Mobilität: Fahrrad-Branche verabschiedet sich von der Boom-Illusion
München. Die krisengeplagte Fahrradindustrie kommt nicht in Tritt. „Die erhoffte Wende ist ausgeblieben. Die Absätze sind 2025 noch einmal gefallen“, sagte Burkhard Stork, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), dem Handelsblatt. Für einige Unternehmen sei die Liquiditätssituation noch immer angespannt. „Da könnten noch manche in Nöte geraten.“
Seit Corona ist in der Branche vieles durcheinandergeraten. Zu Beginn der Pandemie gab es einen Fahrradboom. Händler und Hersteller verzeichneten starke Nachfrage, konnten diese aber wegen fehlender Teile nicht bedienen. Als dann Räder und Ersatzteile verfügbar waren, blieb die Nachfrage aus. Die Folge waren hohe Lagerbestände, Rabattaktionen und Pleiten.
Seit ein, zwei Jahren hofft die Branche nun auf einen neuen Aufschwung. Doch ist das Umfeld weiter schwierig. „2025 bleibt für die Fahrradbranche ein herausforderndes Jahr: Wirtschaftliche Unsicherheiten, hohe Bürokratie und fehlende politische Impulse bremsen die Erholung, während hohe Lagerbestände weiterhin Druck erzeugen“, sagte Thorsten Heckrath-Rose, Geschäftsführer bei Rose Bikes, dem Handelsblatt.
Aber: Das Fahrrad gewinne als Sportgerät und nachhaltiges Alltagsmobilitätsmittel weiter an Bedeutung, „getragen von starken Segmenten wie Gravel und Rennrad sowie einer wachsenden Community, insbesondere durch mehr Frauen im Radsport“.