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Media Markt und Saturn Investoren lassen Ceconomy nach schwachen Quartalszahlen fallen

Ohne die Fußball-WM wären die Ceconomy-Zahlen vermutlich noch schlechter. Europas größter Elektronikkette stehen schwierige Monate bevor. Die Aktie stürzt ab.
14.08.2018 - 10:55 Uhr Kommentieren
Die Elektronik-Kette hat ein schwaches Quartal hinter sich – und ein noch schwieriges vor sich. Quelle: dpa
Schwache Ceconomy-Zahlen

Die Elektronik-Kette hat ein schwaches Quartal hinter sich – und ein noch schwieriges vor sich.

(Foto: dpa)

Es gibt Gewohnheiten, die ändern sich nicht, komme was wolle. Dazu gehört, dass sich Fußballfans zur Weltmeisterschaft einen neuen Fernseher zulegen. So war es auch dieses Jahr, und das war das große Glück von Pieter Haas.

So konnte der Vorstandschef von Ceconomy für das vergangene, dritte Quartal des Geschäftsjahrs zumindest einen stabilen Umsatz verkünden. 100 Millionen Euro habe das Geschäft rund um das Sportspektakel in die Kassen der Läden gespült, erläuterte der Manager an diesem Dienstag.

Vor fast genau einem Jahr ist die Muttergesellschaft von Media-Markt und Saturn entstanden. Bis dahin war sie Teil des Handelskonzerns Metro. Es war seither keine einfache Zeit für Haas. „Das erste Jahr war teilweise etwas holpriger, als wir das erhofft hatten“, gestand der Manager an diesem Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Holprig? Börsianer sehen wohl eher einen Abgrund. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um mehr als die Hälfte eingebrochen. Am Dienstagmorgen gaben die Papiere rund sieben Prozent auf rund 6,50 Euro nach. Sie waren damit größter Verlierer im MDax.

Die Investoren verlieren zunehmend das Vertrauen, obwohl Banker nicht besonders überrascht waren von den Quartalszahlen. Während das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen geblieben sei, habe der Konzern beim bereinigten operativen Ergebnis besser als gedacht abgeschnitten, so Analyst Volker Bosse von der Baader Bank.

So stagnierte der Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr bei rund 4,6 Milliarden Euro. Operativ, also vor Zinsen und Steuern, lief ein Verlust von 30 Millionen Euro auf. Das sind zwar 19 Millionen weniger Verlust als zum selben Zeitraum des Vorjahrs. Aber von schwarzen Zahlen im Kerngeschäft ist das börsennotierte Unternehmen nach wie vor weit entfernt.

Zudem lastet die Vergangenheit schwer auf Ceconomy. Eine erneute Wertberichtigung auf den rund zehnprozentigen Anteil am Handelskonzern Metro von rund 138 Millionen Euro drückte die Firma unterm Strich mit 104 Millionen Euro in die Verlustzone.

Dabei versucht Haas alles, um Ceconomy endlich wieder auf Wachstumskurs zu bringen und Geld zu verdienen. Das verlustreiche Russlandengagement hat er im Frühsommer abgestoßen. Für das Geschäft in Schweden, das rote Zahlen schreibt, verspricht der 55-Jährige in den nächsten Monaten eine Lösung.

Gleichzeitig treibt er die Expansion voran. Der Holländer baut den Online-Handel vehement aus und bietet immer mehr Dienstleistungen in den Läden und zuhause bei den Kunden an. Das kommt gut an. Die Internetumsätze sind im dritten Quartal um gut ein Fünftel gestiegen und stehen jetzt für knapp 13 Prozent vom Konzernumsatz. Die Serviceerlöse kletterten sogar um ein Viertel und tragen gut acht Prozent zum gesamten Umsatz bei. Damit nicht genug: Haas verspricht, die Kosten binnen fünf Jahren um 250 Millionen Euro zu senken.

Zudem baut der Konzernherr das Filialnetz in der Türkei aus. Dort habe der Konzern die Umsätze zweistellig gesteigert und Marktanteile gewonnen. Doch angesichts der jüngsten politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen blicke er mit einer „gewissen Sorge“ auf die jüngste Wachstumshoffnung seines Unternehmens. 69 Läden betreibe Ceconomy in dem Land, bis zu 20 weitere seien geplant. Ob die wie geplant in den nächsten zwei, drei Jahren eröffnet werden, sei nun aber fraglich.

Es gibt trotz der Schwierigkeiten große Investoren, die fest an Ceconomy glauben. Ende Juni hat sich der Mobilfunkanbieter Freenet eingekauft. 277 Millionen Euro ließ sich Freenet die 9,1 prozentige Beteiligung kosten. Der Kaufpreis lag mit 8,50 Euro pro Aktie schon damals deutlich über dem Aktienkurs lag. Ceconomy bekam so wichtigen finanziellen Spielraum. Freenet wiederum hofft darauf, noch enger mit dem langjährigen Vertriebspartner zusammen zu arbeiten.

Große Sprünge sind bei Ceconomy in den nächsten Monaten allerdings nicht zu erwarten. Der heiße Sommer halte in diesen Tagen so manchen Konsumenten davon ab, die Läden zu besuchen. So verspricht Haas für das gesamte Geschäftsjahr lediglich einen leicht gestiegenen Umsatz und ein etwas besseres operatives Ergebnis.

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