelang es nicht, die Anschuldigungen zu entkräften. Als sein Nachfolger wurde Narayanan am Dienstag offiziell bestätigt.

Mit den gleichzeitig vorgestellten Quartalszahlen erhielten die Aktionär der an der Mumbaier Börse notierten Nestlé-Gesellschaft auch einen ersten Schadensbericht: Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um umgerechnet fast 70 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 20 Prozent. Aus dem Quartalsgewinn von rund 41 Millionen im Vorjahr wurde ein Verlust von neun Millionen Euro. Insgesamt dürfte der Schaden für das Unternehmen, das als Folge des Nudelskandals in Indien zeitweise rund zwei Milliarden Euro seines Börsenwertes verlor, noch größer sein: Die Probleme waren erst im letzten Monat des Berichtszeitraums bekannt geworden.

Der 55-jährige neue Geschäftsführer Narayanan verbreitet trotz der düsteren Lage Zuversicht. „Wir stehen nicht am Rande des Abgrunds“, ließ er bei einer seiner ersten öffentlichen Auftritte wissen. „Ich bin überzeugt, dass wir dieses Problem lösen können.“ Die indischen Konsumenten forderte er auf: „Vertraut mir, vertraut der Marke“, sagt er. „Sie ist sicher.“

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    Doch vor Gericht wird um diese Behauptung weiter gestritten. Die Lebensmittelaufsicht FSSAI, die Anfang Juni das Verbot der Maggi-Nudeln ausgesprochen hatte, wiederholte zu Beginn der Woche bei einer Anhörung in Mumbai die Vorwürfe: Die Behörde habe 72 Proben getestet. In 30 Fällen sei sie auf überhöhte Bleiwerte gestoßen. Nestlé kritisiert die Testmethoden und verweist auf eigene Untersuchungen, die das Produkt als unbedenklich ansehen.

    Diese Konzerne versorgen die Welt
    Platz 41 – Henkel
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    Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants hat erneut die größten Konsumgüterhersteller der Welt ermittelt. Als einziges deutsches Unternehmen unter den Top 50 bleibt der Persil-Hersteller Henkel wie im Vorjahr auf dem 41. Rang – mit einem Umsatz von fast 10 Milliarden US-Dollar.

    Quelle: OC&C

    (Foto: dpa)
    Platz 10 – L'Oréal
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    L’Oréal ist der weltgrößte Kosmetikkonzern. Die Franzosen überzeugen mit zahlreichen starken Marken.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9 – Mondelez
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    Mondelez ist eine Abspaltung von Kraft Foods. Er bündelt das weltweite Snackgeschäft, außerdem die Kaffee-Aktivitäten. Das macht den Konzern zum Konkurrenten von Nestlé. Allerdings werden die Kaffeemarken rund um Jacobs unter der Führung der deutschen Industriellen-Familie Reimann mit dem niederländischen Konzern DE Master Blenders verbunden.

    (Foto: ap)
    Platz 8 – Tyson Foods
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    Tyson Foods ist in den USA bekannt. Der Konzern gehört zu den weltgrößten Fleischverarbeitern. 2015 machte Tyson einen Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar.

    (Foto: Reuters)
    Platz 7 – AB Inbev
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    Der Bierbrauer AB Inbev ist durch viele Übernahmen zum Weltspieler geworden. Er treibt die Konsolidierung der Branche voran – und fusioniert derzeit mit dem größten Rivalen SAB Miller. In Deutschland ist er mit Marken wie Beck’s, Corona und Lübzer vertreten.

    (Foto: Reuters)
    Platz 6 – Coca Cola
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    Coca-Cola liegt deutlich hinter Pepsi. Denn anders als der Rivale hat der Konzern aus Atlanta kein großes Snackgeschäft. Dafür hat er zuletzt bei Verbrauchern Sympathien mit seiner Kampagne, Namen auf Dosen und Flaschen zu schreiben, gewonnen – und mit Innovationen wie Kokoswasser und Coke Life mit Stevia.

    (Foto: dapd)
    Platz 5 – JBS
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    JBS ist eher unbekannt in Europa. Dabei gehört der brasilianische Fleischproduzent zu den ganz großen Konzernen der Konsumgüterbranche mit 47,9 Milliarden Dollar Umsatz.

    (Foto: dpa)

    Überzeugen muss Narayanan nicht nur die Richter. Er kündigte eine Werbekampagne an, die „Vertrauen Stück für Stück zurückbringen“ soll. Auf der firmeneigenen Facebook-Seite hat Nestlé unterdessen ein Heimspiel: Fans der Instantnudeln stellen dort derzeit fast stündlich die Frage: „Wann kommt Maggi zurück?“

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