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Metro&Co Einzelhandel: Von wegen König Kunde

Metro ist Deutschlands größter Einzelhändler, doch den Großteil seines Umsatzes macht das Unternehmen im Ausland. Anders als die internationale Konkurrenz Wal-Mart und Tesco haben die Düsseldorfer den Heimatmarkt jahrelang vernächlässigt – mit Folgen für das Betriebsergebnis.
Die Handelskette Metro erreicht nicht die Marge seiner Konkurrenten. Quelle: ap

Die Handelskette Metro erreicht nicht die Marge seiner Konkurrenten.

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. Kein anderer Handelskonzern, brüstete sich 2007 der damalige Metro-Vorstandschef Hans-Joachim Körber, sei internationaler als der von ihm geführte Einzelhändler. Selbst den französischen Rivalen Carrefour habe man nach einem langen Wettlauf bei der Anzahl von Auslandsmärkten abgehängt.

Seither hat Metro seinen Auslandanteil sogar noch ausgebaut. 61 Prozent des Geschäfts erwirtschaftet der Eigentümer von Kaufhof, Media-Saturn, Real und Metro Cash & Carry inzwischen in seinen 31 Auslandmärkten. Die größeren Wettbewerber, Wal-Mart und Tesco, sind dagegen immer noch zu drei Vierteln von ihrem Heimatmarkt abhängig, und selbst Carrefour liegt aktuell mit seinem Auslandsanteil vier Prozentpunkte hinter Metro.

Den Stolz des Handels-Exportweltmeisters aber belächeln Metros Wettbewerber nur müde. Vergleicht man Deutschlands größtes Handelsunternehmen mit der internationalen Konkurrenz, zeigt sich ein gravierendes Versäumnis: der Dax-Konzern nämlich vernachlässigt seinen Heimatmarkt – und das mit negativen Folgen für das Betriebsergebnis.

Scheinbar paradox: Ausgerechnet die Einzelhändler Wal-Mart und Tesco, die stärker als ihre Konkurrenten an der heimischen Kundschaft hängen, schafften im vergangenen Jahr mit Ebit-Margen von 5,7 bis 5,9 Prozent deutlich bessere Ergebnisse als die Welteroberer Metro und Carrefour. Dabei waren ihre Heimatmärkte USA und Großbritannien deutlich stärker von der Wirtschaftskrise getroffen als Deutschland oder Frankreich.

Der große Abstand in Sachen Ertragskraft überrascht nicht nur deshalb. Innerhalb des Metro-Konzerns galt ausgerechnet die Osteuropa-Expansion bislang als unternehmerische Glanzleistung. In dieser Region verdienen die Düsseldorfer fast die Hälfte ihres Betriebsgewinns, obwohl von dort kaum mehr als ein Viertel der Umsätze stammt.

Doch der Vergleich mit der internationalen Konkurrenz spricht eine andere Sprache. Ebenso beim Wachstum ließen die heimatverbundenen Angelsachsen die internationalisierende europäische Konkurrenz hinter sich: Tesco legte gegenüber dem Vorjahr um elf, Wal-Mart um 7,2 Prozent zu. Metro und Carrefour mussten sich mit einem Plus von 5,8 Prozent begnügen, der einst mächtige niederländische Supermarktriese Ahold, der zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet, büßte sogar 8,6 Prozent seiner Erlöse ein. „Es zeigt sich, dass Unternehmen, die sich auf ihre Heimatmärkte konzentrieren, die kombinierten Abverkäufe etwas stärker steigerten“, stellt auch Jochen Kuhnert von der Beratungsfirma Deloitte fest.

Ein Blick auf die Heimatmärkte der Wettbewerber zeigt, woher Metros Versäumnis stammt. Bis auf die Elektronikkette Media-Saturn ist es keiner Metro-Tochter gelungen, als marktbeherrschender Anbieter den deutschen Wettbewerb zu kontrollieren. Mit einem landesweiten Umsatz von 32 Mrd. Euro rangiert der weltweit viertgrößte Einzelhändler in seiner Heimat sogar hinter Edeka und fast gleichauf mit Rewe. Hinzu kommen starke Rivalen wie Aldi, die für einen harten Preiskampf sorgen. „Unverändert ist Deutschland das Land mit besonders niedrigen Margen im Einzelhandel“, hat Handelsexperte Kuhnert errechnet.

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