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Mode Moncler-Chef erreicht einen Milliardendeal in Italien

Remo Ruffini baut sich seinen eigenen Luxus-Giganten auf – und übernimmt überraschenderweise die Mailänder Modemarke Stone Island.
09.12.2020 - 18:38 Uhr Kommentieren
Als Ruffini 2003 Moncler übernahm, stand die einst in Frankreich gegründete Firma kurz vor dem Aus. Quelle: action press
Remo Ruffini

Als Ruffini 2003 Moncler übernahm, stand die einst in Frankreich gegründete Firma kurz vor dem Aus.

(Foto: action press)

Rom Remo Ruffini mag es gern imposant. Das trifft nicht nur auf seine 55 Meter lange Jacht „Atlante“ zu, die er sich vor fünf Jahren bauen ließ. Sondern auch auf die Art, seinen bisher größten Deal zu präsentieren: „Große Köpfe denken ähnlich“ steht über dem Bild von zwei schreienden Zwillingsbabys und den beiden Firmenlogos. Mit dieser doppelseitigen Anzeige feiert der Moncler-Chef einen Zukauf im eigenen Land – und ein bisschen auch sich selbst.

Für 1,15 Milliarden Euro übernimmt Moncler, vor allem bekannt für seine hochpreisigen Daunenjacken, die Modemarke Stone Island. Italien kauft Italien – es ist eine Seltenheit im Luxussektor der vergangenen Jahrzehnte.

Zwar sitzen noch viele der Traditionsmarken im eigenen Land, gehören aber längst anderen: Arabische Fonds kauften Valentino, die US-Firma Michael Kors griff bei Versace zu. Die meisten der Unternehmen sind in einem der großen französischen Luxuskonglomerate gelandet: Gucci und Brioni bei Kering, Fendi und die Schmucksparte von Bulgari bei LVMH.

Dass Ruffini den Deal nun auch noch inmitten der Pandemie einfädelt, in der die gesamte Modebranche ohnehin am Kriseln ist, kommt überraschend. Vor ziemlich genau einem Jahr äußerte Kering noch sein Interesse an Moncler. Doch der 59-Jährige lehnte dankend ab. Er wollte unabhängig bleiben, nicht nur ein kleines Teilchen im großen Pariser Luxuspuzzle sein.

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    Der Kauf von Stone Island, geführt von Carlo Rivetti, einem anderen großen italienischen Mode-Unternehmer, könnte nun der Anfang von Ruffinis eigenem Markenimperium werden. „Double R“, wie er wegen seiner Initialen genannt wird, könnte das Unternehmen auf lange Sicht zu einem neuen Player am Markt ausbauen, der den Franzosen die Stirn bietet.

    Vor dem Ruin gerettet

    Ruffini wischt solche Spekulationen bei der Präsentation des Deals erst mal vom Tisch: „Die Multibrand-Diskussion reizt mich nicht“, erklärte er. Ihm gehe es nur darum, „Wert für Moncler zu kreieren“. Beide Marken sollen komplett unabhängig bleiben, aber Synergien schöpfen, etwa im Vertrieb.

    Ruffini, geboren am Comer See, stammt aus einer Familie von Textilunternehmern. Er startete seine Karriere in den USA, arbeitete in der Firma seines Vaters. Mit 23 kehrte er nach Italien zurück und gründete seine erste Modefirma, die er später an die Stefanel-Gruppe verkaufte: New England.

    Als Ruffini 2003 Moncler übernahm, stand die einst in Frankreich gegründete Firma kurz vor dem Aus. Er stieg als CEO und Kreativchef in Personalunion ein, erfand die Marke komplett neu, brachte sie zehn Jahre später sogar an die Mailänder Börse – was den zweifachen Familienvater über Nacht zum Milliardär machte. Über seine private Beteiligungsgesellschaft gehören ihm noch heute mehr als 22 Prozent an Moncler.

    Noch im ersten Halbjahr 2021 soll die komplizierte Transaktion abgeschlossen sein. Das liegt auch an den Teilhabern: Momentan gehört Stone Island zu 70 Prozent der Rivetti-Familie, zu 30 Prozent Singapurs Regierung über ihre Holding Temasek. Die Investmentfirma könnte künftig direkt an Moncler beteiligt werden, kolportiert werden knapp drei Prozent. Ruffini soll künftig mehr als 80 Prozent an der Rivetti-Holding besitzen, Rivetti (Jahrgang 1956) dafür einen Platz im Moncler-Vorstand bekommen.

    Die Coronakrise macht gerade besonders den Herstellern hochwertiger Kleidung zu schaffen. Mit einem Umsatzrückgang von bis zu 30 Prozent müssten sie rechnen, wie eine globale Studie der Beratung Bain & Company ergeben hat. Bei Moncler ist genau das eingetroffen: Der Umsatz im ersten Halbjahr lag bei 403 Millionen Euro – ein Minus von 29 Prozent zum Vorjahr.

    In Italien sanken die Erlöse sogar um 39 Prozent. Lichtblicke sind das Geschäft in China, das wieder ordentlich anzieht, und die wachsenden Onlinebestellungen. „Wir warten nicht auf den erneuten Aufschwung“, erklärte Ruffini. „Jetzt ist genau der Moment, um unsere Prozesse und unsere Strategie zu beschleunigen.“

    Helfen kann dabei, dass Stone Island auch inmitten der Pandemie wächst: 240 Millionen Euro Umsatz machte die Marke im bis Oktober laufenden Geschäftsjahr 2020 – ein Plus von 24 Prozent, Corona zum Trotz.

    Mehr: „Mission überleben“: Wie Mailand dem Covid-Schock entkommen will

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