Manipulationsskandal ADAC-Präsident lehnt Rücktritt ab

Die deutschen Autobauer toben nach dem Bekanntwerden der Manipulationen bei der ADAC-Wahl der beliebtesten Autos. Präsident Meyer will trotz des Drucks nicht zurücktreten, sondern die Affäre „aushalten“.
Update: 21.01.2014 - 11:29 Uhr 15 Kommentare

ADAC: Der gefallene Engel

BerlinTrotz der Manipulationen bei den Wahlen zum „Gelben Engel“ lehnt ADAC-Präsident Peter Meyer einen Rücktritt ab. Der „Bild“-Zeitung (Dienstag) sagte Meyer auf die Frage, ob er schon an Rücktritt gedacht habe: „Nein. Wenn der Wind von vorne kommt, muss man das auch mal aushalten können. In diesem Fall bin ich auch der Garant für die Aufklärung in der Sache.“

Der ADAC-Präsident warnte davor, die Glaubwürdigkeit des gesamten Autoclubs infrage zu stellen. Er schloss zugleich aus, dass bei den Ergebnissen anderer Tests, beispielsweise von Autobahnraststätten oder Kindersitzen, geschummelt wurde. „Unsere Technik- und Verbraucherschutztests werden nach festgelegten, stets nachprüfbaren Kriterien durchgeführt. Teilweise sind Zertifizierungsunternehmen an diesen Tests beteiligt; insofern ist eine Manipulation dort ausgeschlossen“, erklärte Meyer.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte die ADAC-Führung auf, das verlorene Vertrauen von Mitgliedern und Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Der „Bild“-Zeitung sagte Dobrindt: „Es muss radikal aufgeklärt werden. Alle Vorgänge der Vergangenheit müssen offengelegt werden.“ Der ADAC solle sich künftig auf seine Kernkompetenz besinnen. „Der ADAC muss sich wieder mehr auf seinen ursprünglichen Auftrag konzentrieren, den Service der Mitglieder und die Interessenvertretung der deutschen Autofahrer: Mehr um den einzelnen Autofahrer kümmern, weniger Show und Glitzer - der ADAC ist doch nicht Hollywood!“

Die Staatsanwaltschaft München befasst sich ebenfalls mit dem Fall, hat nach eigenen Angaben aber bisher keine Hinweise auf eine Straftat. „Wir prüfen, ob das einen Straftatbestand berühren könnte“, sagte ein Sprecher der Ermittler in München am Dienstag. Die denkbaren Tatbestände Betrug, Bestechung oder Bestechlichkeit drängten sich nicht auf, weil offenbar kein Geld geflossen sei. „Von einem Ermittlungsverfahren sind wir meilenweit entfernt“, betonte der Sprecher.

Der Skandal um gefälschte Zahlen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ hat größere Dimensionen als bislang angenommen. Ex-Kommunikationschef Michael Ramstetter schönte nach eigener Aussage nicht nur 2014, sondern auch die Jahre zuvor bei der Umfrage zum Lieblingsauto der Deutschen die Zahlen, wie ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair am Montag in München sagte.

Er kündigte umfassende Aufklärung an. Der Automobilclub will zudem seine Strukturen reformieren und für mehr Transparenz sorgen. Weitere personelle Konsequenzen soll es zunächst nicht geben. Reformen seien „dringend nötig“, sagte ein Sprecher des Verbandes der deutschen Automobilindustrie der Zeitung „Die Welt“. „Nur so kann die Glaubwürdigkeit des Verfahrens wiederhergestellt werden.“

„Trifft ADAC ins Mark“
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15 Kommentare zu "Manipulationsskandal: ADAC-Präsident lehnt Rücktritt ab"

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  • Ich wundere mich, daß sich alle so aufregen. Mittlerweile müßte auch dem Dümmsten aufgefallen sein, daß man überall abgezockt wird. Unsere Politikerdarsteller inbegriffen. Alles nur Lug und Trug. Nur , daß der kleine Mann für seine Verbrechen bestraft wird. Die dicken Fische nicht.

  • Ob der nun geht oder nicht ist zweitrangig. Die Mitglieder sollten sich überlegen, ob sie diesen undurchsichtigen Haufen noch mitfinanzieren wollen. Ich glaube das sämtliche Veröffentlichungen geschönt sind, selbst die Mitgliederzahlen. Auch ist die Struktur und mit den unzähligen Tochterunternehmen nicht haltbar. Warum muss ich mit meinen Beiträgen Finanzprodukte(Versicherungen u.a) quer subventionieren? Warum muss der Verein jetzt auch noch ins Fernbusgeschäft einsteigen? Warum bekommt dieser Herr auch noch sein Gehalt bis zum Jahresende weiter? Wenn sich dieser Verein auf seine Kernkompentenz beschränken würde, wären die Beiträge sicherlich preiswerter. Aber nicht mehr mit mir!! Ich werde kündigen. Auswahl gibt ja zum Glück noch.

