Malaysia Airlines Fluggesellschaft erzielt ersten Monatsgewinn seit Jahren

Malaysia Airlines hat in kurzer Zeit gleich zwei Flugkatastrophen verkraften müssen. Unter der Regie des deutschen Managers Christoph Müller durchläuft das Unternehmen eine Sanierung – und kann erste Erfolge verbuchen.
Müller war vom Hauptaktionär der Fluglinie, dem malaysischen Staatsfonds Khazanah, 2015 für die Sanierung der Gesellschaft angeheuert worden. Quelle: AP
Christoph Mueller

Müller war vom Hauptaktionär der Fluglinie, dem malaysischen Staatsfonds Khazanah, 2015 für die Sanierung der Gesellschaft angeheuert worden.

(Foto: AP)

Kuala LumpurDie 2014 von zwei Flugkatastrophen heimgesuchte Fluggesellschaft Malaysia Airlines hat im Februar den ersten Monatsgewinn seit Jahren verbucht. Für das Geschäftsjahr 2018 strebe die Fluglinie die Rückkehr in die Gewinnzone an, sagte der aus Deutschland stammende Unternehmenschef Christoph Müller am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Zu dem positiven Monatsergebnis hätten gestiegene Einnahmen und geringe Treibstoffkosten beigetragen. Unter Müllers Regie durchläuft die Airline seit 2015 einen Sanierungskurs.

Die Reputation von Malaysia Airlines hatte 2014 zunächst mit dem Verschwinden von Flug MH370 im März mit 239 Menschen an Bord und dem Abschuss von Flug MH17 im Juli über der umkämpften Ostukraine mit 298 Toten gelitten. Doch bereits vor diesen einschneidenden Ereignissen hatte Fluglinie wegen Managementfehlern Verluste geschrieben.

Müller war vom Hauptaktionär der Fluglinie, dem malaysischen Staatsfonds Khazanah, 2015 für die Sanierung der Gesellschaft angeheuert worden. Die Restrukturierung umfasste den Abbau von 6000 Stellen und den Wegfall unrentabler Strecken. Die Rückkehr in die Gewinnzone sei nach dem Verlust von 551 Millionen Dollar im vergangenen Jahr eine gute Nachricht, sagte Müller. „Auch wenn es nur für einen Monat ist, bedeutet dies doch, dass sich die Kluft zwischen den Einnahmen und den Kosten bedeutenden verkleinert hat (...).“

Die unsichersten Airlines der Welt
Rangliste der 60 größten Airlines der Welt
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Einmal im Jahr stellt das Flugunfallbüro Jacdec für das Fachmagazin „Aero International“ ein Sicherheitsranking der 60 größten Fluggesellschaften auf. Die Sicherheit berechnet sich nach der Anzahl der Ausfälle pro Flugkilometer, gewichtet um die Schwere des Unfalls und einen Landesfaktor. Da alle Unfälle der vergangenen 30 Jahre zeitlich gewichtet in die Statistik eingehen, schneiden viele Airlines wegen schwerer Unglücke in der Vergangenheit schlecht ab. Wir zeigen, welche 20 Airlines im Ranking die hinteren Plätze belegen.

Platz 41 – American Airlines (USA)
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Eine der größten Fluggesellschaften der Welt und in der Rangliste relativ weit hinten: American Airlines findet sich mit dem Jacdec-Index von 0,139 (ein niedriger Wert bedeutet höhere Sicherheit) auf Platz 41. Die Airline fusionierte zuletzt mit US Airways und behielt ihren Namen bei. American ist seit sechs Jahren unfallfrei. Doch erst 2001 gab es einen Absturz: Ein Airbus A300 stürzte mitten im New Yorker Stadtteil Queens ab, alle 260 Insassen starben.

Platz 42 – Air China (China)
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Mit dem Startjahr 1988 ist Air China eine der jüngeren Fluggesellschaften in der Rangliste, hat aber bereits zwei Flugzeugverluste erlitten. 2002 starben 129 Passagiere bei einem Absturz. Der Index liegt bei 0,142.

Platz 43 – Alaska Airlines (USA)
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Im September 2011 wurde Alaska Airlines zu einer Geldstrafe von 590.000 US-Dollar verurteilt, nachdem es bei der Wartung einer Boeing 737 zu Regelverletzungen kam – und Jahre später ein Feuer ausbrach. Die letzte große Katastrophe liegt mittlerweile 16 Jahre zurück: Im Jahr 2000 stürzte eine Maschine in den Pazifik. Obwohl die Airline eher unbekannt ist, gilt sie als zukunftsgerichtet: Alaska Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die Flugscheine und das Check-in über das Internet anbot. Der Index liegt bei 0,163.

Platz 44 – China Southern Airlines (China)
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Die größte Fluggesellschaft des bevölkerungsreichsten Landes der Welt gehört zu den unsichersten Airlines der Welt. Das letzte tödliche Unglück geschah am 8. Mai 1997. Den Piloten des Flugs 3456 misslang bei schwerem Gewitter der erste Landungsversuch in Shenzhen. Bei einem zweiten schoss die Maschine aufgrund des durch den ersten Landeversuch beschädigten Fahrwerks über die Landebahn hinaus. 35 Menschen kamen dabei ums Leben. Index 0,193 – macht Platz 44.

Platz 45 – Thai Airways International (Thailand)
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Die staatliche Fluggesellschaft Thailands war 2012 noch unter den „Top 10“ der unsichersten Airlines. Langsam arbeitet sie sich in sicherere Gefilde. Der letzte große Unfall datiert zwar auf 1998, doch kleine Pannen sorgen für eine schlechte Sicherheitsnote. Zum Beispiel kam im September 2013 ein Flugzeug bei der Landung am Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi von der Landebahn ab, es wurden mehrere Personen verletzt. Der Index für 2015 liegt daher bei 0,216.

Platz 46 – Asiana Airlines (Südkorea)
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Die Südkoreaner mussten in den vergangenen Jahren schwere Zwischenfälle melden. 2013 verunglückte eine Boeing beim Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco. Die Maschine setzte vor der Landebahn auf und kam schwer beschädigt auf dem Rollfeld zum Stehen. Drei Personen wurden getötet und 181 Menschen verletzt. 2015 streifte ein Flugzeug beim Landeanflug auf Hiroshima eine Antenne – viele Passagiere wurden verletzt. Das beschert der Airline eine schlechtere Platzierung im Sicherheitsranking (Index 0,241). Drei Flugzeugverluste stehen in der Jacdec-Statistik.

Der frühere Manager von Lufthansa und dem Touristikkonzern TUI hatte zuletzt die irische Fluglinie Aer Lingus erfolgreich saniert, bevor er zu Malaysia Airlines wechselte. Die im Dezember eingegangene Flugallianz mit Golf-Linie Emirates habe sich für beide Seiten als gewinnnbringend herausgestellt, sagte er AP weiter. Damit habe Malaysia Airlines mindestens 70 Flugziele dazugewonnen und könne sich jetzt auf den attraktiven Markt Asien konzentrieren. Wachsen wolle man, sobald die Airline wieder Gewinne schreibe.

Zu dem Verschwinden von Flug MH370, der sich auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking befand, sagte er, es wäre schlecht, wenn das Schicksal der Maschine ein Mysterium bleibe. „Ein für immer verschwundenes Flugzeug ist sicher eine schwere Bürde für die Luftfahrtbranche als Ganzes.“ Bisher wurde von der Boeing 777 lediglich auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean ein Flügelteil angeschwemmt, das nachweislich zur Maschine gehört.

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