Media-Markt und Metro Metro startet Online-Shop für Saturn

Nach langem Warten bekommt zumindest die Metro-Sparte Saturn einen eigenen Onlineshop. Und auch Media-Markt soll folgen. Bis es soweit ist, freut sich Metro über gute Zahlen.
Update: 22.03.2011 - 09:57 Uhr Kommentieren
Ein Kunde in einem Saturn-Kaufhaus in Düsseldorf. Quelle: dpa

Ein Kunde in einem Saturn-Kaufhaus in Düsseldorf.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Handelsriese Metro will nach dem 2010 erreichten Gewinnsprung und einer deutlich erhöhten Dividende weiter zulegen. Der Umsatz soll 2011 steigen, der operative Gewinn vor Sonderfaktoren soll um rund zehn Prozent in die Höhe schießen, teilte Metro am Dienstag mit. Voraussetzung sei aber, dass das wirtschaftliche Umfeld sich nicht durch die Auswirkungen des Bebens in Japan und die politischen Unsicherheiten um die Entwicklung in Nordafrika verschlechtert. Die Investitionen will Metro auf 2,2 Milliarden Euro in die Höhe schrauben, über 110 neue Märkte sollen eröffnet werden.

Noch wichtiger als neue Märkte ist wohl aber, dass die Metro-Tochter Saturn nach langen Debatten noch 2011 mit einem eigenen Online-Vertrieb in Deutschland an den Start gehen. Die Plattform des Elektronikhändlers solle im zweiten Halbjahr ins Netz gestellt werden, kündigte Metro am Dienstag an. Auch Media-Markt wolle mit einer eigenen Plattform starten.  

Metro selbst kann auf gute Zahlen blicken. Im vierten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erreichte die Metro einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von 1,5 Milliarden Euro, nach Sonderfaktoren waren es 1,4 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Minderheiten verdoppelte sich fast auf 673 (361) Millionen Euro. Im Gesamtjahr erzielte der Konzern damit ein Rekordergebnis, das Ebit vor Sonderfaktoren legte um knapp 20 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Die Aktionäre sollen für 2010 eine deutlich auf 1,35 (Vorjahr: 1,18) Euro erhöhte Dividende erhalten, mehr als von Analysten erwartet. Beim Umsatz hatte Metro 2010 keine großen Sprünge machen können. Vor allem der Wintereinbruch vor Weihnachten sorgte dafür, dass die Kassen nicht so oft klingelten wie erhofft.

Metros Stärken und Schwächen
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Deutschlands größter Handelskonzern blickt wieder optimistischer in die Zukunft. Der Vorstandsvorsitzende der Metro AG, Eckhard Cordes, konnte für 2010 einen Gewinnsprung melden und wird die Dividende erhöhen. Im laufenden Jahr soll der Umsatz weiter wachsen und der operative Gewinn vor Sonderfaktoren um 10 Prozent zulegen. Trotzdem hat der eigentlich stark aufgestellte Konzern einige Probleme. Handelsblatt Online zeigt die Stärken und Schwächen des Metrokonzerns. Foto: AP

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Stärke 1: Europameister im Elektonikhandel. Groß ist geil. Mit den scheinbaren Wettbewerbern Media-Markt und Saturn hat sich der Metro-Konzern im Elektronikfachhandel längst die Europameisterschaft erkämpft. Mit einem Umsatz von 20,8 Milliarden Euro lassen die Ingolstädter den Zweitplatzierten, die britische Kette Dixons Store Group (DSG), deutlich hinter sich. Foto: dpa

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Die Größe zahlt sich beim Poker um die Preiskondition aus, die Media-Saturn den Lieferanten abringt. Kaum ein Elektronikhändler in Deutschland dürfte bei der Industrie derzeit günstiger einkaufen. Durch aggressive Werbung präsentieren sich die beiden Ketten zudem als Billigheimer, ohne den Kunden tatsächlich hohe Preisabschläge bieten zu müssen. Allerdings gibt es jetzt Streit mit den Media-Saturn-Gründerfamilien Kellerhals und Stiefel, die Metro vorwerfen, sie wolle ihre Sperrminorität im Media-Saturn-Gesellschafterausschuss aushebeln. Foto: dpa

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Stärke 2: Ordentliche Kapitalrendite. Das für das Geschäftsvermögen der Metro eingesetzte Kapital verzinst sich deutlich besser, als es die vergleichsweise bescheidene Umsatzrendite vermuten lässt. Der Grund: Die Düsseldorfer genießen bei ihren Lieferanten zwar nur selten die besten Einkaufspreise. Dafür haben ihre zinslosen Lieferantenkredite meist eine deutlich längere Laufzeit als bei der Konkurrenz. Insider berichten, dass viele Rechnungen erst nach zwei Monaten zu bezahlen seien. Foto: ap

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Dies aber hat deutliche Auswirkungen auf die Rendite des eingesetzten Konzernkapitals. Analysten von Bank of America/Merrill Lynch entdeckten Erstaunliches, als sie für 2010 den Return on Capital Employed (Roce) errechneten. Hier lässt Metro - bis auf den belgischen Wettbewerber Colruyt und den Portugiesen Jeronimo Martins - sämtliche europäischen Wettbewerber hinter sich. Selbst Tesco, Carrefour und Ahold reichen nicht an die Kapitalrendite der Düsseldorfer heran. Nur Wal-Mart ist besser. Foto: dpa

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Stärke 3: Leicht zu exportierendes Ladenformat. Bei seiner Expansion ins Ausland profitiert der Metro-Konzern davon, dass sich seine Cash-&-Carry-Märkte wie kaum ein anderes Handelsformat mühelos ins Ausland exportieren lassen. Weil ein großer Teil der Ware oft direkt die Abholgroßmärkte erreicht, müssen die Düsseldorfer im Ausland mit vergleichsweise wenigen Zentrallagern arbeiten. Foto: dpa

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Die schmucklosen Großmärkte sind in ihren Verkaufsräumen standardmäßig mit Hochregal-Lagerflächen ausgestattet. Hinzu kommt, dass die Märkte stets nach dem Baukastensystem entstehen, was die Kosten drückt. Ein neuer Cash-&-Carry-Markt ist schon für 15 Millionen Euro Investitionssumme zu haben - gerechnet auf den prognostizierten Quadratmeterumsatz damit ein Schnäppchen. Foto: dpa

Einen Gewinnsprung verzeichnete das langjährige Sorgenkind Real. Die Kette verzeichnete 2010 einen operativen Gewinn vor Sonderfaktoren von 132 (52) Millionen Euro. Real kann nun auf einen Verbleib unter dem Konzerndach der Metro hoffen. Das gilt auch für die Tochter Kaufhof, die für Cordes nicht mehr zum Kerngeschäft gehört. In beiden Fällen dürfte die Metro aber schwach werden, wenn ein Investor ausreichend Geld für die Ketten auf den Tisch legt.

Wachsen will der Konzern 2011 in Asien. Die Metro wagt deshalb mit ihrer Großmarktkette Cash&Carry wie bereits in der vergangenen Woche angekündigt den Sprung nach Indonesien. Metro-Konkurrent Carrefour setzt ebenfalls auf die Expansion im Ausland. Allein in den Schwellenländern will der französische Konzern 2011 rund 800 neue Geschäfte eröffnen. Auch Carrefour will zudem die Kosten drücken: Die weltweite Nummer Zwei der Branche nach dem US-Rivalen Wal-Mart steckt mitten in einem auf drei Jahre angelegten Sparplan. Metro konnte 2010 die Kosten durch Einsparungen um über 500 Millionen Euro drücken.

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