  • Der ADAC bescheißt seine Mitglieder auch mit dem Beitrag.
    Die Autoversicherer bieten ihren Versicherten den Schutzbrief für ca 12 Euro im Jahr und der ADAC verlangt fast 70 Euro dafür und das für den selben Versicherungsschutz. Aber die Leute zahlen es , es ist ja der tolle ADAC.

  • Bei dem französischen Silikon Hersteller war auch ein Zertifikationsunternehmen dabei aber nur um die Abläufe zu zertifizieren. Alles andere war denen egal. Umsatz ist alles.

  • Auch hier wird mein immer noch vorhandenes Gerechtigkeitsempfinden bis ins Mark getroffen. Mein Sportverein muss sich ständig mit harten steuerlichen Vorschriften bezüglich ideellem und wirtschaftlichem Betrieb und Zweckbetrieb herumschlagen. Es kommen Umsatzsteuersonderprüfungen und "normale" Betriebsprüfungen, obwohl alle Vereinsmitglieder, Vorstand, Übungsleiter und andere Verantwortungsträger ehrenamtlich "for nothing" in ihrer Freizeit für den Verein teilweise mit beträchtlichem Zeitaufwand tätig sind. Wenn ich mir im Vergleich den ADAC-Verein anschaue, frage ich mich, dass solche überbezahlten Pöstchenschieber sich krampfhaft an derartigen Positionen festhalten und keine moralischen Schranken kennen. Ein "normaler" Arbeitnehmer säße schon traurig wegen der fristlosen Kündigung im Flur eines Arbeitsamtes. Shame on you, yellow "angels" !

  • Na ja - der Vorteil war halt, dass 34.299 Stimmen besser klingen als 3.409. Er hat die Anzahl der Stimmen einfach verzehnfacht und ein bisschen Kosmetik bzgl. der Glaubwürdigkeit gemacht. Trotzdem nicht tragbar!! ADAC-MITGLIEDER sollten sich mal darüber klar werden, dass sie VEREINSMITGLIEDER sind und dementsprechend Stimm- und Rederechte bzgl. der Präsidentschaft haben. Für einen Sturz der Spitze müsste man jedoch viel von unten heraus organisieren, da kein direktes Wahlrecht vorgesehen ist.

  • ..... "Dazu gehöre auch, dass man eine Studie zur Pkw-Maut erneut bei einem Meinungsforschungsinstitut in Auftrag gegeben habe."....

    Ein Meinungsforschungsinstitut soll eine Studie zur Pkw-Maut anfertigen?

    Ein Meinungsforschungsinstitut kann keine Studie zur Pkw-Maut anfertigen, ein Meinungsforschungsinstitut untersucht Meinungen.

    Entweder wurde der Auftrag an ein anderes Institut vergeben und der ADAC meint es handele sich dabei um ein "Meinungsforschungsinstitut" oder er hat es tatsächlich an ein Meinungsforschungsinstitut gegeben, dann kann aber nichts Vernünftiges dabei herauskommen.

    Beides wäre typisch für den ADAC.

  • "ADAC-Präsident lehnt Rücktritt ab"

    Ist Standard - Schurken bleiben in EUROPA im Amt!

  • Ich fordere, das ADAC-Präsident Peter Meyer und sein ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair sofort rausgeschmissen werden. Wenn diese beiden herren "ihren Laden" nicht im Griff haben, dann müßen sie die Konsequenzen dafür tragen. Stattdessen kkleben gerade an ihren Stühlen- aussitzen a la Merkel ist inakzeptabel! Stattdessen stellt sich mir folgende Frage: Der ADAC nennt sich Verein obwohl er zwischenzeitlich als wirtschaftliches Unternehmen agiert. Als Verein geniesst man besondere steuerliche Vorteile und zahlt einen geringeren Steuersatz. Liebe Handelsblatt Redaktion: Bitte recherieren sie mal, ob hier auch wirklich "alles buchhalterisch" von statten ging. Habe so meine Zweifel. Erleuchtend: Filz, Korruption, Rechtsbeugung, Schmierereien scheinen sich unter Seehofer in BAYERN zu einem Dauerphanomän zu entwickeln.

  • Der Zahlenbetrüger muss sich doch einen Vorteil durch sein Handeln versprochen haben. So viel Aufwand betreibt doch niemand umsonst!

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