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Milliarden-Deal Zum Frühstück gibt es Tiffany: LVMH setzt sich an die Spitze der Luxusgüterbranche

Der Luxusriese kauft für 14,7 Milliarden Euro den US-Juwelier Tiffany. Die Franzosen werden auch in diesem Segment Weltmarktführer – ein echter Triumph für LVMH.
25.11.2019 Update: 25.11.2019 - 19:53 Uhr Kommentieren
14,7 Milliarden Euro lässt LVMH sich den Neuzugang zu seinem Imperium kosten. Quelle: Tiffany
New Yorker Flagship-Store von Tiffany

14,7 Milliarden Euro lässt LVMH sich den Neuzugang zu seinem Imperium kosten.

(Foto: Tiffany)

Paris Was für ein Triumph für Frankreichs Luxusgüterkonzern LVMH und den Firmenlenker Bernard Arnault: Mit dem Kauf der Kette Tiffany setzen sich die Franzosen an die Spitze der Branche. In allen Bereichen der teuren Produkte hat LVMH nach dem Erwerb des amerikanischen Schmuckherstellers die weltweite Führung: bei Mode und Lederwaren, Parfüms, teuren Spirituosen, Uhren und Schmuck sowie im Kosmetik-Einzelhandel.

Bislang liegt Konkurrent Richemont mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels bei Schmuck noch vor den Franzosen, doch falls die Akquisition von Tiffany durchgeht, wird das Vergangenheit sein. Hermès kommt auf höhere Margen, ist aber kleiner.

Bernard Arnault ist Frankreichs reichster Mann, er hält über seine Holding Christian Dior fast die Hälfte der LVMH-Anteile. Mit Blick auf Umsatz und Finanzkraft kann mit seinem glitzernden Imperium schon lange niemand mehr mithalten.

Arnault führt die Gruppe seit 31 Jahren. Wo andere organisch wachsen, hat LVMH über Jahrzehnte hin systematisch Luxusmarken zugekauft. Er baut langfristige Kontakte zu den Eigentümern einer Zielmarke auf und beherrscht, wenn nötig, alle Tricks des finanziellen Anschleichens.

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    14,7 Milliarden Euro lässt LVMH sich den Neuzugang zu seinem Imperium kosten, das 75 Marken hat. Die Franzosen bieten mit 135 Dollar (123,6 Euro) pro Aktie fast zehn Dollar (9,10 Euro) mehr als den Schlusskurs vom Freitag. Die Tageszeitung „Le Figaro“ schreibt unter Berufung auf Bankenkreise, Tiffany habe den Käufer gar auf 140 bis 145 Dollar hochhandeln wollen – was aber nicht gelungen ist.

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    Eigenen Angaben nach zahlt LVMH die Operation bar. Die Gruppe hatte zuletzt einen Cash-Bestand von fast fünf Milliarden Euro ausgewiesen. Die Übernahme soll Mitte 2020 abgeschlossen sein. Beide Aufsichtsräte haben ihr zugestimmt, Tiffany empfiehlt seinen Aktionären die Annahme des freundlichen Gebots.

    Tiffany wird eine der ältesten Marken im Portfolio von LVMH

    Bernard Arnault wurde bei der Bekanntgabe der Operation ungewohnt lyrisch: „Wir sind glücklich, Tiffany in der LVMH-Familie zu empfangen.“ Er habe „den Ehrgeiz, diese emblematische Marke mit aller Sorgfalt, die wir bei allen Häusern aufwenden, die im Lauf der Geschichte zu uns stoßen, zum Glänzen zu bringen“. Arnault fügte hinzu, er freue sich „darauf, Tiffany ermöglichen zu können, auch in Zukunft zu strahlen“.

    Das amerikanische Schmuckhaus wird eine der ältesten Marken im Portfolio von LVMH sein, denn es besteht bereits seit über 180 Jahren.

    Bernard Arnault hält über seine Holding Christian Dior fast die Hälfte der LVMH-Anteile. Quelle: Getty Images
    Dior-Schau (auf der Paris Fashion Week 2018

    Bernard Arnault hält über seine Holding Christian Dior fast die Hälfte der LVMH-Anteile.

    (Foto: Getty Images)

    Das Alter ist aber auch ein wenig das Problem der amerikanischen Marke. 1961 wurde sie durch den Film „Frühstück bei Tiffany“ mit Audrey Hepburn auch bei Nicht-Luxuskunden weltweit zum Kult. Doch das ist lange her. Heute zieht die Marke eher wenig jugendliche Kundschaft an und gilt als etwas in die Jahre gekommen.

    Tiffany hat eine Erfrischungskur nötig. Die operative Marge war in letzter Zeit zurückgegangen und liegt heute bei 17 Prozent, das ist deutlich weniger als der Schnitt von LVMH (22 Prozent). Mit einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro (2018) ist die Sparte Uhren und Schmuck eine der kleineren des französischen Giganten und bildet mit einem Plus von vier Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres das Schlusslicht aller Geschäftsbereiche. Der US-Markt ist mit einem Anteil von 23 Prozent in den ersten drei Quartalen der zweitwichtigste nach Asien (31 Prozent ohne Japan) für die französische Gruppe, doch hinkt das Wachstum hinter dem in den übrigen Regionen her.

    Beide Mängel will LVMH mit der Übernahme von Tiffany beheben. Analysten von Invest Securities erläuterten schon vor Bekanntgabe der Transaktion, dass der amerikanische Juwelier das Marken-Portefeuille der Gruppe „hervorragend ergänze“ und sie außerdem auf dem US-Markt stärke, der einer der wichtigsten für Luxusgüter bleibe.

    Umsatzmarkt China wächst kräftig
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