Manipulierte Testprodukte Dreiste Tricksereien bei Warentests

Aus Angst vor schlechten Bewertungen durch Stiftung Warentest manipulieren einige Unternehmen offenbar vor den Prüfungen gezielt ihre Produkte. Allerdings nur, um danach wieder die alte Rezeptur zu verwenden.
12 Kommentare
Die Zentrale der Stiftung Warentest: Auch ein Fall aus der Getränkebranche ist bekannt geworden. Quelle: dapd

Die Zentrale der Stiftung Warentest: Auch ein Fall aus der Getränkebranche ist bekannt geworden.

(Foto: dapd)

BerlinHersteller von Wasch- und Lebensmitteln sollen in der Vergangenheit mehrfach getrickst haben, um Bewertungen bei der Stiftung Warentest zu manipulieren. Offenbar schraubten mehrere Firmen gezielt an der Zusammensetzung ihrer Produkte, weil sie vorab von einem Test erfuhren. Ein solches Vorgehen sei eine fortlaufende Erfahrung der Stiftung, sagte ihr Leiter der Untersuchungsabteilung, Holger Brackemann, am Montag der Nachrichtenagentur dapd.

Damit bestätigte Brackemann Informationen, die aus einer Anfrage der Internetplattform populeaks.org hervorgingen. Auch Verbraucherschützer bestätigten, dass Unternehmen zunehmend feinfühlig bei öffentlicher Kritik seien. Die Verbraucherzentrale forderte mehr Folgetests, die derartigen Schwindel aufdecken.

Die Sprecherin der Stiftung Warentest, Heike van Laak, berichtete der Plattform populeaks.org von Produktveränderungen bei Waschmitteln. Dadurch wollten die Hersteller anscheinend besser abschneiden: "Nach der Testveröffentlichung ist dann wieder zur alten Rezeptur zurückgekehrt worden", schrieb van Laak.

Brackemann ergänzte, dass den Profi-Testern auch ein Fall aus der Branche der Getränkehersteller bekannt geworden sei: "Vor einem unserer Orangensafttests war in der Branche Unruhe." Daraufhin habe die Stiftung ihre Arbeitsabläufe verändert. Seitdem werde im Kuratorium, das den Test unterstütze, nur noch etwa von einem "Test von Säften" gesprochen - ohne das genaue Segment zu benennen.

Offenbar seien über Sachverständige aus diesen Gremien Informationen an die Hersteller gedrungen, sagte Brackemann und erläuterte: "Es gibt ein sehr hohes Interesse der Wirtschaft, von unseren Tests vorab zu erfahren." Aus der jüngsten Vergangenheit gebe es keine Erkenntnisse über gezielte Veränderungen.

Kinderwurst und Tee nach Kritik aus Regalen verschwunden
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

12 Kommentare zu "Manipulierte Testprodukte: Dreiste Tricksereien bei Warentests"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Man sollte aber auch Stiftung Warentest auf die Finger schauen, denn es wäre nicht das erste Mal, dass hier nur oberflächliche "Schnelltests" veröffentlicht werden, ohne - z.B. bei bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln - die gewaltige, in der Fachliteratur veröffentlichte Studienlage zu berücksichtigen.

  • Hi Kuac...Uran strahlt nur sehr wenig. Uran wird deshalb als Ausgleichsgewicht in Segelbooten und Flugzeugen genutzt. Man stellt daraus panzerbrechende Munition her. Man könnte sich auch problemslos einen Klotz auf den Schreibtisch stellen.

    Die Erde enthält mit grossen Schwankungen durchschnittlich 2,7g Uran/to. Wenn Sie die üblichen Düngermengen verwenden so wird man keine nennenswerte Anreicherung im Ackerboden erreichen. In den letzten Jahren wurden 2 neue Methoden entdeckt das Uran wirtschaftlich von den Phosphaten zu trennen und so hoffe ich das man das Uran im Dünger sinnvoller nutzt als dieses auf Aeckern zu verteilen. Aehnliches gilt auch für Kalidünger.

