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Mobilität E-Scooter-Verleiher bietet Fahrtraining an

Die steigende Zahl von E-Scootern sorgt für immer mehr Unfälle und Beschwerden. Ein Verleiher will den Kunden deshalb das Fahren beibringen.
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E-Mobilität: E-Scooter-Verleiher bietet Fahrtraining an Quelle: dpa
E-Scooter fahren um Pylonen

E-Roller-Fahrer lernen auf dem Übungsplatz das Fahren.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Main, Wiesbaden Nur die Helme sind ungewohnt: An die E-Tretroller, mit denen Dutzende Menschen auf einem kleinen Verkehrsübungsplatz im hessischen Eschborn ihre Runden drehen, haben sich die Menschen in der Region mittlerweile gewöhnt. Seit knapp zwei Monaten sind die E-Scooter in Frankfurt/Main ausleihbar. Einer der drei Anbieter lud nun zu einem ersten Fahrtraining.

Unter den 35 ersten Teilnehmern ist der 23 Jahre alte Michael Sabo. Er kennt die Roller schon aus seiner Heimatstadt Wien. Dort könne man sie seit Herbst vergangenen Jahres ausleihen. Unter Anleitung eines ausgebildeten Fahrlehrers soll Sabo nun lernen, wie er beispielsweise zeigen kann, wohin er abbiegen möchte. Das sei, sagt Sabo, eines der größten Probleme. „Mit nur einer Hand am Lenker ist es zu wackelig“, meint der Wiener, der für ein Praktikum nach Frankfurt gekommen ist. Der Fahrlehrer empfiehlt, er solle einfach ein Bein ausstrecken. Sabo findet das „irgendwie sinnlos. Die Autofahrer wissen doch eh nicht, was man von ihnen will“. Er nutzt die E-Tretroller eher zum Spaß - und wenn es Freiminuten von den Anbietern für Probefahrten gibt. „Sonst wäre mir das zu teuer“, sagt der 23-Jährige. Einen Euro kostet das Ausleihen eines Lime-Scooters als Festpreis, dazu kommen 20 Cent pro Minute.
Für Jashar Seyfi, „General Manager Deutschland“ bei Lime, sind die Roller „ein Trend, der sich über viele Jahre durchsetzen wird“. Gedacht seien die Scooter insbesondere als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, wie Seyfi erläutert. Mehrere Hundert Lime-Scooter seien nach Angaben des Pressesprechers, Benedict Rehbein, in Frankfurt schon auf den Straßen - die Tendenz sei steigend.

Hans Preißl, Referent im Frankfurter Verkehrsdezernat, schätzt die Zahl der derzeit in Frankfurt verfügbaren Miet-E-Scooter auf mehr als 2000 – und es werden wohl noch mehr. „Wir gehen davon aus, dass noch zwei Anbieter kommen“, so Preißl. In einem Fall könnte es schon in etwa zwei Wochen so weit sein, bislang sind in Frankfurt neben Lime die Anbieter Tier Mobility und Circ vertreten. „Das Beschwerdeaufkommen ist recht hoch, aber das ist im Verkehrsbereich immer so“, sagt Preißl. „Es ist eben ein neues Fahrzeug in unserer engen Stadt.“

Teilweise würden E-Scooter auch unterschätzt, „weil sie wie ein Spielzeug aussehen“. Dann würden die Tretroller entgegen den Regeln auf Gehwegen gefahren statt auf der Straße oder auf Radwegen, oder es stehen zwei Leute auf dem Roller – ebenfalls ein Regelverstoß.

Ein besonderes Problem seien private E-Scooter, die etwa aus dem Ausland importiert wurden, nicht für den Verkehr zugelassen und auch nicht versichert seien. Bei entsprechenden Kontrollen werde die Stadt von der Polizei unterstützt. Auflagen durch die Stadt gibt es allerdings nicht, denn dafür fehle derzeit der rechtliche Rahmen: „Bundes- und Landesregierung sind aufgefordert, Regeln zu schaffen“, sagt Preißl. „Derzeit können wir nicht mehr tun, als mit fester Stimme zu sagen: „Das geht so nicht“. Die Frankfurter Polizei konnte noch keine detaillierten Angaben über Unfälle oder andere Vorfälle mit E-Scootern machen. Es komme aber zu Beschwerden, etwa über vollgestellte Gehwege.

Ähnlich ist es beim Frankfurter Ordnungsamt, dessen Bürgerbüro ebenfalls Beschwerden über Behinderungen durch E-Scooter erhält. „Wir schauen uns das dann an und stellen die zur Seite, wenn sie tatsächlich kreuz und quer stehen“, sagte ein Sprecher. „Wir sind da quasi die Ausputzer.“
Anbieter Lime will unter anderem mit einer „Foot Patrol“ (Fußpatrouille) entgegensteuern, sagt Pressesprecher Rehbein. Per Kleingewerbeschein sollen Beschäftigte die Roller mit nach Hause nehmen, aufladen und für Ordnung sorgen, damit die Scooter keine Gehwege blockieren. Michael Sabo möchte zunächst einmal nur ein bisschen „rumkurven“. Denn noch steigt der 23-Jährige lieber aufs Fahrrad.

Mehr: Lösen die Scooter die Verkehrsprobleme in Deutschlands Städten? Eine erste Zwischenbilanz.

  • dpa
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