McDonald's und Burger King testen Lieferservice Die Fast-Food-Revolution

In Zeiten von Amazon & Co. lassen sich Menschen Produkte bequem nach Hause liefern. Von diesem Trend wollen auch Fast-Food-Ketten profitieren. Das Rennen um die Vorherrschaft im Burger-Liefergeschäft hat begonnen.
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McDonald's trauert um Big-Mac-Erfinder

MünchenMit ein paar Klicks bequem zur warmen Mahlzeit – das Geschäft mit Essenslieferungen in Deutschland boomt und bringt die umkämpfte Gastrobranche weiter in Bewegung. Wer seine Speisen über Bestell-Plattformen anbietet und per Bote ausliefert, kann sich zusätzliche Kunden und Umsätze erschließen. Davon wollen auch die großen Fast-Food-Ketten einen ordentlichen Bissen abhaben. Nach Burger King nimmt jetzt auch McDonald's den Heimservice ins Visier.

„Home Delivery spielt eine zunehmend größere Rolle im Essverhalten in Deutschland“, sagt McDonald's-Deutschland-Chef Holger Beeck. Noch läuft ein relativ bescheidener Test in Osnabrück und in je einem Restaurant in Köln und München, und offiziell soll erst im kommenden Jahr entschieden werden, ob der Probelauf ausgeweitet wird.

Dass McDonald's aber mit Deliveroo und Foodora bereits zwei wachstumsträchtige Partner für den neuen Service ausgeguckt hat, zeigt, dass der Fast-Food-Riese es ernst meint mit den Plänen.

45 Jahre nach dem Markteintritt in Deutschland steht McDonald's damit vor dem nächsten Großprojekt. Am 4. Dezember 1971 hatte das US-Unternehmen im Münchner Stadtteil Giesing ein erstes Restaurant eröffnet. Die Kartoffeln für die Pommes Frites wurden damals noch von Hand geschält, sagt Beeck. Das ist heute nur noch schwer vorstellbar.

In den deutschlandweit 1478 Restaurants arbeiten mittlerweile 58.000 Menschen, die Umsätze beliefen sich im vergangenen Jahr auf rund drei Milliarden Euro. Damit führt McDonald's die Rangliste der deutschen Systemgastronomen seit vielen Jahren mit weitem Abstand an. Zum Vergleich: Burger King als Nummer zwei der Branche kam bei bundesweit 700 Restaurants zuletzt auf 840 Millionen Euro Umsatz.

So sieht der McDonald's der Zukunft aus
Neues Konzept
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In 72 Filialen testet McDonald’s seit dem 4. Juli das neue Konzept „Restaurant der Zukunft“. Ob McDonald’s so die Gunst der Kunden, die lieber zum Edelburger-Brater gehen, zurückgewinnen kann, ist fraglich. Die Änderungen im Überblick.

Mehr Individualität
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McDonald’s will künftig stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden eingehen, sagt Deutschland-Chef Holger Beeck. Deswegen können Kunden in den neuen Filialen die Burger so zusammenstellen, wie es ihnen beliebt: Keine Gurken, dafür extra Tomaten und doppelt Fleisch? „Mach deinen Mäc“ heißt das Programm.

Am automatisierten Terminal
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Den Burger nach eigenem Gusto erstellt der Kunde am automatisierten Terminal oder via Smartphone-App. Auch die Bezahlung erfolgt so.

Mehr Fleisch
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Wer verlorene Kunden zurückgewinnen will, muss von der Konkurrenz lernen. So bieten die Amerikaner in den neuen Filialen „Gourmetburger“ mit höherem Fleischanteil an, die Teil der sogenannten „Signature Collection“ sind und pro Burger zwei Euro mehr kosten.

Tischservice
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Die „Gourmetburger“ werden wie in einem à-la-Carte-Restaurant direkt an den Platz geliefert.

Überarbeitetes Küchensystem
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Ebenfalls neu: Die Burger sollen erst nach der Bestellung zubereitet werden – dafür wird das System in der Küche komplett umgestellt.

Neues Design
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Neben all diesen Neuerungen sollen die Filialen auch optisch deutlich verändert werden. Wie das aussieht, konnte man bisher nur in der Filiale am Frankfurter Flughafen (im Bild) in Augenschein nehmen – hier hatte McDonald’s die „Filiale der Zukunft“ im vergangenen Jahr vorgestellt.

Dem kleineren Konkurrenten dürfte es wenig schmecken, wenn jetzt auch McDonald's das Liefergeschäft für sich entdeckt. Burger-King-Deutschlandchef Andreas Bork hatte kürzlich der „Welt am Sonntag“ gesagt, der Lieferservice sei bei seinem Unternehmen „längst Standard in rund 100 Restaurants.“ Im kommenden Jahr sollen noch einmal so viele Filialen in das Liefernetz von Burger King aufgenommen werden. Auch sonst könnten sich die Nummer eins und zwei auf dem deutschen Markt mit ihren Expansionsplänen künftig aber noch kräftig ins Gehege kommen.

Wer den Fast-Food-Riesen sonst noch Konkurrenz macht
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