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Modebranche Ende eines Traums: Megha Mittal verkauft Luxusmarke Escada

Die indische Unternehmerin trennt sich von der deutschen Luxusmarke. Ihre Hoffnungen auf ein Comeback haben sich nicht erfüllt. Nun übernimmt ein Finanzinvestor.
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Die langjährige Escada-Eigentümerin Megha Mittal mit Sänger Bryan Adams auf einer Modenschau der Marke. Quelle: dpa
Erfolgloses Investment

Die langjährige Escada-Eigentümerin Megha Mittal mit Sänger Bryan Adams auf einer Modenschau der Marke.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es ist kein leichter Schritt für Megha Mittal. Zehn Jahre hoffte und kämpfte sie, um aus dem insolventen Modeunternehmen Escada wieder eine Größe im internationalen Luxusmodegeschäft zu machen.

Jetzt gibt sie auf und verkauft das Unternehmen aus Aschheim bei München an das kalifornische Private-Equity-Unternehmen Regent. Unbestätigte Meldungen über den Verkauf gab es schon vor drei Tagen.

„Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich heute, Sie darüber zu informieren, dass Escada von Regent übernommen wird“, schreibt Megha Mittal in einem Brief an die Mitarbeiter, der dem Handelsblatt vorliegt. Sie bedankt sich bei ihnen für „die große Leidenschaft für und den Glauben an Escada“.

Das Unternehmen habe mit einem „toughen wirtschaftlichen Umfeld klarkommen müssen mit vielen Umbrüchen im Einzelhandel und Luxusgeschäft“. Es sei sehr schwer für sie „Auf Wiedersehen zu sagen“, schreibt sie am Schluss. „Ich weiß, dass Escada, obwohl ich das Unternehmen verlasse, immer ein Teil von mir sein wird.“

Der emotionale Abschied von der Luxusmarke zeigt auch, wie sehr sie zehn Jahre lang dafür gekämpft hat, aus dem Unternehmen wieder eine Größe im Luxusmarkt zu machen. Spätestens Anfang dieses Jahres hatte sie die Hoffnung aufgegeben, dass sie Escada aus eigener Kraft zum Erfolg führen könnte.

Die Frau, die aus der gleichnamigen indischen Stahldynastie kommt, hatte das Unternehmen, wie das Handelsblatt vor ein paar Wochen exklusiv berichtete, bereits im Februar zum Verkauf gestellt. Damit leitete sie das Ende eines Traums ein, den sich die Frau aus dem indischen Milliardärsclan erfüllen wollte.

„Die Marke ist cool, stark, global bekannt und hat Glamour“, schwärmte sie, als sie 2009 das Unternehmen aus der Insolvenz kaufte. Sie war so überzeugt davon, dass sie in Escada sogar das Potenzial sah, wieder eine Größe auf dem Weltluxusmarkt zu werden.

Doch das war schwierig in einem Markt, der immer mehr von den großen Luxuskonglomeraten wie LVMH und Kering aus Frankreich und Richemont aus der Schweiz beherrscht wird. Einzelne Unternehmen haben es da nicht leicht, mit den riesigen Marketing-Maschinen und Vertriebsnetzen der Konzerne mitzuhalten.

Vergebliche Investitionen

Das gilt auch für das letzte verbliebene Luxusmodeunternehmen in Deutschland. Megha Mittal hatte viele Jahre Geduld, investierte viele Millionen, auch in die sozialen Medien auf wichtigen Märkten wie den USA, holte Iris Epple-Righi als CEO und zuletzt noch einen neuen Designer. Doch der Erfolg blieb aus.

Nach der im Bundesanzeiger zuletzt veröffentlichten Bilanz ging der Umsatz 2017 um rund acht Prozent auf knapp 114 Millionen Euro zurück. Und das Unternehmen rutschte mit 16,5 Millionen Euro noch tiefer in die roten Zahlen. Auch für das Geschäftsjahr 2018 wurde mit einem weiteren Umsatzrückgang auf nur noch knapp 107 Millionen Euro gerechnet.

Der Frau von Aditya Mittal, dem CFO des Stahlriesen Arcelor-Mittal, gelang es nicht, an alte Glanzzeiten anzuknüpfen. Das Unternehmen, 1976 vom Unternehmer Wolfgang Ley und seiner Frau, dem Model Margaretha Ley, gegründet, hatte große Erfolge in den achtziger Jahren mit opulenten Kollektionen mit dem berühmten Goldknopf. Es verhob sich aber bei der Expansion – und stürzte ab.

Jetzt soll das US-Private-Equity-Unternehmen Regent Escada wieder in die Erfolgsspur bringen. Der Investor aus Kalifornien, der sich an mehreren Modefirmen wie der Dessous-Marke La Senza beteiligt hat, versucht dies weiterhin mit der bisherigen Chefin Epple-Righi.

Megha Mittal wird das Schicksal von Escada künftig aus der Ferne verfolgen, aus London, wo sie mit ihrer Familie lebt.

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