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Miguel Patricio Neuer CEO bei Kraft Heinz kommt von Anheuser-Busch

Bernardo Hees tritt zum 30. Juni als CEO von Kraft Heinz zurück. Sein Rückzug kommt für das Unternehmen zu einem kritischen Zeitpunkt. Doch einen Nachfolger gibt es bereits.
Update: 22.04.2019 - 16:10 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Chief Market Officer von Anheuser-Busch wird neuer Kraft-Chef. Quelle: AP
Miguel Patricio

Der ehemalige Chief Market Officer von Anheuser-Busch wird neuer Kraft-Chef.

(Foto: AP)

Düsseldorf Der Ketchup-Hersteller Kraft Heinz steht vor einem Führungswechsel: CEO Bernardo Hees wird zum 30. Juni sein Amt niederlegen, das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Nachfolger wird Miguel Patricio, der seit zwei Jahrzehnten beim Biergiganten Anheuser-Busch arbeitet – zuletzt als Chief Market Officer.

Hees verlässt das Unternehmen zu einem kritischen Zeitpunkt. Kraft Heinz hat Schwierigkeiten, in der langsam wachsenden Lebensmittelbranche organisch zu wachsen und seinen Umsatz zu steigern. Viele Marken treffen offenbar nicht mehr den Geschmack der Kunden, die vermehrt bei frischen Nahrungsmitteln zugreifen. Einige Investoren hinterfragen deshalb die Unternehmensstrategie.

Diese beruht seit Jahren auf schuldenfinanzierten Übernahmen und rücksichtslosen Kosteneinsparungen. Viele Aktionäre stehen hinter dieser Unternehmensausrichtung, nicht zuletzt auch Warren Buffett. Die Investorenlegende ist der größte Anteilseigner des Ketchup-Herstellers.

Im vergangenen Geschäftsjahr ging die Strategie aufgrund von unerwartet hohen Kosten und überraschend niedrigen Einsparungen aber nicht mehr auf. 2018 rutschte das Unternehmen wegen einer 16 Milliarden Dollar hohen Abschreibung auf den Wert vieler Marken tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von knapp elf Milliarden Dollar im Vorjahr.

Neben den Abschreibungen schockierte Kraft Heinz die Anleger auch mit einer Untersuchung seiner Rechnungslegung durch die US-Börsenaufsicht SEC sowie eine Dividendenkürzung von mehr als einem Drittel. Die Abschreibung verringerte den Börsenwert des Unternehmens, in diesem Jahr gab die Aktie rund 23 Prozent nach. Allein am 22. Februar verlor das Unternehmen an der Börse mehr als 16 Milliarden an Wert.

Seitdem 2017 die Übernahme des europäischen Konsumgüterriesen Unilever für 143 Milliarden Dollar platzte, ist der Börsenwert von Kraft Heinz sogar um mehr als 70 Prozent gesunken. Hees war dadurch an der Unternehmensspitze zuletzt unter Druck geraten.

Hees leitet das Unternehmen seit dessen Gründung durch eine Fusion von Kraft Foods und Heinz im Jahr 2015, die Buffett zusammen mit der Private-Equity-Firma 3G Capital in die Wege geleitet hatte. Kraft Heinz dankte dem scheidenden CEO in seiner Mitteilung dafür, nach der Fusion das „Unternehmen durch seine erste Phase“ geleitet zu haben. Die zweite Phase soll jetzt Miguel Patricio angehen.

An der Börse kam der angekündigte Chefwechsel gut an: Die Aktie von Kraft Heinz legte um zwei Prozent zu.

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