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Medienbericht Douglas sondiert Verkauf von Thalia

Trennt sich Douglas von seiner Buchsparte Thalia? Einen Umbau hin zu kleineren Läden und womöglich einem dünneren Netz hat der Konzern bereits angekündigt. Die Leseabteilung verliert beständig Kunden an Internethändler.
15.02.2012 - 14:24 Uhr Kommentieren

Hagen Der Hagener Douglas-Konzern prüft einem Medienbericht zufolge den Verkauf seiner schwächelnden Buchsparte Thalia. Es gebe bereits Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren, berichtete das „Manager Magazin“ am Mittwoch unter Berufung auf Finanzkreise. Thalia hatte zuletzt knapp eine Milliarde Euro Umsatz erreicht und steht vor einer Umstrukturierung. Die Filialen der Buchsparte laufen nicht wie gewünscht, weil immer mehr Kunden lieber im Internet einkaufen.

Zu den Kaufinteressenten zählt nach Informationen des Magazins die US-Beteiligungsgesellschaft Najafi, die in der Vergangenheit bereits die Buchclubs des Bertelsmann-Konzerns in den USA und Frankreich erworben hat. Ein verbindliches Kaufangebot soll Douglas noch nicht vorliegen. Der Konzern, der vor allem durch die gleichnamige Parfümkette bekannt ist, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Es gebe derzeit in der gesamten Buchbranche regelmäßig Interessenbekundungen von dritter Seite, hieß es in einer Stellungnahme. Thalia arbeite, wie bereits bekannt, mit Hochdruck an einem Restrukturierungsprogramm. „Ziel ist es, nachhaltig wieder die Kapitalkosten zu verdienen“, erklärte das Unternehmen.

Die Buchsparte verliert derzeit Kunden an Internetgrößen wie Amazon. Die Umsätze stimmen noch, aber in den Sortimentsbuchhandlungen gingen die Erlöse auf vergleichbarer Fläche zurück. Douglas hatte Anfang des Jahres einen Umbau der Sparte angekündigt, der unter anderem eine Verkleinerung der bestehenden Filialen und gegebenenfalls auch Standortschließungen vorsieht. Durch die Kosten für die Restrukturierung erwartet Vorstandschef Henning Kreke, dass das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 (30. September) zurückgeht.

Zuletzt war Bewegung in den Konzern gekommen: Die Gründerfamilie Kreke hatte im Januar angekündigt, sie erwäge, Douglas von der Börse zu nehmen. Unterstützung könnten Finanzinvestoren bieten. Die Familie muss aber Rücksicht auf den Ulmer Drogerieunternehmer Erwin Müller nehmen. Er könnte von einer Option Gebrauch machen, seinen Anteil von gut zehn Prozent auf über 25 Prozent aufzustocken. Müller will sich frühestens zur Douglas-Hauptversammlung im März äußern.

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    Die Krekes kommen zusammen mit der verwandten Familie Eklöh auf rund 30 Prozent. Größter Einzelaktionär ist derzeit die Oetker-Gruppe mit fast 26 Prozent, mit der die Krekes nach Aussage von Vorstandschef Henning Kreke gut zusammenarbeiten.

    • dpa
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