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Modebranche Der Rettungsplan für Tom Tailor ist in Gefahr

Banken und der chinesische Investor Fosun streiten über die Sanierung der Hamburger Modekette. Das gefährdet die Sanierung von Tom Tailor.
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Die Sanierung von Tom Tailor ist in Gefahr. Quelle: dapd
Tom-Tailor-Filiale

Die Sanierung von Tom Tailor ist in Gefahr.

(Foto: dapd)

Düsseldorf, HamburgIm Februar schien alles klar zu sein: Der chinesische Konzern sorgt mit einer Kapitalspritze dafür, dass Tom Tailor überleben kann. Doch die notwendige Sanierung ist gefährdet. Gestern Nacht musste das Hamburger Modeunternehmen deshalb eine Adhoc-Mitteilung verschicken: Die Verhandlungen mit Banken und dem chinesischen Großinvestor seien ins Stocken geraten.

„Wir haben uns als kapitalmarktorientiertes Unternehmen gestern verpflichtet gefühlt, darüber zu informieren, dass wir nicht absehen können, wann der Geschäftsbericht auf dem Tisch liegt“, begründete eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem Handelsblatt die Adhoc-Mitteilung. Noch vor zwei Wochen hatte Tom Tailor mitgeteilt, die Zahlen im Juni vorlegen zu wollen.
Es gehe im Kern darum, in welcher Höhe Fosun einen finanziellen Beitrag zur Sanierung leisten wird – und in welcher Form. Die Sprecherin betonte allerdings, es gebe eine generelle „verbindliche Zusage“ des Investors für einen Beitrag. „Wir merken derzeit keine Auswirkungen auf das tägliche Geschäft“, versuchte sie die Mitarbeiter und Aktionäre zu beruhigen.
Nach Unternehmensangaben sind die Verhandlungen in den vergangenen beiden Wochen „zunehmend schwieriger geworden“. Es sei „daher derzeit offen, ob und wann die Verhandlungen mit den Konsortialbanken und Fosun zu einem erfolgreichen Abschluss kommen werden“, teilte das Unternehmen mit.
Immerhin veröffentlichte Tom Tailor dann noch in der Nacht zumindest vorläufige Zahlen. Demnach stieg der Umsatz der Marke Tom Tailor im vergangenen Geschäftsjahr um rund drei Prozent auf 616,9 Millionen Euro. Dabei wurde der Umsatz um die im sogenannten Reset-Programm geschlossenen Läden, Länder und Marken bereinigt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht von 67,5 auf 70,6 Millionen Euro.

Im ersten Quartal dieses Jahres schaffte es Tom Tailor hingegen nur, den Umsatz von 138 Millionen Euro zu halten. Die Ebitda-Marge sank von 8,5 auf 1,9 Prozent. Dies begründet das Management mit höheren Marketing-, Personal- und Beratungskosten von zwei Millionen Euro.
Zur Sanierung von Tom Tailor gehört auch der Verkauf der Tochter Bonita. Im März hatte Tom-Tailor-Chef Heiko Schäfer angekündigt, dass er die Modekette Bonita an die Victory & Dreams Holding aus den Niederlanden verkauft. Die Branche erfüllt dieses Vorhaben mit Sorge. Denn die Vidrea Deutschland GmbH in Sigmaringen, die zur niederländischen Victory & Dreams gehört und die Betreibergesellschaft der deutschen Filialen von Miller & Monroe ist, steckt im vorläufigen Insolvenzverfahren.
Der Bonita-Umsatz sackte indes im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen von 255,1 auf 225,7 Millionen Euro ab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stürzte in die roten Zahlen: von plus 15,6 Millionen auf einen Verlust von 24,6 Millionen Euro.
Schäfer hoffte bei der Verkaufsankündigung von Bonita damals: „Wir schaffen damit klare Verhältnisse, setzen Kapazitäten frei und können uns künftig voll auf das profitable Wachstum der Kernmarke Tom Tailor konzentrieren.“ Doch das wird nur gelingen, wenn sich Tom Tailor mit den Banken und Fosun bei der Sanierung von Tom Tailor einigen kann.

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