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Metro-Tochter Investor x+bricks bleibt in seinen Bemühungen um Real hartnäckig

Metro ist in exklusiven Verhandlungen mit dem Immobilienunternehmen Redos. Trotzdem erhöht jetzt das konkurrierende Konsortium sein Gebot.
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Metro-Tochter: Konsortium um x+bricks legt Angebot für Real vor Quelle: picture alliance/dpa
Real-Supermarkt

Metro will sich von seiner Tochter trennen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Düsseldorf Das Bieterkonsortium um das Immobilienunternehmen x+bricks und die SCP Group bleibt in seinen Bemühungen um einen Kauf der Supermarktkette Real hartnäckig. Es hat dem Eigentümer Metro jetzt erneut ein verbessertes Angebot vorgelegt.

Metro hatte das vorherige Angebot von x+bricks zurückgewiesen und war Mitte Mai in exklusive Verhandlungen mit dem konkurrierenden Konsortium um den Immobilieninvestor Redos eingetreten. Wie die Metro bekanntgab, erwartet sie bei einer Einigung einen finanziellen Zufluss von 500 Millionen Euro. Dabei standen allein die Immobilien von Real ursprünglich mit 900 Millionen Euro in den Büchern.

Das Konsortium um x+bricks macht nun nach eigenen Angaben ein Angebot, das für Metro einen Gesamt-Mittelzufluss von deutlich über 500 Millionen Euro bedeute. „Wir sind überzeugt, dass unser verbessertes Angebot deutlich attraktiver für die Metro AG und ihre Aktionäre sowie für Real und die Real-Belegschaft ist, als das Angebot der anderen Bieter“, teilten Marjorie Brabet-Friel, CEO der SCP Group, und Sascha Wilhelm, CEO der x-bricks AG, mit.

Eine Metro-Sprecherin bestätigte den Erhalt eines Schreibens von x+bricks, betonte jedoch, dass man mit Redos eine Exklusivitätsvereinbarung geschlossen habe, weil Redos das wirtschaftlich attraktivste Angebot vorgelegt habe. Das Angebot biete zudem im Hinblick auf die Fusionskontrolle die höchste Umsetzungswahrscheinlichkeit. „Die Verhandlungen schreiten nach übereinstimmender Auffassung von Redos und Metro gut voran. Beide Parteien sind gewillt, diese Verhandlungen zu einem Erfolg zu führen. Wir sind der Überzeugung, dass dies im besten Interesse unserer Aktionäre, aber auch im Interesse von Real und seiner Mitarbeiter ist“, erklärte die Sprecherin.

Das Konsortium setzt offenbar seine Hoffnungen auf den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky, der über seine Holding EP Global Commerce ein Übernahmeangebot für die kompletten Anteile der Metro gemacht hat. Kretinsky hatte betont, dass er den Verkauf von Real nur als strategisch positiv ansieht, „wenn er zu fairen Konditionen für Metro durchgeführt wird“.

Zuvor schon hatte es aus dem Umfeld des Tschechen geheißen, er sei über den aktuellen Verkaufsprozess und die Verhandlungen mit Redos enttäuscht. Die bisher erzielten Vereinbarungen spiegelten weder den Wert der Real-Immobilien noch die des operativen Geschäfts wider.

Kretinsky hat sich bereits einen Anteil von 30 Prozent an Metro gesichert. Sollte er mit seinem Angebot für die restlichen Anteile rasch erfolgreich sein, dürfte er ein gewichtiges Wort beim Real-Verkauf mitreden.

Genau darauf steigen jetzt x+bricks und SCP ein. Das Übernahmeangebot von EP Global Commerce habe „die Bedingungen für Metro, ihre Aktionäre und andere Stakeholder erheblich verändert“, teilten sie mit. Deshalb sei eine Überprüfung und Neubewertung des Real-Verkaufsprozesses notwendig.

Doch der Verkaufspreis war nicht der einzige Knackpunkt in den Verhandlungen. Der Metro-Vorstand um CEO Olaf Koch hatte auch Sorge, dass es mit x+bricks kartellrechtliche Probleme geben könnte. So ist Teil dieses Konsortiums die Warenhauskette Kaufland, die zusammen mit ihrem Schwesterunternehmen Lidl bereits eine sehr starke Stellung im Lebensmittelhandel hat.

Kaufland hatte angekündigt, mindestens 100 der 280 Märkte aus dem Real-Portfolio übernehmen zu wollen, um sie unter der Marke Kaufland weiterzuführen. Dies könnte eine vertiefte Prüfung durch das Kartellamt nach sich ziehen, heißt es aus Kreisen des Metro-Vorstands was den Deal verzögern könnte. Die Juristen von x+bricks dagegen halten die Kartellproblematik für lösbar.

Wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, hatte das x+bricks-Konsortium mit Metro ein „Anti-Trust-Memo“ ausgehandelt. Darin sei geregelt gewesen, dass das gesamte Kartell-Risiko auf den Erwerber übergeht. So sei zum einen eine sogenannte „Stand still“-Periode vereinbart worden, die eine sofortige Weitergabe von Standorten beispielsweise an Kaufland ausschließt. Auch habe sich x+bricks verpflichtet, jede spätere Weitergabe von Standorten mit den Kartellbehörden zu klären - ohne dass dies auf Metro zurückgefallen wäre.

Mehr: Metro-Chef Olaf Koch muss ohnmächtig mit ansehen, wie derzeit andere die Entscheidungen treffen. Dabei nimmt er die Dinge gerne selbst in die Hand.

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