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#MeToo beim Sportartikelhersteller Under Armour verbietet Strip-Club-Besuche auf Unternehmenskosten

Sich mit Geschäftspartnern und Stars im Strip-Club amüsieren. Damit ist bei Under Armour Schluss. „Wir werden es besser machen“, verspricht Chef Kevin Plank.
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Frühere Mitarbeiterinnen des Sportartikelkonzerns kritisieren einen Mangel an echten Aufstiegschancen beim US-Unternehmen. Quelle: AFP
Under Armour

Frühere Mitarbeiterinnen des Sportartikelkonzerns kritisieren einen Mangel an echten Aufstiegschancen beim US-Unternehmen.

(Foto: AFP)

New YorkGeschäftspartner und Star-Athleten abends in den Strip Club einzuladen, war lange gängige Praxis beim US-Sportartikelhersteller Under Armour. Auch Gründer und Chef Kevin Plank machte da keine Ausnahme.

Doch seit Beginn des Jahres sei Schluss damit, wie das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf Insider berichtet. Mit den Unternehmens-Kreditkarten könnten diese Besuche nicht mehr bezahlt werden, hieß es in einer E-Mail aus dem Februar, wie jetzt bekannt wurde.

Einige Top-Manager von Under Armour hätten außerdem die Richtlinien des Unternehmens verletzt, indem sie sich weiblichen Untergebenen gegenüber unangemessen verhalten hätten, schreibt das „WSJ“ weiter. Mitarbeiterinnen seien zu einer jährlichen Unternehmens-Party für VIPs auf Kevin Planks privaten Reiterhof aufgrund ihrer Attraktivität eingeladen worden, heißt es in dem Bericht. Dieses Jahr fand die Party nicht statt.

Echte Chancen auf Beförderung hätten Frauen bei Under Armour bisher nicht gehabt, kritisierten einige frühere Mitarbeiterinnen – unter anderem weil einflussreiche Jobs von Planks Freunden und Familienmitgliedern besetzt worden waren.

Dazu gehörte auch Scott Plank, der Bruder des Gründers, der bis 2012 im oberen Management arbeitete. Nach Vorwürfen wegen sexuellen Fehlverhaltens verließ er seinen Posten bei Under Armour, um sich Immobilien- und Philanthropie-Projekten zu widmen, wie es offiziell hieß.

„Unsere Team-Mitglieder verdienen es, in einer respektvollen Umgebung zu arbeiten, die ihre Fähigkeiten fördert. Wir glauben, dass weltweit eine systematische Ungleichheit am Arbeitsplatz existiert und wir nehmen diesen Augenblick zum Anlass, um den kulturellen Wandel voranzutreiben, der bei Under Armour bereits begonnen hat. Wir können und werden es besser machen“, teilte Plank in einer Erklärung auf Anfrage des „WSJ“ zur Unternehmenskultur bei Under Armour mit.

Der heute 46-Jährige Plank, der als College-Student Football spielte, gründete das Unternehmen 1996 mit der Entwicklung eines Funktions-Shirts. 2005 ging Under Armour an die Börse. Zu den Fans der Marke gehören NBA-Basketballstar Stephen Curry, Golf-Profi Jordan Spieth und Skirennläuferin Lindsey Vonn.

Vor Kurzem schrieb das Unternehmen allerdings rote Zahlen und kündigte den Abbau von Arbeitsplätzen an. Im dritten Quartal ging es dann aber mit zweistelligen Wachstumsraten im Ausland wieder aufwärts. Unter dem Strich kletterte der Gewinn auf rund 75 Millionen Dollar von zuvor 54 Millionen.

Damit machen sich die umfangreichen Investitionen in das Auslandsgeschäft für den Adidas-Rivalen bezahlt. Angesichts der harten Konkurrenz von Nike und Adidas auf dem Heimatmarkt versucht Under Armour stärker auf anderen Märkten Fuß zu fassen. Während das Geschäft in Nordamerika leicht zurückging, legte der Auslandsumsatz um 15 Prozent zu.

US-Skirennfahrerin Lindsey Vonn (links) und Kunstturnerin Nastia Liukin neben Under Armour-Chef Kevin Plank. Quelle: AP
Neue Unternehmenskultur bei Under Armour

US-Skirennfahrerin Lindsey Vonn (links) und Kunstturnerin Nastia Liukin neben Under Armour-Chef Kevin Plank.

(Foto: AP)
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