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Mexiko Die verheerenden Folgen des Avocado-Hypes

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Staatsmacht stößt an ihre Grenzen
In der schwer zugänglichen Region sind Verbrechersyndikate und Bürgerwehren aktiv. Quelle: AP
Avocado-Ernte in Michoacán

In der schwer zugänglichen Region sind Verbrechersyndikate und Bürgerwehren aktiv.

(Foto: AP)

Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO wurden 2013 in Mexiko über 1,4 Millionen Tonnen Avocado geerntet. Für die Saison 2015/2016 rechneten die Produzenten mit 1,6 Millionen Tonnen. In Deutschland stieg der Import von Avocado von 10.700 Tonnen im Jahr 2013 auf zuletzt fast 16.000 Tonnen. In den USA hat der Pro-Kopf-Verbrauch von Avocado in den vergangenen 15 Jahren von zwei Pfund auf sieben Pfund zugelegt.

„Der hohe Wasserbedarf und der verstärkte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln könnten negative Folgen für die Bevölkerung haben“, warnt auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Die Avocado-Monokulturen benötigen etwa doppelt so viel Wasser wie die in der Region üblichen Nadelwälder.

Zuletzt gingen die Behörden verstärkt gegen Abholzung oder Umwidmung von Flächen vor. Mitte August schloss die Staatsanwaltschaft für Umweltschutz in Michoacán vier illegale Avocado-Felder. Ende Juli hatte die Bundespolizei bereits ein Dutzend Verdächtige festgenommen, die Felder auf einer kürzlich abgeholzten Fläche anlegen wollten.

In den Hochebenen von Michoacán gerät die Staatsmacht allerdings immer wieder an ihre Grenzen. In der schwer zugänglichen Region sind Verbrechersyndikate und Bürgerwehren aktiv. Nach einer massiven Offensive mit Tausenden Soldaten und Polizisten hat sich die Lage zwar etwas beruhigt. Richtig im Griff haben die Sicherheitskräfte den „Wilden Westen“ von Mexiko aber noch immer nicht.

Die Abholzung der Wälder und die intensive Landwirtschaft zerstören nach Einschätzung von Umweltschützer Navia nicht nur das Ökosystem, sondern auch den Zusammenhalt in der Region. 80 Prozent der Wälder in Mexiko gehören Dorfgemeinschaften – sogenannten Ejidos. Die Bewohner verwalten das Land gemeinsam, bestellen es aber individuell. „Wird das Land an mächtige Agrounternehmer verkauft, löst sich das soziale Gefüge auf“, sagt Navia.

  • dpa
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