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Marek Andryszak Tui verliert Deutschlandchef

Der gebürtige Pole verhandelt im Konzern seine Vertragsauflösung. Viele deutsche Reisebüros hatte der Tui-Deutschlandchef in der Pandemie enttäuscht.
13.07.2021 - 13:01 Uhr Kommentieren
Abgang in Sicht Quelle: imago/localpic
Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak

Abgang in Sicht

(Foto: imago/localpic)

Düsseldorf Tui-Deutschlandchef Marek Andryszak bereitet bei Europas größtem Reiseveranstalter seinen Abgang vor. Der Konzern stehe mit dem 48-Jährigen in Gesprächen über die Beendigung seines 2022 auslaufenden Vertrags als Geschäftsführer der Tui Deutschland, bestätigte Tui. Zuerst hatte das Fachblatt „FVW“ über die Gespräche berichtet.

Der gebürtige Pole wolle das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen, sagte ein Konzernsprecher. Mit möglichen Nachfolgern werde aber noch nicht gesprochen.

Andryszak leitet seit Mitte 2017 die Konzernregion „Tui Zentraleuropa“, zu der neben Deutschland auch die Kundenmärkte Österreich, Schweiz, Polen und Italien zählen. Schon im Jahr 2000 hatte Andryszak beim Tui-Vorgänger Preussag als Trainee begonnen, nach Ausbruch der Corona-Pandemie aber war seine Geschäftsführertätigkeit zuletzt auf vehemente Kritik gestoßen.

Nicht nur Buchungskunden warteten monatelang auf die Rückerstattung angezahlter Gelder, auch mit dem Reisebüro-Vertrieb geriet Andryszak über Kreuz. Die Agenturen warfen ihm vor, dass Tui über Wochen hinweg telefonisch nicht zu erreichen war. Eine Hotline, die Tui Deutschland später zur Verfügung stellte, wurde laut Berichten von Reisebüros zunächst exklusiv für Onlinekunden reserviert.

Ärger mit Reisebüros

Selbst beim Neustart in diesem Sommer hakte es. Um Urlauber-Rückfragen mit Tui zu klären, mussten sich Reisebüro-Mitarbeiter in der Zentrale einen Rückruftermin geben lassen – ein zeitlicher Aufwand, den viele Buchungskunden nicht auf sich nehmen wollten. Vertriebschef Hubert Kluske entschuldigte sich dafür neulich auf einem Reisebürokongress und räumte ein, die Erreichbarkeit des Veranstalters für den Vertrieb sei „nicht so gewesen, wie wir uns das vorstellen“.

Andryszak hingegen erklärte in einem Podcast, dass er den Vertrieb über stationäre Reisebüros nicht mehr für zukunftsfähig halte. Zudem vergrätzte er die Agenturen, indem er Tui-Kunden auffordere, dem Konzern ihre persönlichen Adressen zur Verfügung zu stellen. Der Reisebüroverband VUSR äußerte die Befürchtung, Tui könnte anhand der Daten künftig den Direktvertrieb forcieren.

Andryszaks mächtiger Fokus auf den Onlinevertrieb dürfte sich für Tui in diesen Tagen rächen. Denn die Unsicherheiten rund um den Urlaub in Corona-Zeiten treibt die Urlaubswilligen nun wieder verstärkt in die Reisebüros. Selbst L’tur-Gründer Karlheinz Kögel, in dessen Unternehmen Andryszak später selbst als Geschäftsführer wirkte, vertreibt Urlaubspakete der Lufthansa-Tochter Eurowings seit wenigen Tagen zusätzlich über stationäre Reisebüros. „Allen Unkenrufen zum Trotz werden Reisebüros auch in Zukunft nicht an Relevanz verlieren“, erklärte der Touristik-Veteran.

Möglicherweise wird Tui Deutschland dem Rat im Anschluss an den Managementwechsel folgen, wie Tui-Vorstand David Burling in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter andeutete: „Wir werden weiter an uns arbeiten, zuhören und auch den Dialog mit Kunden und Partnern weiter stärken.“

Mehr: Storno, Rückerstattung, Quarantäne: Die wichtigsten Infos für den gebuchten Sommerurlaub

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