Medienbranche: Umbruch bei Bertelsmann: RTL und Gruner+Jahr rücken zusammen
Der Unternehmenslenker will eine engere Zusammenführung von RTL und Gruner + Jahr.
Foto: Stefan Finger/laifDüsseldorf. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte hat der TV-Konzern RTL in diesem Frühjahr ein sogenanntes Freiwilligenprogramm angeboten. Mitarbeiter konnten sich im Intranet eine Abfindungssumme ausrechnen lassen. Das Management soll mit etwa 100 Freiwilligen gerechnet haben, heißt es aus Unternehmenskreisen. Tatsächlich hätten sich doppelt so viele gemeldet.
RTL, einst eine große Spaßfabrik mit kräftigen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn, Heimat für Krawall-Entertainer wie Dieter Bohlen, steckt inmitten eines großen Umbaus. Seit Jahren kämpft das Unternehmen gegen die großen Medientrends an: Die Zuschauer haben immer weniger Lust auf das klassische Fernsehen und verbringen ihre Zeit lieber mit Netflix-Filmen, Youtube-Videos, Spotify-Musik oder Facebook-Posts.
Die Coronakrise, die als Katalysator der Digitalisierung gilt, hat die Lage für RTL verschärft. Nicht nur die Zuschauer, auch die Werbekunden orientieren sich neu.
Im Coronajahr 2020 sank der Umsatz der RTL Group um 9,5 Prozent auf sechs Milliarden Euro. Eine ewige Abwehrschlacht gelte es zu kämpfen, heißt es bei RTL in Köln. Thomas Rabe, CEO der RTL Group, sucht den Befreiungsschlag – und sieht ihn unter anderem in einer Zusammenführung mit dem Verlagshaus Gruner + Jahr.