Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Milliardendeal Brauereikonzern AB Inbev verkauft Australien-Geschäft für 11,3 Milliarden Dollar

Die australische Carlton & United Brauerei geht an den japanischen Konzern Asahi. Das Geld benötigt AB Inbev dringend, um seinen Schuldenberg abzubauen.
Update: 19.07.2019 - 11:42 Uhr Kommentieren
Die Carlton & United Brauerei, zu der die Marken Foster's und Victoria Bitter gehören, hat gut die Hälfte der Marktanteile in Australien. Quelle: Reuters
Foster's Bierdosen

Die Carlton & United Brauerei, zu der die Marken Foster's und Victoria Bitter gehören, hat gut die Hälfte der Marktanteile in Australien.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch Inbev verkauft sein Australien-Geschäft an den japanischen Konkurrenten Asahi. Das teilte der Konzern am Freitagmorgen mit. Für die Tochter Carlton & United Breweries erhält der hochverschuldete Bierbrauer 11,3 Milliarden US-Dollar, umgerechnet sind das 10,1 Milliarden Euro.

Die bekannten Marken wie Fosters, Cass und Victoria Bitter machen etwa die Hälfte des australischen Biermarktes aus. Der Aktienkurs von AB Inbev legte nach Bekanntwerden am Freitag um knapp fünf Prozent zu.

Vergangene Woche erst hatte der belgisch-amerikanische Brauer (Budweiser, Beck’s, Corona) den Börsengang seines Asiengeschäfts in Hongkong überraschend und kurzfristig abgesagt. Die Preisvorstellungen lagen offenbar unter den Erwartungen.

AB Inbev wollte durch den Börsengang rund 9,8 Milliarden US-Dollar einnehmen, es wäre die größte Neuemission des Jahres gewesen. Der Börsengang von Budweiser Asien sei zwar vorerst abgesagt, aber trotz des Verkaufs des Australien-Geschäfts nicht vom Tisch, wenn denn die Bewertung stimme, betonte der Konzern am Freitag.

Der Verkauf der australischen Biermarken soll AB Inbev helfen, in schneller wachsende Biermärkte in Asien und weltweit zu expandieren, teilte der Brauer mit. „Wir sehen weiterhin großes Potenzial für unser Geschäft im Asien-Pazifik-Raum. Die Region bleibt ein Wachstumsmotor in unserem Unternehmen“, sagte AB-Inbev-Chef Carlos Brito.

Mit den Milliardeneinnahmen durch den Verkauf, der im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein soll, kann AB Inbev seinen riesigen Schuldenberg etwas abbauen. 2016 hatte der Konzern die globale Nummer zwei, SAB Miller, für 106 Milliarden US-Dollar übernommen. Ende vergangenen Jahres lag die Verschuldung des Branchenprimus bei 102,7 Milliarden Dollar. Brito versprach den Aktionären, die Schulden bis Ende 2020 unter das Vierfache der Ebita-Zielrate zu drücken.

AB Inbev ist der weltgrößte Bierbrauer. Jedes dritte Bier, das irgendwo auf der Welt getrunken wird, stammt von den mehr als 500 Marken der Brauerei. Platz zwei belegt Heineken, gefolgt von China Resources, Carlsberg und Molson Coors.

AB Inbev machte 2018 mit 175.000 Mitarbeitern in fast 50 Ländern einen Umsatz von 54,6 Milliarden Dollar (ohne Joint Ventures). Das ist deutlich weniger als im Vorjahr: 2017 hatte AB Inbev noch 56,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Mit drei Milliarden Dollar steuerte das Lateinamerika-Geschäft mehr als die Hälfte des Gewinns bei.

Branchenexperten bewerten den Verkauf des Australien-Geschäfts, das mit der Übernahme von SAB Miller ins Portfolio kam, als cleveren Schritt. Der Preis liegt mit 11,3 Milliarden US-Dollar beim 14,9-fachen des Ebitda von 2018.

Damit sei er deutlich höher als erwartet, schreiben die Experten des Brokerhauses Jefferies. Das Unternehmen komme damit schneller mit dem Schuldenabbau voran und positioniere sich besser für die nächsten Übernahmen.

Ähnlicher Meinung ist Bloomberg-Analyst Duncan Fox: „Mit dem Verkauf an Asahi trennt sich AB Inbev von einem Asset mit hoher Rendite, aber geringem Wachstum. Die Milliarden können nun in aussichtsreichere Wachstumsmärkte investiert werden.“

Für AB Inbev wird künftig das Geschäft in Ostasien von hoher Bedeutung sein: In der Region ist der Bierdurst mittlerweile größer als in Mitteleuropa. Statista prognostiziert, dass in Ostasien 2019 97 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Bier erwirtschaftet wird, in Mitteleuropa 87 Milliarden US-Dollar. Wichtigster Markt bleibt vorerst Nordamerika: Dort sollen im laufenden Jahr 150 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden.

Der Biermarkt ist hart umkämpft. Der globale Absatz von Bier stagniert derzeit, 2016 und 2017 war er sogar rückläufig. 2018 wurden weltweit pro Kopf 25,8 Liter Bier im Jahr getrunken.

Der Absatz bleibt zwar konstant, dafür sind Verbraucher aber bereit, mehr für ihr Bier zu zahlen als früher. Weltweit wurden 2018 mit Bier 283 Milliarden Dollar erlöst. Im Jahr 2022 sollen es 328 Milliarden Dollar sein.

Mehr: Jorge Paulo Lemann hat ein globales Lebensmittelimperium aufgebaut. Sein Unternehmen ist Teil der größten Brauereigruppe der Welt. Doch er hat die Kunden unterschätzt.

Startseite

Mehr zu: Milliardendeal - Brauereikonzern AB Inbev verkauft Australien-Geschäft für 11,3 Milliarden Dollar

0 Kommentare zu "Milliardendeal: Brauereikonzern AB Inbev verkauft Australien-Geschäft für 11,3 Milliarden Dollar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote