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Fabian Siegel

Der Gründer von Marley Spoon will an die australische Börse gehen.

(Foto: imago/photothek)

Marley Spoon Wie Gründer Fabian Siegel es mit Kochboxen an die australische Börse schaffte

Mit Kochboxen will der Seriengründer den Online-Lebensmittelmarkt revolutionieren – das nötige Geld dazu holt er sich nun an der australischen Börse.
09.07.2018 - 21:00 Uhr Kommentieren

Mutter und Vater Siegel war der Tatendrang des Sohnes nicht ganz geheuer: 1996, als Student der Volkswirtschaftslehre, gründete Fabian Siegel mit einem Studienfreund eine Online-Auktionsplattform: „Ob es das Internet morgen noch geben würde, wisse man nicht, haben meine Eltern damals gewarnt“, erzählt der Seriengründer heute. Er hörte auf die Eltern – und machte erst seinen VWL-Abschluss.

Danach widmete er sich gänzlich dem Internet: 2000 war Siegel Mitgründer von ClickandBuy, zog in die USA. Nach dem Verkauf an die Deutsche Telekom wurde er Co-Chef bei Lieferheld. 2013 wechselte er die Seiten und heuerte bei Global Founders Capital an, dem Wagniskapitalgeber der Samwer-Brüder. Lange hielt es ihn dort aber nicht: „Mir hat das reine Investorendasein keinen Spaß gemacht – irgendwie war das eine ziemlich einsame Beschäftigung“, sagt der 43-Jährige.

Etwas aufbauen, das sei sein Ding, meint er. Den Samwers blieb er trotzdem treu – 2014 startete er den Kochboxenversender Marley Spoon mit Rocket Internet als Investor. Vier Jahre später ist die Firma in sechs Ländern aktiv, darunter Deutschland, den USA und Australien. Down Under ging es in der vergangenen Woche an die Börse – eine Wette auf die steigende Lust der Menschen auf Kochboxen.

Im Internet Rezepte auswählen und dann die entsprechenden Zutaten an die Haustür geliefert bekommen, das ist das Geschäftsmodell von Marley Spoon. Aber auch von Blue Apron und einem anderen Rocket-Gezücht: Hello Fresh. Beide sind seit 2017 ebenfalls an der Börse gelistet.

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    Keine Angst vor Konkurrenz

    Siegel, der zwischen Berlin und New York pendelt, scheut die Konkurrenz nicht: „Es gibt genug Platz auf dem Markt“, meint er. Zudem böte Marley Spoon in den USA mit „Dinnerly“ eine kostengünstige Alternative zu dem höherpreisigen Angebot: „Nicht jeder kann über zehn Euro für eine Mahlzeit ausgeben“, erklärt er. Dinnerly richte sich an „die nicht so kaufkräftigen Kunden“.

    Daran glaubt auch Investor Lakestar, der Siegel bei der Umsetzung seiner Börsenpläne unterstützte: „Zunächst einmal verträgt der 3,5 Billionen Dollar große und stark wachsende Food-Service-Markt mit Sicherheit mehrere globale Player“, sagt Partner Christoph Schuh.

    Mit Marley Spoon setze man im Wettbewerbsvergleich auf mehr Auswahl und starke Partnerschaften wie etwa mit Martha Stewart. Die Koch-Ikone ist in den USA Teil des Markennamens und berät das Unternehmen bei der Rezept- und Produktentwicklung. Rund 111.000 aktive Kunden hat Marley Spoon laut eigenen Angaben weltweit.

    Die eigentliche Konkurrenz seien ohnehin die Supermärkte, meint Siegel: „Und die haben einen ziemlichen Wettbewerbsnachteil, weil sie ihre Kunden nicht kennen.“ Marley Spoon wisse genau, wer was wann brauche – und könne besser planen.

    Nicht alle sehen das so: „Es ist unklar, ob es eine ausreichend große Anzahl treuer Kunden gibt, um so ein Modell ökonomisch sinnvoll zu betreiben“, meint E-Commerce-Experte Alexander Graf. Auch Hello Fresh und Blue Apron hätten das noch nicht bewiesen. Profitabel ist auch Marley Spoon noch nicht.

    Siegel hält indes an seinem Erfolgsversprechen fest. Australien ist für ihn ein „sehr reifer Markt – hier werden wir im zweiten Halbjahr des Jahres profitabel sein“, prophezeit er. „Wir peilen in diesem Jahr 93 Millionen Euro Umsatz an.“

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