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Megacitys in Asien Das Geschäft mit dem Stau

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Österreichische Seilbahnen für Indonesien
Wie in der bolivianischen Hauptstadt könnten bald auch in Asien Gondeln die STraßen entlasten. Quelle: Reuters
Seilbahn in La Paz

Wie in der bolivianischen Hauptstadt könnten bald auch in Asien Gondeln die STraßen entlasten.

(Foto: Reuters)

Eine Geschäftschance in Indonesiens Verkehrskollaps sieht auch der österreichische Seilbahn-Hersteller Doppelmayr. Das am Bodensee ansässige Unternehmen ist bekannt für seine Gondeln, die Skifahrer auf Berggipfel bringen. Nun will die Firma auch in tropischen Megacitys stärker Fuß fassen und dort die Straßen entlasten. In der indonesischen Stadt Bandung, eine Metropolregion mit mehr als sieben Millionen Einwohnern, sollen die Bürger nach dem Willen der Stadtverwaltung bald in Doppelmayr-Gondeln über die Staus hinwegschweben können. Stadtplaner haben grünes Licht für das Projekt gegeben, das in Kürze starten soll. Ein ähnliches System ist bereits in der bolivianischen Stadt La Paz im Einsatz

„Die Seilbahn erschließt eine neue Verkehrsebene, nämlich den ersten Stock“, sagt Marketingleiter Ekkehard Assmann, der für die Vorzüge der Lösung wirbt. Die Gondeln ließen sich auch an Orten installieren, an denen der Platz für herkömmliche Verkehrsinfrastruktur fehlt – nötig seien nur ein paar Stützen sowie eine Anfangs- und Endstation. Zudem seien die Betriebskosten des weitgehend automatisierten Systems sehr gering.

Bandungs Bürgermeister Ridwan Kamil will die Gondelanlage zunächst einsetzen, um zwei Einkaufszentren miteinander zu verbinden. Zur Rushhour brauchen Autofahrer derzeit gut eine halbe Stunde für die Strecke. Passagiere in den geplanten Gondeln sollen den Weg, der in der Luft nur knapp einen Kilometer lang ist, in vier Minuten zurücklegen können. Für die Zukunft schwebt Bürgermeister Kamil ein zehn Kilometer langes Gondelnetz vor.

Einen Haken gibt es jedoch: Große Menschenmassen wie in U-Bahnen lassen sich in den Gondeln nicht transportieren. In Bandung geht man zunächst von knapp 5000 Personen pro Stunde aus. „Eine Seilbahn ist nicht die Lösung aller Verkehrsprobleme“, sagt Assmann. Für bestimmte Anwendungen, etwa als Verbindung zwischen den Stationen von zwei U-Bahn-Linien, mache sie aber durchaus Sinn.

Als Alternative bleiben die flinken Moped-Taxis. Allein in Bangkok sind rund 50.000 Fahrer registriert. Man erkennt die Fahrer an den orangenen Westen, meistens warten sie an zentralen Kreuzungen oder an U-Bahn-Haltestellen. Eine Fahrt mit ihnen ist in der Regel teurer als mit dem Taxi – für die Geschwindigkeit zahlen die Kunden gerne mehr.

Apps wie Go-Jek und Grabbike wollen nun neben der Geschwindigkeit auch noch Komfort bieten. „Kein Passagier soll länger als fünf Minuten warten müssen“, verspricht Grabtaxi-Chefin Juthasree. Der Kunde gibt in die App auch sein gewünschtes Ziel ein und sieht sofort den festgelegten Preis. Das erspart die ansonsten üblichen Verhandlungen mit dem Fahrer. Außerdem gibt es für die Passagiere bei Bedarf ein Regencape und einen Helm – in Städten wie Bangkok fahren Moped-Mitfahrer trotz der hohen Unfallgefahr meist ohne Kopfschutz.

Im Personentransport sieht Grabtaxi-Chefin aber erst den Anfang. Sie will auch Online-Einkäufe selbst während der Hauptverkehrszeit schnell ans Ziel bringen. „Wir wollen auch Dienstleister für kleine Unternehmen im E-Commerce werden“, sagt sie. „Es gibt einen großen Bedarf, dass die Waren in den verstopften Städten schnell und effizient verteilt werden.“

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