Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

McDonald's Konkurrent Hooters Ein Burger zu viel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bekannten Ex-McDonalds-Betreiber wegen Betrugs. Der Verdacht: Harald G. soll in seiner aktiven Zeit in die illegale Vergabe von Unterlizenzen verwickelt gewesen sein – ausgerechnet beim Burger-Konkurrenten Hooters.
Kommentieren
Ex-McDonalds-Betreiber Harald G. mit zwei Hooters-Mitarbeiterinnen: Der Fast-Food-Unternehmer wird verdächtigt, an der illegalen Vergaben von Unterlizenzen beteiligt zu sein.

Ex-McDonalds-Betreiber Harald G. mit zwei Hooters-Mitarbeiterinnen: Der Fast-Food-Unternehmer wird verdächtigt, an der illegalen Vergaben von Unterlizenzen beteiligt zu sein.

DüsseldorfHarald G. ist ein bekannter Mann im Saarland. Er ist nicht nur der Neffe eines früheren deutschen Bundeskanzlers. Bis vor kurzem war Harald G. auch der größte Betreiber von McDonalds-Restaurants in der Region – und vielfach abgelichteter Unternehmer. Mal lächelt G. bei einer Filial-Einweihung in die Kamera, mal bei einer Tagung des Wirtschaftsverbandes. Oder er posiert werbewirksam beim Ortstermin in der Provinz, wenn es um die Beseitigung von McDonalds-Verpackungen geht.

Fotos ganz anderen Kalibers führen nun dazu, dass sich auch die Staatsanwaltschaft für den Saarländer interessiert. Dieses Mal stammen die Bilder nicht aus der deutschen Provinz, sondern aus Hollywood – und haben womöglich strafrechtliche Folgen. Die Ankläger verdächtigen G., in die Affäre um die illegale Vergabe von deutschen Unterlizenzen verwickelt zu sein – ausgerechnet für den damaligen Burgerkonkurrenten Hooters.

Wie aus einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hervorgeht, das dem Handelsblatt vorliegt, richtet sich das Verfahren gegen G. sowie gegen den Saarländer Unternehmensberater Michael Rennig, den die Staatsanwaltschaft Frankfurt in dieser Angelegenheit schon angeklagt hat. G. bestätigte die Ermittlungen, will sich aber nicht inhaltlich äußern. Rennig ließ eine Anfrage zu den Vorgängen unbeantwortet. Er hatte zuvor jeglichen Betrugsverdacht zurückgewiesen.

Hooters (deutsch: Hupen) ist für seine vollbusigen Kellnerinnen in aufreizender Kleidung bekannt. Während das Geschäft in den USA und anderen Ländern zu florieren scheint, sind in Deutschland nahezu alle Filialen wieder geschlossen – und ein Fall für die Justiz.

Wie das Handelsblatt berichtete, ermitteln mehrere Staatsanwaltschaften. Der Hauptverantwortliche Rennig soll angeworbene Hooters-Filialbetreiber mit Unterlizenz-Verträgen angelockt und dann ausgebeutet haben – obwohl der US-Mutterkonzern die Vergabe von Unterlizenzen ausdrücklich untersagt hatte. Rennig stand damals unter anderem hinter den Firmen Wings of Germany und Flying Wings SA, die die Lizenzen von Hooters of America für große Teile Deutschlands erworben haben.

Die meisten Filialen gingen insolvent. Ein Restaurant in Nordrhein-Westfalen etwa häufte schnell Verluste von fast einer Million Euro an.

McDonalds-Restaurants an Sohn übertragen

G. (l.) und der Hauptverantwortliche Unternehmensberater Michael Rennig bei der Vertragsunterzeichnung in Hollywood: Der US-Mutterkonzern hatte die Vergabe von Sub-Lizenzen ausdrücklich untersagt.

G. (l.) und der Hauptverantwortliche Unternehmensberater Michael Rennig bei der Vertragsunterzeichnung in Hollywood: Der US-Mutterkonzern hatte die Vergabe von Sub-Lizenzen ausdrücklich untersagt.

Nun sind vor wenigen Monaten Fotos aufgetaucht, die zeigen, dass auch G. einen jener Sub-Verträge abzeichnet, die es laut den Hooters-Statuten gar nicht geben dürfte. Zahlreiche Bilder dokumentieren, dass G. Mitte 2009 in Hollywood einen solchen Kontrakt für ein Hooters-Restaurant in Karlsruhe auf jeder Seite per Kürzel abzeichnet und danach unterschreibt. Dem Handelsblatt liegt die eidesstattliche Versicherung eines Teilnehmers vor, dass G. das Papier für Wings of Germany unterzeichnete.

Dessen Verteidiger begründet das Schweigen seines Mandanten dazu, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele. Gesprächiger zeigt sich der Jurist lediglich zu einer anderen heiklen Frage: Hat G.s kürzlicher Ausstieg bei McDonalds mit den Ermittlungen zu tun?

Nach Bekanntwerden der Fotos aus Hollywood hatte McDonalds eine interne Untersuchung eingeleitet. Erst danach übertrug G. offenbar sein Geschäft vollständig auf seinen Sohn. Die von G. geführte Firma wurde laut Handelsregister Ende Oktober 2013 aufgelöst. Sowohl der Verdächtige als auch der Konzern bestreiten aber einen Zusammenhang.

„Im Zuge der schon längerfristig geplanten Generationennachfolge hat mein Mandant die von ihm bislang - noch - betriebenen Restaurants an seinen Sohn übergeben; dies entspricht auch der strategischen Ausrichtung von McDonalds“, so G.s Anwalt. Ganz ähnlich äußert sich der Konzern. Es sei dort durchaus übliche Praxis, dass Restaurants von einem Franchise-Nehmer auf seine Kinder übergehen könnten.

Zu dem Ergebnis der internen Prüfung will sich McDonalds hingegen nicht äußern. Fest steht jedenfalls: die gefundene Lösung dürfte dem McDonalds-Kunden kaum auffallen. Sohn und Vater tragen nicht nur den gleichen Nachnamen. Auch der Vorname ist identisch.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "McDonald's Konkurrent Hooters: Ein Burger zu viel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.