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Michael Frege Dieser Insolvenzverwalter befasst sich seit Jahren mit Neckermanns Pleite

Michael Frege ist überzeugt, dass die Geschäftsführer des Versandhändlers zu spät gehandelt haben. Jetzt beginnt der Prozess gegen die Ex-Manager.
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Der wohl bekannteste Insolvenzverwalter Deutschlands wickelte auch die deutsche Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers ab. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Michael Frege

Der wohl bekannteste Insolvenzverwalter Deutschlands wickelte auch die deutsche Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers ab.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

DüsseldorfFast sieben Jahre ist es her, dass Europas einst größter Versandhändler Insolvenz anmelden musste. Am 18. Juli 2012 stellte Neckermann den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Und bereits am folgenden Tag übernahmen die Rechtsanwälte Michael Frege und Joachim Kühne von der Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle das Kommando.

Was ihnen gelang: Sie konnten die Neckermann-Tochter Happy Size an die Klingel-Gruppe verkaufen, außerdem ging die Marke Neckermann.de an den Hamburger Versandhändler Otto. Trotzdem ist ein Ende des Verfahrens noch lange nicht absehbar.

Einer der wesentlichen Gründe dafür ist, dass Frege und Kühne von ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten Geld verlangen, das diese nicht zu zahlen bereit sind. Die Insolvenzverwalter sind überzeugt, dass die Geschäftsführer zu spät reagiert haben.

Bereits am 23. Mai 2012 sei klar gewesen, dass Neckermann nicht mehr zu retten war. An diesem Tag scheiterten die Verhandlungen zwischen Eigentümern und Betriebsrat. Danach habe die Geschäftsführung noch rund zweieinhalb Monate lang Geld ausgegeben, ohne dazu befugt gewesen zu sein. Frege und sein Partner beziffern den Schaden auf 19,1 Millionen Euro.

Die Klage, die am Dienstag am Landgericht Frankfurt verhandelt wird, richtet sich nicht nur gegen die vier ehemaligen Geschäftsführer, sondern auch gegen sämtliche Aufsichtsräte. Sie hätten ihre Aufsichtspflichten verletzt, lautet der Vorwurf. Offen ist, ob die D&O-Versicherung einen Teil des potenziellen Schadens übernimmt, sie ist dem Verfahren beigetreten.

Mit dem 60-jährigen Michael Frege betreibt der wohl bekannteste Insolvenzverwalter Deutschlands den Prozess. Der Bruder des Frontmanns der Musikband „Die Toten Hosen“, Campino, wickelte auch schon die deutsche Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers ab – und erreichte eine Traumquote von 100 Prozent. Für die Neckermann-Gläubiger bleibt das illusorisch, selbst wenn die Ex-Führungsriege Millionen zahlen müsste.

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