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Milchkrise Bauernverband fordert Verdoppelung der EU-Hilfen

Europäische Milchbauern bangen um ihre Existenz: Die geringe Nachfrage in China und das russische Einfuhrverbot lassen die Preise in den Keller stürzen. Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht die EU in der Pflicht.
12.09.2015 - 13:07 Uhr
Mit dem sogenannten Interventionspreis legt die EU-Kommission fest, wie viel mindestens für ein landwirtschaftliches Produkt gezahlt werden muss. Bauernpräsident Rukwied sieht hier eine mögliche Stellschraube. Quelle: dpa
Interventionspreis

Mit dem sogenannten Interventionspreis legt die EU-Kommission fest, wie viel mindestens für ein landwirtschaftliches Produkt gezahlt werden muss. Bauernpräsident Rukwied sieht hier eine mögliche Stellschraube.

(Foto: dpa)

Berlin Bauernpräsident Joachim Rukwied hat die EU-Kommission aufgefordert, ihre Hilfen für notleidende Landwirte mindestens zu verdoppeln. Die zugesagten 500 Millionen Euro seien „ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in der Landwirtschaft werde das aber nicht gerecht. „Am Ende muss eine Summe stehen, die deutlich über einer Milliarde liegt.“

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV) forderte, dafür die 900 Millionen Euro an Einnahmen aus der sogenannten Superabgabe komplett zur Verfügung zu stellen. Das sind Strafgelder, die Bauern zur Zeit der Milchquote an Brüssel zahlen mussten, weil sie mehr als zulässig produziert hatten. Rukwied zeigte sich auch offen dafür, den Interventionspreis weiter anzuheben. Damit ist festgelegt, wie viel in der EU für bestimmte Agrarprodukte mindestens gezahlt werden muss.

Die deutschen und europäischen Milchbauern bangen um ihre Existenz, weil der Milchpreis im Keller ist. Gründe sind unter anderem das Russland-Embargo und die schwache Nachfrage in China. Brüssel hat Hilfen von rund 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Details wollen die EU-Agrarminister am Dienstag in Luxemburg verhandeln.

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