    Gem. der neuen EU Strahlenschutzrichtlinie werden Arbeiter in Phosphatverarbeitungsanlagen, Fliegendes Personal und andere in den Strahlenschutz einbezogen. Letztlich ist dies eine sinnlose Geldverschwendung. Da es im Strahlenschutz kaum ernsthafte Beschäftigung gibt, sucht man Probleme.

    Vandale

  • @ Kuac:
    Die Lebensmittelhersteller verhalten sich völlig korrekt. Niemand kann ihnen vorschreiben, wann und wie sie ihre Produkte ändern.

    Die Problematik besteht in finanziellen Interessen einiger Mitglieder der Stiftung Warentest-Gremien, die interne Informationen verkaufen.
    Die Käufer, hier die Lebensmittelproduzenten, sind meines Erachtens höchtens so schuldig, wie Käufer von Steuerflüchtlings-CDs, sprich einzelnen Bundesländern.

  • @vandale
    Das Problem mit Uran in Phosphatdünger int ein anderes. Seit jahrzehnten werden die Ackerböden massiv gedüngt und das radioaktive Uran akkumuliert sich im Grundwasser. Eines Tages wird das Grundwasser so radioaktiv sein, dass man das nicht mehr zum trinken frei geben kann. Man kann natürlich mit Ionenaustauscher das Wasser wieder trinkbar machen. Dann hätten wir wieder radioaktives Sondermüll und das Wasser vielleicht 5Euro/L.

  • ...wohl schon schlechte Erfahrungen gemacht??? ^_^

  • @kommissar
    Sie haben den Artikel entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Nicht Warentest hat Fehler gemacht, sondern ein ige Firmen hatten vorab vom Test erfahren und entsprechend die Zusammensetzung ihrer Produkte verbessert. Nach Erhalten der guten Noten, hatten sie dann wieder die Zusammensezung zum Nachteil der Kunden verschlechtert! Ist das ein Fehler vom Warentest?
    Übrigens, man kann jederzeit Warentest verklagen, wenn eine Firma glaubt, dass sie ungerecht behandelt wurden. Bis jetzt haben sie aber es nicht getan. Warum wohl?

  • Bullshit! Ich empfehle Ihnen für die Zukunft Ihr gefährliches Halbwissen für sich zu behalten!

  • Motorrad zu fahren ist kein Lebensrisiko!

    Früher war Motorrad fahren gefährlich und Sex verhältnismäßig sicher... ...heute ist das z.B. eher umgekehrt... ;-)

  • Es gibt in Deutschland neben der katholischen Kirche keine weitere Institution, die sich in ihrer schier grenzenlosen Arroganz für absolut unfehlbar hält - außer die Stiftung Warentest.

    Natürlich ist das Verhalten der Industrie zu verurteilen. Aber selbst jetzt, wo sich (endlich einmal) herausstellt, dass jedes Testergebnis mit einem kleinen Fragezeichen versehen werden muss, sucht man Selbstreflexion oder gar -kritik an den eigenen Testmethoden vergebens!

    Da wird schlicht gesagt, dass aus den Beiräten Informationen herausgesickert sind - und fertig ist man mit dem Thema!

    Wann endlich liest man einmal bei der St Warentest und ihrem Ableger Finanztest endlich einmal: Wir haben einen Fehler gemacht oder wir haben uns geirrt???

    Ich will keineswegs den Nutzen der ST Warentest generell in Frage stellen. Aber es wird höchste Zeit, diese zu reformieren und anzuerkennen, dass die Testergebnisse nicht immer über jeden Zweifel erhaben sind.

  • Das ist aber nun wirklich nichts Neues.

    Schlage vor bei den Produkttests noch ein paar Parameter einzuführen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Wiederverwertbarkeit und ob für die Herstellung der Produkte Sozialabgaben bezahlt wurden, und wieviel Menschen dafür sterben, krank und arbeitsunfähig werden mußten, egal wo auf der Welt.

    Diesen Werbe-Pseudomist messe ich schon lange keine Bedeutung mehr zu.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%