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Mobilfunk Immer mehr Firmen bauen auf 5G-Standard

Während Verbraucher zögern, forcieren mehr und mehr Firmen ihre Pläne für den 5G-Mobilfunk. Neue Allianzen fordern etablierte Anbieter heraus.
25.02.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Für die Vernetzung ihrer Maschinen setzen immer mehr Unternehmen auf 5G-Technik. Quelle: action press
Industrieroboter

Für die Vernetzung ihrer Maschinen setzen immer mehr Unternehmen auf 5G-Technik.

(Foto: action press)

Düsseldorf Die Industrie steht vor einem grundlegenden Umbruch. Davon ist Cristiano Amon, Präsident des US-Technologiekonzerns Qualcomm, überzeugt. „Wir werden ganz bald völlig neue Anwendungen sehen“, sagte der Manager dem Handelsblatt. Der neue Mobilfunkstandard 5G ermöglicht eine bessere Vernetzung von Lieferkette und Produktion, eine präzise Steuerung der Maschinen und neue Geschäftsmodelle.

Bislang sei es oft nötig, viel Rechenleistung in Endgeräten zu verbauen, so Amon. Das sei künftig in vielen Fällen verzichtbar, 5G biete eine verlässliche Verbindung zu leistungsstarken Servern. Das Ergebnis: Nahezu alle Maschinen können in Echtzeit auf große Kapazitäten zurückgreifen. „Die Möglichkeiten von 5G lassen sich in einem Satz zusammenfassen: eine verlässliche Bandbreite zur Cloud.“

Amon ist Berufsoptimist, Qualcomm will mit seinen Chips vom Boom profitieren. Doch auch Experten sehen in dem neuen Standard großes Potenzial. Daher ist ein Wettrennen um die Zukunftstechnologie entbrannt. So überbieten sich Mobilfunkanbieter mit großspurigen Ankündigungen, während Industriebetriebe stolz Pilotprojekte präsentieren – dabei gibt es in noch keinem Land der Welt flächendeckend 5G.

Die Branche bringt sich in Stellung – auch mit neuen Allianzen. Die Beratungsgesellschaft McKinsey hat die Chancen von 5G für Geschäftsanwendungen in einer Studie analysiert, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

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    Dabei gehen die Berater davon aus, dass durch mit dem Internet vernetzte 5G-Geräte für Geschäftskunden im Jahr 2022 ein weltweiter Umsatz von rund 180 Millionen Dollar erreicht wird, im Jahr 2030 aber schon fast zehn Milliarden Dollar (siehe Grafik) möglich sind.

    Grafik

    Bei den Industrieanwendungen bekommen Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 jedoch neue Konkurrenz – gerade in Deutschland, wo die Politik einen Sonderweg geht: So können Unternehmen in ihren Fabriken eigene lokale Netze aufbauen, unabhängig von den 5G-Antennen der großen Mobilfunkanbieter.

    Die nötigen Frequenzen können seit November bei der Bundesnetzagentur beantragt werden. „Bisher wurden 29 Anträge auf Zuteilung von Frequenzen für lokale 5G-Netze gestellt und 23 Zuteilungen erteilt“, sagte ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt.

    Für die Anträge müssen die Firmen Fachwissen nachweisen und eine Reihe von Unterlagen zusammentragen. 29 Anträge sind daher eine solide Zahl, die künftig noch weiter steigen dürfte. Siemens schreckte im November die Telekommunikationsbranche mit einer Ankündigung auf.

    Der Technologiekonzern gab eine Zusammenarbeit mit Qualcomm bekannt, um von dem Netzbetreiber unabhängige Netze für Industriekunden entwickeln zu lassen. Damit stießen die beiden Firmen in einen Bereich vor, den bislang Netzbetreiber für sich abgesteckt hatten. Selbst die klassischen Netzausrüster wie Ericsson, Nokia oder Huawei kamen in dem Pilotprojekt vor.

    Immer mehr Firmen und Anbieter drängen in den neuen Markt. Der Mediendienstleister Media Broadcast etwa gab im Januar den Start eines lokalen 5G-Netzes an seinem Standort in Nauen bei Berlin bekannt. Die Firma will künftig Medienunternehmen 5G-Lösungen anbieten. „Wir sehen mittelfristig einen wachsenden Bedarf an 5G-Lösungen“, sagte Media-Broadcast-Geschäftsführer Arnold Stender.

    Grafik

    Privatkunden sind bei der neuen Technologie aber noch zurückhaltend, gerade in Deutschland. So spielen bei der Anschaffung neuer Smartphones Faktoren wie Robustheit und Ausdauer die größte Rolle. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Branchenverband Bitkom am Donnerstag veröffentlicht hat. Auch die Zahlungsbereitschaft für 5G-Tarife ist nach wie vor gering.

    Allerdings ist die Mobilfunktechnik bisher auch nur punktuell verfügbar. „Ein neues Netz entsteht nicht über Nacht“, sagte Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland und Mitglied des Bitkom-Hauptvorstands. „Und genauso wenig setzt sich auch eine neue Mobilfunkgeneration im Gebrauch der Menschen gleich in wenigen Monaten durch.“ Wie die Vorgängergenerationen auch werde 5G aber von der Nische in die Masse wandern.

    Dafür ist aber noch Überzeugungsarbeit nötig. Laut der Bitkom-Studie halten nur 46 Prozent 5G-Kompatibilität für eine wichtige Funktion. Deutlich mehr legen Wert auf einen robusten Bildschirm (86 Prozent), eine hochwertige Verarbeitung (85 Prozent) und eine lange Akkulaufzeit (82 Prozent), zudem auf viel Speicherplatz (73 Prozent).

    Nicht zuletzt ist der Preis ein Kriterium: Zwar kostete ein Mobiltelefon durchschnittlich 530 Euro, der Wunschpreis liegt im Mittel aber bei nur 193 Euro. Beobachter erwarten aber eine rasante Verbreitung der neuen Technologie.

    Der Marktforscher Strategy Analytics schätzt, dass in diesem Jahr bereits zehn Prozent der weltweit verkauften Geräte für den neuen Standard gerüstet sein werden. Zum einen, weil Apple Gerüchten zufolge erste iPhone-Modelle damit ausstatten wird. Zum anderen, weil bald die Preise vieler Modelle auf unter 500 Euro sinken dürften – und dann auch die Netze vorhanden sind, um die Technik zu nutzen.

    Mehr: Schneller Videos laden oder mit besserer Grafik spielen: 5G soll es möglich machen.

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