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Marjorie Brabet-Friel im Interview Neuer Real-Eigentümer SCP Group kündigt harte Restrukturierung an

Die Chefin der SCP-Group spricht über die Neuaufstellung von Real und den Kampf um Arbeitsplätze. Von der Onlineplattform will sich Marjorie Brabet-Friel trennen.
19.02.2020 - 17:59 Uhr Kommentieren
Real: Neuer Eigentümer SCP Group kündigt harte Restrukturierung an Quelle: Karolina Webb
Marjorie Brabet-Friel, CEO der SCP Group

„Wir können erst nach dem Abschluss des Kaufvertrages mit Metro in die konkreten Verhandlungen mit neuen Betreibern gehen.“

(Foto: Karolina Webb)

Düsseldorf Der Käufer der Warenhauskette Real hat eine harte Restrukturierung für das angeschlagene Unternehmen angekündigt. „Es ist in der Tat eine herausfordernde Akquisition, Real so wie es heute ist, ist nicht zukunftsfähig“, sagte Marjorie Brabet-Friel, Vorstandschefin der SCP Group im Gespräch mit dem Handelsblatt.

„Wir treffen keine überhasteten Entscheidungen und geben Real eine faire Chance“, sagte sie, aber ergänzte: „Wir sehen heute schon, dass es schwierig wird.“ Dazu stellte aber auch klar: „Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten.“

Keine Zukunft sieht sie für den Onlinemarktplatz real.de im Unternehmen. „Den wollen wir nicht selber betreiben, für diesen Teil des Unternehmens suchen wir einen Käufer“, kündigte sie an. Wer dafür in Frage kommt, ist jedoch noch offen.

Metro hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass die Verträge über einen Verkauf von Real an die SCP Group unterzeichnet sind. Der Vertrag steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Aufsichtsgremiums der russischen Sistema PJSFC, die hinter SCP steht und die Finanzierung der Übernahme sicherstellt.

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Standort erkennen

    Sistema teilte ebenfalls am Dienstag in Moskau mit, dass man dafür bis zu 263 Millionen Euro zur Verfügung stelle. Metro erwartet der eigenen Mitteilung zufolge einen Netto-Mittelzufluss in Höhe von 300 Millionen Euro. Real betreibt zurzeit 276 Standorte. Von denen will die SCP Group rund 50 Märkte zwei Jahre lang unter der Marke Real weiterbetreiben. Die restlichen sollen an andere Betreiber verkauft oder geschlossen werden.

    Lesen Sie hier das Interview im Wortlaut

    Frau Brabet-Friel, Real macht seit Jahren Verluste, der Umsatz sinkt, hohe Investitionen sind notwendig um die Läden zu modernisieren. Was war für Sie an dem Kauf so attraktiv?
    Es ist in der Tat eine herausfordernde Akquisition, Real so wie es heute ist, ist nicht zukunftsfähig.

    Warum haben sie es dann übernommen?
    Wir schauen auf Real aus einem anderen Blickwinkel. Es ist eine Frage der richtigen Nutzung. Man muss sich jeden Standort separat anschauen: Manche sind jetzt schon sehr erfolgreich, andere brauchen einen neuen Partner, um wieder erfolgreich zu werden. Für jeden Markt suchen wir eine individuelle Lösung.

    Was macht diese Übernahme so kompliziert?
    Dass es eine zweistufige Akquisition ist. Wir können erst nach dem Abschluss des Kaufvertrages mit Metro in die konkreten Verhandlungen mit neuen Betreibern gehen. Wir hoffen jetzt, dass wir so rasch wie möglich die Kartellfreigabe erhalten. Unser Ziel ist es, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu retten.

    Aber es gibt auch Standorte, für die gar keine Zukunft besteht?
    Ja, aber es werden nach unseren heutigen Vorstellungen ungefähr 30 Standorte geschlossen. Die genaue Zahl klärt sich in den kommenden vier bis fünf Monaten. Bis dahin wollen wir auch klarer sehen, welche Standorte an welchen neuen Betreiber gehen und welche wir in der Kerngesellschaft unter der Marke Real behalten.

    Grafik

    Kann denn ein kleiner Kern von Geschäften unter der Marke Real angesichts der harten Konkurrenz überhaupt überleben?
    Wir treffen keine überhasteten Entscheidungen und geben Real eine faire Chance. Aber wir sehen heute schon, dass es schwierig wird. Es gibt Überlegungen, stärker auch auf digitale Lösungen in den Märkten zu setzen.

    Spielt bei diesen Überlegungen auch der Onlinemarktplatz real.de eine zentrale Rolle?
    Nein, den wollen wir nicht selber betreiben, für diesen Teil des Unternehmens suchen wir einen Käufer.

    Frau Brabet-Friel, vielen Dank für das Gespräch.

    Mehr: Rund neun Monaten später als geplant verkauft Metro die defizitäre SB-Warenhaustochter an Investoren.

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